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Das Universum in der Westentasche - Die große Welt der kleinen Dinge von Garfield, Simon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.11.2020
  • Verlag: HarperCollins
eBook (ePUB)
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Das Universum in der Westentasche - Die große Welt der kleinen Dinge

»Wie groß ist das kleinste Buch der Welt, und wie in aller Welt schlägt man es auf?« Kultautor Simon Garfield über die Macht und Magie von Miniaturen


Ob Rod Stewarts Modelleisenbahn, Hamburgs erster Flohzirkus, das Puppenhaus der Queen, die Freiheitsstatue im Stecknadelkopf seit jeher üben Miniaturen eine magische Faszination auf die Menschen aus. Nicht, weil sie klein sind, sondern weil sie die Welt im Kleinen abbilden und somit erfassbar machen. Der Blick auf das Kleine verleiht uns Macht man denke nur an die ersten Besucher, die 1889 auf dem Eiffelturm standen und die Metropole unter sich auf einmal aus der Vogelperspektive erlebten; oder an Kinder, die wie riesenhafte Eroberer durch die schrulligen Modellstädte torkeln, die so manche Minigolfanlage breithält.


Simon Garfield nimmt uns mit auf eine Reise durch die Universen der kleinsten Dinge der Welt: von der Entwicklung des Souvenirs in Frankreich zu den eigensinnigen Büchersammlern, die ihre Lesebrillen durch Mikroskope getauscht haben; von den Schiffsmodellen der Kolonialzeit, die maßgeblich zur Abschaffung des Sklavenhandels beitrugen, bis in die flirrende Lichterstadt Las Vegas.


Wir staunen über die Vielfalt der kleinsten Dinge entdecken auf einmal auch das Große, das in ihnen steckt. Denn Miniaturen stärken nicht nur unseren Sinn für Ordnung in unsicheren Zeiten, sondern eröffnen uns eine völlig neue Sicht auf eine sich wandelnde Welt.



  • »Faszinierend!« The Guardian

  • »Eine fesselnde Studie über unsere Sehnsucht nach Miniaturen gefüllt mit bizarren Geschichten und scharfen Einsichten. Das Universum in der Westentasche ist nicht nur höchst unterhaltsam, sondern sehr bewegend.« Observer

  • »Für alle, die sich auf die eher abseitigen Pfade menschlicher Errungenschaften begeben wollen, gibt es in diesem Kompendium einiges zu entdecken.« The Times

  • »Unwiderstehlich!« Spectator



Simon Garfield, geboren 1960, ist Journalist (u.a. BBC, The Independent, The Observer) und Autor zahlreicher erfolgreicher Sachbuch. Ihm wurde der Somerset Maugham Award verliehen und sein Buch »Karten! Ein Buch über Entdecker, geniale Kartografen und Berge, die es nie gab« wurde von Bild der Wissenschaft zum Wissensbuch des Jahres 2014 gewählt. Sein Buch »Just my Type. Ein Buch über Schriften« ist auch in Deutschland Kult.Er lebt in London und St. Ives, Cornwall.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 24.11.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783959679008
    Verlag: HarperCollins
    Originaltitel: In Miniature: How Small Things Illuminate The World
    Größe: 4998 kBytes
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Das Universum in der Westentasche - Die große Welt der kleinen Dinge

EINLEITUNG

DIE KUNST DES SEHENS

Vor nicht allzu langer Zeit war es die Größe, die zählte. Maxipackungen galten als Schnäppchen, Kaufhäuser erweiterten ihr Sortiment, und der Staat Texas brüstete sich damit, dass dort alles größer sei. Die Encyclopaedia Britannica enthielt das gesamte Wissen der Welt und füllte ein Sechstel der Regalfläche eines Wohnzimmers.

Dann wurde »klein« zum Trend. Der Zwergpudel. Der Mini. Edle kleine Läden. Die Nouvelle Cuisine. Der kleine, aber feine Club. Der stapelbare Stuhl.

Im Zeitalter der Technologie musste alles noch kleiner sein: der Mikrochip, die Mikrowelle, Ohrstöpsel zum Musikhören, 1.000 Songs in der Hosentasche, die Nanosekunde, der Mini-Burger.

Etwas später - und so kommen wir zur heutigen Zeit - sind die Dinge plötzlich wieder groß. Der Flachbildfernseher. Der Airbus A380. Das gewaltige Ausmaß unserer weltweiten Wirtschafts- und Sicherheitsdilemmata. Dwayne Johnson.

Größe ist das eine, Maßstab das andere. In diesem Buch geht es um den Maßstab. Es handelt davon, wie sich die Welt im Kleinen auf die Welt im Großen auswirkt. Wie wir sehen und bewerten und zu welchen Einsichten uns das führt. Wir verkleinern Dinge, um sie zu verstehen und wertzuschätzen. Manches, was wir in seinem vollen Umfang kaum erfassen können - ein Gebäude beispielsweise oder ein Krieg -, wird im Maßstab 12:1 greifbar. Künstler - Bildhauer, Bühnenausstatter, Dichter - arbeiten mit Miniaturen, weil sie leicht in der Hand liegen und zur Mitwirkung anregen, und ich hoffe, dass dieses Buch den gleichen Effekt hat.

Dies ist auch ein Buch über die Lust am Betrachten - eine Würdigung. Miniaturen helfen uns, größere Strukturen zu verstehen. Ein Stellwerk einer Modelleisenbahn wird so genau beäugt, wie es bei der normal großen Anlage nur selten der Fall wäre. Bevor wir auf dem Mond landeten, hielt sich mindestens ein Wissenschaftler der NASA an die britische Fernsehserie Thunderbirds, um sich von den Marionetten und Raketen in schweren Zeiten auf neue Ideen bringen zu lassen.

Architekten zukünftiger Städte müssen erst Modellbauten erstellen, und oft bleiben diese Modelle der einzige Beleg dafür, dass sie je einen Versuch gestartet haben.

Nicht alle Miniaturen, die wir auf den folgenden Seiten kennenlernen werden, sind klein. Die Modelleisenbahn in Hamburg nennt sich stolz die größte der Welt. Das Venetian Hotel in Las Vegas mit seiner funktionstüchtigen Gondel für die romantisch Anspruchslosen verfügt über 4000 Betten. Aber alles ist verhältnismäßig klein im Vergleich zu der Sache, deren Abbild es darstellt.

Das Wort »Miniatur« stammt aus der Welt der Bücher, doch bekannt wurde es durch die Kunst. Es entwickelte sich vor der Erfindung der Druckerpresse, als Bücher von Hand geschrieben und illustriert wurden, aus dem italienischen Wort miniatura, das wiederum vom lateinischen miniare abstammte - »mit Zinnober bemalen«. Vor dem 16. Jahrhundert wurde der Begriff kaum verwendet, bis er mit der Buchmalerei in Verbindung gebracht und zu einem Synonym für das Anfertigen kleiner Bildnisse wurde. Seitdem bezeichnete man alle möglichen kleinen Dinge als Miniatur, und von etwa 1630 an gehörte das Wort zum allgemeinen Wortschatz. Das Aufkommen von Miniaturbüchern und Miniaturporträts wird in späteren Kapiteln behandelt, und bei beiden Themen wird sich zeigen, dass wir den Geheimnissen, die sie bergen, nur durch genaues Hinschauen auf die Spur kommen.

Um zwischen Miniaturen und Gegenständen zu unterscheiden, die lediglich klein sind, habe ich ein einfaches Kriterium herangezogen: Eine Miniatur muss eine verkleinerte Version von etwas Größerem sein oder auf etwas Größeres verweisen, und sie muss bewusst als solche erschaffen worden sein.

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