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Die Freimaurer in Österreich Weg und Schicksal der 'Königlichen Kunst' von Lamer, Reinhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.11.2015
  • Verlag: Studienverlag
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Die Freimaurer in Österreich

Ein Schleier des Geheimnisvollen umgibt seit jeher die internationale Bruderschaft der Freimaurer und ihre Logen. Diesen Schleier ein wenig zu lüften hat sich dieses Buch zur Aufgabe gemacht. Es erläutert daher die Ideen und Ideale der 'Königlichen Kunst', folgt den Spuren der Freimaurer auf dem Gebiet des heutigen Österreich von den Anfängen vor zweieinhalb Jahrhunderten bis in unsere Tage und zeigt auch die engen Bindungen auf, die wiederholt zwischen der österreichischen und der deutschen Freimaurerei bestanden. Der Autor hat in Berlin, London und Oxford Geschichte und Volkswirtschaft studiert, war beim amerikanischen State Department tätig und kennt zahlreiche österreichische und deutsche, englische und amerikanische Freimaurerlogen der verschiedenen Systeme.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 132
    Erscheinungsdatum: 18.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783706557719
    Verlag: Studienverlag
    Größe: 2426 kBytes
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Die Freimaurer in Österreich

VON DEN ANFÄNGEN ZU GLANZVOLLEN HÖHEPUNKTEN

DIE ERSTEN LOGEN

Bei der Gründung der englischen Großloge im Jahre 1717 hatten einige englische Logen noch abseits gestanden und sich nicht beteiligt. Doch schon bald begann zunächst in England und wenig später auch auf dem europäischen Festland und in Übersee eine geradezu atemberaubende Entwicklung, die zu einem Siegeszug sondergleichen wurde. Acht Jahre nach Gründung der Großloge, im Jahre 1725, zählte man in England schon 52 Logen. 1732 hatte sich ihre Zahl bereits verdoppelt, und heute unterstehen der Großloge von England etwa 5.000 Logen, davon viele in Übersee.

Geradlinig verlief die Entwicklung allerdings nicht. In ihren Anfängen war die Freimaurerei eine Vereinigung mit vorwiegend geselligem Charakter. Die ersten Logen waren Sozietäten, in denen vor allem gut gegessen und reichlich getrunken wurde. Denn der damaligen Londoner Gesellschaft gefiel geselliges Beisammensein in gemütlichen Klubs, und wohl nicht durch Zufall trafen sich die ersten Logen in bekannten Londoner Gasthäusern und Tavernen. Natürlich waren die geistig-moralischen und die religiösen Ideen vorhanden und spielten sicher eine nicht unwesentliche Rolle; aber sie standen zunächst nicht im Mittelpunkt, sondern waren eher ein interessantes Beiwerk. Als nach der Veröffentlichung der Konstitution die geistigen Interessen dann immer mehr in den Vordergrund traten, bildeten sich sehr bald zwei Gruppen, die alten traditionellen Logen und die modernen, die sich in je einer Großloge zusammenschlossen und miteinander konkurrierten. Während die traditionellen Logen, die "ancients", eine tief religiöse Auffassung vertraten, sahen die "moderns" in der Konstitution sozusagen nur eine allgemeine Plattform. Erst dem berühmten Herzog von Wellington, der später zusammen mit Marschall Blücher - ebenfalls einem Freimaurer - Napoleon in der Schlacht von Waterloo besiegte, gelang es 1813, "ancients" und "moderns" in der Vereinigten Großloge von England zusammenzufassen, der dann fast 640 englische Logen unterstanden. Erster Großmeister dieser Vereinigten Großloge wurde der Herzog August Friedrich von Sussex, ein Sohn König Georgs III. Gewählt wurde er in einer feierlichen Tempelarbeit unter der Leitung eines Vertreters der schwedischen Großloge. Die Lösung, die man damals fand, bewährte sich und wurde richtungweisend. Man überließ die Vertiefung des schon in den drei Johannisgraden vorhandenen religiösen Grundgedankens den Hochgraden, die damals gerade ihre erste Blüte erlebten. So sind bis heute alle Hochgrade - und somit auch der dem weltweiten englischen System nahestehende Alte und Angenommene Schottische Ritus und der York-Ritus ebenso wie die Andreas- und Kapitelgrade des schwedischen Systems - stärker religiös akzentuiert als die Johannisgrade.

Ebenso rasch wie in England verbreitete sich die Freimaurerei auf dem europäischen Festland. Schon in den ersten beiden Jahrzehnten nach Gründung der englischen Großloge entstanden Logen im heutigen Belgien, in Frankreich und in Böhmen, in Spanien, Italien, Schweden und der Schweiz. 1737 folgte als erste deutsche Loge in Hamburg die "Loge d'Hambourg", die sich schon bald "Absalom zu den drei Nesseln" nannte und die übrigens heute noch besteht. Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts hatten sich schließlich Logen und Großlogen in den meisten europäischen Ländern etabliert. Kaum langsamer verlief die Entwicklung in Übersee. Vor allem in den englischen Kolonien entstanden schon wenige Jahre nach Gründung der englischen Großloge mehrere Bauhütten. Als erste wurde 1728 eine Loge in Kalkutta gegründet, 1730 entstand die erste amerikanische Loge in Philadelphia und 1736 wurden die Lichter in einer Loge an der afrikanischen Goldküste entzündet. Als auch in den französischen und holländischen Kolonien ebenso wie in ganz Europa bald zahlreiche Logen entstanden, war der Grund gelegt für die weltweite Verbreitung der Freimaurerei.

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