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Die Weltgeschichte der Pflanzen von Seidel, Wolfgang (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.09.2012
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Die Weltgeschichte der Pflanzen

Pflanzen sind schön, essbar und sind der Rohstoff vieler Dinge, vom Haferbrei, Medikament oder Pressspanplatte über Papier zu Wein oder Autoreifen. Um manche, wie Opium oder Tee, wurden Kriege geführt, wegen des Anbaus von Zuckerrohr, Tabak und Baumwolle Sklaven nach Amerika verschleppt. Und weil die Türken im Mittelmeer den Pfefferhandel blockierten, machte Kolumbus sich auf, den Seeweg nach Indien zu finden.

Von der Steinzeit bis heute: Wolfgang Seidel erzählt erstmals, wie die Herkunft, Verbreitung und Nutzung von Pflanzen die Welt veränderte. Er vermittelt botanisches, historisches, wirtschaftliches und aktuelles Wissen ebenso wie viele Anekdoten und spannende Geschichten um mehr als 160 Speise-, Nutz- und Zierpflanzen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 21.09.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838720289
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Größe: 4638 kBytes
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Die Weltgeschichte der Pflanzen

Unser tägliches Brot

Weizen

Am Anfang steht die Verwandlung der Wildweizengräser Einkorn ( Triticum monocuum ) und Emmer ( Triticum dicoccum ) zu Kulturpflanzen. Dies fand nach dem Ende der letzten Eiszeit im Nahen Osten statt, und die Menschen wurden dort erstmals sesshaft. Heute ist Weizen weltweit das dominierende Brotgetreide. Wie es dazu kam, ist eine lange Geschichte.

Weizen, Reis und Mais sind die Grundnahrungsmittel der Welt. Unser tägliches Brot und Müsli besteht aus verschiedenen Getreidearten, während in Asien das Getreide Reis dominiert. Wegen der viel höheren Bevölkerungszahlen in Asien ist Reis das bedeutendste Nahrungsmittel überhaupt. Die Menschen leben vom Brot und aus der Reisschale. Mais ist das wichtigste Futtermittel für die Tiere.

Nach dem Mais ist Weizen das am häufigsten angebaute Getreide. China liegt mit Abstand an der Spitze der Welternte von Weizen, gefolgt von Indien, Russland, den USA und der EU. Produziert werden augenblicklich weltweit rund 600 Millionen Tonnen.

Alle Getreidearten sind sogenannte Süßgräser und haben als Nutzpflanzen einen leicht zu übersehenden, jedoch erheblichen Vorteil: Sie sind einjährig. Man kann sie im gleichen Jahr ernten, in dem sie angepflanzt werden. Die Vegetationszeit des Weizens beträgt 120 bis 150 Tage. Reis wächst unter günstigen Bedingungen sogar noch schneller, daher kann man auf einer Anbaufläche bis zu drei Ernten jährlich einfahren. Selbst der vergleichsweise riesige Mais oder das Zuckerrohr wachsen innerhalb einer Vegetationsperiode. Manche Sträucher und viele Obstbäume tragen dagegen erst nach einigen Jahren Wachstum Früchte.

Die Wirtschaftsgeschichte der Menschheit ist in ihren Anfängen beinahe identisch mit der Geschichte des Getreideanbaus. Ohne die Kultivierung von Weizen und Gerste im Nahen Osten, ohne Hirse und Reis in China und ohne die Maiszüchtung in Mittelamerika gäbe es keine Zivilisationen. Die Steigerung der Ernteerträge ist angesichts der Bevölkerungsexplosion in den vergangenen 200 Jahren von zwei auf heute sieben Milliarden mit weiter steigender Tendenz ein Thema einer hochspezialisierten Agrarindustrie.

Vor etwa 70 000 Jahren begann der Homo sapiens aus Afrika auszuwandern. Sapiens-Gruppen schweiften am Südrand des eurasischen Kontinents entlang, sehr früh schon bis nach Australien. Um 40 000 v. Chr. war der Homo sapiens in Europa angekommen; die spektakulären Höhlenzeichnungen in Südfrankreich und die Kunstwerke auf der Schwäbischen Alb (um 35 000 v. Chr.) zeugen davon. Allein das sind unvorstellbar lange Zeiträume, gemessen an unserer bekannten und sicher datierbaren Geschichte seit der Antike, die gerade einmal 3000 Jahre zurückreicht.

Auf die Einwanderung vom Homo sapiens nach Eurasien folgten weitere, sehr frostige Vereisungsphasen mit einem mehrtausendjährigen Kältemaximum der Würm- und Weichseleiszeit vor rund 20 000 Jahren. Erst danach wurde auch der amerikanische Kontinent besiedelt.

Mit dem Ende dieser letzten Eiszeit erwärmte sich die Erde in nur 3000 Jahren zwischen 17 000 und 14 000 v. Chr. verhältnismäßig rasch. So entstand vom 20. bis zum 35. nördlichen Breitengrad in Eurasien vom Mittelmeergebiet bis zum Vorderen Orient, Nordindien und Südchina ein klimatisch besonders begünstigter Streifen. Ähnlich in Mittelamerika. In diesem Streifen verwandelten die Menschen in einigen Regionen mit besonders großer Artenvielfalt Wildpflanzen in Kulturpflanzen.

Erstmals ab 12 000 v. Chr. kamen Menschen in der Gegend von Südostanatolien, Nordsyrien und im Jordantal, im sogenannten Fruchtbaren Halbmond, darauf, aus Wildgräsern immer größere Samenkörner zu schütteln und mit primitiven Geräten wie Knochenhacken in die Böden einzuarbeiten. Da man davon ausgeht, dass in den uralten Wildbeutergemeinschaft

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