text.skipToContent text.skipToNavigation

Englische Geschichte von Schröder, Hans-Christoph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 25.04.2016
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
7,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Englische Geschichte

Zum Buch

Das Buch bietet einen gedrängten Überblick über die Geschichte Englands von der angelsächsischen Zeit bis zur Gegenwart. Im Zentrum der Darstellung steht die Sozial- und Verfassungsgeschichte, weil sich auf diese Weise besonders deutlich machen läßt, wodurch sich die Geschichte Englands von der der kontinentaleuropäischen Staaten unterscheidet. Aber selbstverständlich wird auch die politische Geschichte behandelt. Ein eigener Abschnitt ist dem Empire, seiner Entwicklung zum Commonwealth und dem Prozeß der Dekolonisation gewidmet. Die Schlußkapitel behandeln das heutige Großbritannien mit seinen spezifischen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Problemen. Eine ausführliche kommentierte Bibliographie ermöglicht selbstständige Weiterarbeit.

Über den Autor

Hans-Christoph Schröder, geb. 1933, ist Professor emer. für Neuere Geschichte an der TU Darmstadt. Zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zur Geschichte Englands, Nordamerikas und zur Revolutionsgeschichte. Bei C.H.Beck sind von ihm erschienen: Die Amerikanische Revolution (1982); George Orwell. Eine intellektuelle Biographie (1988).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 135
    Erscheinungsdatum: 25.04.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406627170
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 2700kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Englische Geschichte

I. Die mittelalterlichen Grundlagen des englischen Staates und der englischen Freiheit

Eine durch schriftliche Überlieferung gesicherte und an den fortwirkenden Institutionen erkennbare englische Geschichte beginnt mit dem Eindringen der Angelsachsen in England im 5. und 6. Jahrhundert, das Teil des umfassenden Vorgangs der Völkerwanderung gewesen ist. Die Angelsachsen, die sich offenbar mit den dort lebenden Kelten zunächst kaum vermischten, gestalteten die politisch-territoriale Organisation des Landes. Sie bildeten Königreiche, von denen im ausgehenden 9. Jahrhundert Wessex die Hegemonie erlangte. Unter Alfred dem Großen, der von 871 bis 899 König von Wessex war, erfolgte im Zusammenhang mit dem Kampf gegen die eingefallenen Wikinger die Zusammenfassung von ganz England außerhalb des von den Dänen besetzten Gebietes im Nordosten. Auf einem Silberpfennig der Zeit ist Alfred mit dem Titel "Rex Anglorum" abgebildet.

Im England des 10. Jahrhunderts bildete sich eine königliche Autorität heraus, die umfassender und intensiver war als in irgendeinem anderen zeitgenössischen europäischen Land. Ein wichtiges Indiz für die vergleichsweise zentralisierte und effiziente englische Verwaltung dieser Zeit ist das einheitlich geregelte Münzwesen, das gegen Ende der angelsächsischen Periode das fortgeschrittenste in Europa war. Es gab keine von Territorialherren geprägte Münzen wie in Deutschland und Frankreich. Dabei war die Gestaltung des Münzwesens charakteristisch für das nach dem Prinzip des "self-government at the king's command" gestaltete englische Regierungssystem mit seiner Zentralisierung der Zuständigkeiten einerseits, seiner Dezentralisierung und Delegation der praktischen Aufgaben andererseits. Das Münzwesen unterstand allein dem König und wurde von ihm kontrolliert; die Prägung der Münzen erfolgte dagegen in einer Vielzahl von Orten. Das geschriebene und gesiegelte "writ" - ein kurzer königlicher Befehl, der sowohl in der Verwaltung als auch im Rechtswesen benutzt wurde - war ebenfalls ein höchst effizientes, anderswo nicht vorhandenes Instrument der Zentralgewalt und ein Beleg für die Macht des englischen Königtums.

Ein Grund dafür, daß die Zentralgewalt und das Königtum in England so stark waren, ist in der Geographie zu suchen. Das Land war vom territorialen Umfang her nicht zu groß, so daß seine Zusammenfassung und Verwaltung die damals gegebenen Möglichkeiten nicht überstiegen. Obwohl die angelsächsischen Könige ihre Zeit zumeist im Süden des Landes verbrachten - Winchester und London wurden die wichtigsten Zentren des Landes -, waren auch die anderen Landesteile für den König durchaus leicht erreichbar.

Neben den günstigen geographischen Voraussetzungen spielte aber auch die äußere Bedrohung bei der Stärkung der Zentralgewalt und der staatlichen Organisation des Landes eine wichtige Rolle. Die Einfälle der Wikinger haben durch die von ihnen geforderten Tribute ebenso wie durch die von ihnen provozierte Abwehrreaktion in diese Richtung gewirkt. Die Zahlungen, die den Angelsachsen auferlegt wurden, führten 865 zur Erhebung des sog. "danegelds", welches die erste dauerhafte nationale Steuer wurde. Die zentralisierende Wirkung der Verteidigungsanstrengungen wird an dem System von mehr als dreißig befestigten Plätzen deutlich, mit denen Alfred d. Gr. Wessex umgeben ließ. Diese "burhs" (ein dem deutschen Wort "Burg" verwandter Begriff, aus dem sich später die allgemeine Bezeichnung "borough" für Städte oder Marktflecken entwickelte) mußten jeweils von ihrem Umland bemannt und finanziert werden.

Die Erfüllung solcher, dem örtlichen Bereich zugewiesenen Aufgaben setzte eine ausgebildete und funktionierende Lokalverwaltung voraus. Diese ist denn auch über Jahrhunderte hinweg neben und komplementär zu der Macht der Zentralgewalt ein charakteristisches Merkmal der englischen Geschichte gewesen. Das "Prinzip der Selbstregi

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen