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Kakao Speise der Götter von Durry, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 27.02.2012
  • Verlag: oekom
eBook (ePUB)
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Kakao

Ob im Filmhit 'Chocolat', als modisches Getränk im Supermarktregal oder edles, individuell gefertigtes Praliné aus der Manufakturwerkstatt: Kakao ist buchstäblich in aller Munde. Was lange Zeit elitären Kakao-Liebhabern wie Goethe oder Ludwig XIV. als Genussmittel vorbehalten war, ist heute für breite Bevölkerungskreise zum täglichen Konsumgut geworden. Dabei wirkte der ungesüßte Göttertrunk der Azteken auf die spanischen Eroberer zunächst wenig anziehend und auch heute haftet dem Kakaogenuss mitunter ein bitterer Beigeschmack an, wenn man an die sozialen und ökologischen Begleiterscheinungen von Anbau und Ernte denkt. Doch trotz mancher Schattenseite: Kakao gehört zu den spannendsten Stoffen der Weltwirtschaft. Band 7 der Reihe 'Stoffgeschichten' erzählt seine wechselvolle Geschichte - eine kurzweilige (Zeit-)Reise von den Hochkulturen Mittelamerikas bis zu den Chocolaterien der Moderne.

Andrea Durry arbeitet als Kuratorin für das Schokoladenmuseum Köln und ist dort für die ständige Ausstellung sowie für Sonderausstellungen zuständig. Sie studierte Soziologie, Afrikanistik und Völkerkunde. Thomas Schiffer, Historiker, war von 2006 bis 2008 als Museumspädagoge im Schokoladenmuseum Köln tätig, heute arbeitet er freiberuflich in den Bereichen Ausstellungskonzeption und Museumspädagogik.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 352
    Erscheinungsdatum: 27.02.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865813619
    Verlag: oekom
    Serie: Stoffgeschichten Bd.7
    Größe: 6035 kBytes
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Kakao

KAPITEL 1

Der Kakaobaum

Carl von Linné und die Speise der Götter

"Von jenen dreyen, den Alten unbekannten Getränken, welche aus fremden Ländern zu uns gekommen, und jetzt durch öfteren Gebrauch berühmt geworden sind, dem Thee, dem Kaffee, und der Chocolade, werden die beyden ersteren am häufigsten getrunken, allein sie werden dadurch nicht vorzüglicher oder gesünder, als der letzte. Dieser wirkt nicht so stark auf den Körper, zehrt nicht, raubt die Kräfte nicht vor der Zeit, und leistet in manchen Krankheiten Hülfe, welche ohne ihn zu heilen kaum die ganze Arzneyenzunft hinreichen würde." 1

Dieses Hohe Lied auf die "Chocolade" stammt von Carl von Linné (1707 bis 1778), einem der Begründer der modernen Biologie. Bis zu seiner Erhebung in den Adelsstand nannte er sich Carl Nilsson Linnaeus. Er wurde als eines von fünf Kindern des Pfarrerehepaares Christina und Nils Linnaeus in Südschweden geboren (Abbildung 1). Eigentlich sollte er in die Fußstapfen seines Vaters treten und Priester werden, aber sein großes Steckenpferd war die Botanik. Diese Leidenschaft hatte er von seinem Vater geerbt, der ihn schon als vierjähriges Kind mit auf Streifzüge durch die Natur nahm und das Kinderbett seines Sohnes immer wieder mit Blumen dekorierte. Fasziniert von der Fauna und Flora seiner Umgebung, begann Linné ein Studium der Medizin. Zur damaligen Zeit bestand dieses Studium vor allem aus naturwissenschaftlichen Fächern, wie zum Beispiel der Botanik und der Biologie. Einige Zeit seines Studiums verbrachte Linné in Holland und erhielt dort im Jahre 1735 den Doktortitel der Medizin. Während seines Aufenthalts veröffentlichte er verschiedene Werke, und es gelang ihm als erster Mensch in Europa, Bananen zu züchten.

Carl von Linné war Mitglied in verschiedensten wissenschaftlichen Gremien. So war er zum Beispiel auch Gründungsmitglied der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaft, welche bis zum heutigen Tag den Nobelpreis für Physik und Chemie verleiht. Im Laufe seines Lebens erhielt er einige Titel, wurde zum Leibarzt des schwedischen Königs ernannt, 1757 zum Ritter geschlagen und einige Jahre später in den Adelsstand erhoben. Der größte Verdienst Carl von Linnés aber ist die Entwicklung der binären Nomenklatur, des Doppelnamensystems in lateinischer Sprache. Mit dieser Methode, die bis zum heutigen Tag die Grundlage für die wissenschaftliche Benennung aller Lebewesen und Pflanzen ist, gelang es ihm, die Natur klar zu strukturieren. Man muss eine Pflanzen- oder Tierart nicht in den verschiedensten Sprachen kennen, es reicht die lateinische Bezeichnung und jeder weiß, was gemeint ist. Zusätzlich vereinfachte er mit seinem System schon vorhandene lateinische Ausdrücke. Der Kakaobaum zum Beispiel wurde bisher mit acht Begriffen umschrieben: Arbora cacavifera americana, Amygdalus similis guatimalensis, Avelana mexicana. 2 Mit dem neuen System waren es jetzt nur noch zwei Wörter. Die Basis für die binäre Nomenklatur bildete eine künstliche Ordnung, die auf anatomischen Ähnlichkeiten ba sierte. Mit dieser Methode ordnete Linné zunächst Pflanzen (1753) und später auch Tiere (1758) ein (Abbildung 2). Für die Pflanzenwelt funktionierte Linnés System folgendermaßen: "Bei den Pflanzen wagt er den Schritt, das System auf der Anzahl der männlichen und weiblichen Geschlechtsorgane in den Blüten aufzubauen. Er tut das zu einer Zeit, da sich die Erkenntnis, dass auch Pflanzen Sex haben, noch keinesfalls durchgesetzt hat. Bald spricht er von den "Hochzeiten" der Pflanzen in ihren "Ehebetten aus Blütenblättern&l

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