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Novum Forum Nuwenmart Neuenmarckt Neumark bei Weimar Eine Kleinstadt in der Geschichte Thüringens bis zum Ende des 19. Jahrhunderts von Gutekunst, Hans (eBook)

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Novum Forum Nuwenmart Neuenmarckt Neumark bei Weimar

Der Autor beschreibt die Geschichte Neumarks bei Weimar, einer Ackerbürgerstadt, die seit ihrer Ersterwähnung im Jahr 1248 bis ins 19. Jahrhundert exemplarisch für die Geschichte einer Kleinstadt Thüringens unter landesherrlichem Einfluss und dem Einfluss eines auch eng mit dem Hof in Weimar agierenden Adels steht.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 700
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744880893
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 12840 kBytes
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Novum Forum Nuwenmart Neuenmarckt Neumark bei Weimar

2 Von "Werder" zur Stadt Neumark

Die Entwicklung der Stadt Neumark aus einer Siedlung Werder war in jüngster Zeit Gegenstand einer kurzen Abhandlung H. Wenzels "villa seu oppidum Neuwenmarckt" 19 , die Bezug auf Aussagen des Mellinger Pfarrers Gottfried Albin Wette (1697-1768) zur Geschichte der Stadt in dessen "Historischen Nachrichten" aus dem Jahr 1739 nimmt: "Neumark [...] war ehedessen nur ein Dorff, und hieß Werder. Als es aber Bischof Eberhard zu Merseburg samt den dabey gelegenen Schloß Anno 118[...] an sich kauffte, dabey auch die Marcktgerechtigkeit erlangete, nennete er es nicht mehr Werder, sondern Neumarck." 20

Dieser Aussage zur Gründungsgeschichte Neumarks schließen sich sowohl Constantin Kronfeld 21 als auch H. Henschel 22 mit ihren, -neben denen H.Wenzels- etwas ausführlicheren Beiträgen zur Geschichte Neumarks an.

Die Topographie Neumarks, Namensgebung und Siedlungsgeschichte geben Anlass, der Darstellung Wenzels zu folgen. Von einer frühen Besiedlung der Landschaft im Nordwesten Neumarks zeugen steinzeitliche Oberflächenfunde: Steingeräte und Schnurkeramik.

Der Bau der erwähnten ICE-Trasse zeitigte im Gegensatz zu seinen umweltschädigenden Auswirkungen in historiographischer und archäologischer Hinsicht positive Ergebnisse, indem Funde aus der Jungsteinzeit bis in das frühe Mittelalter die Gegend um Neumark als altes Siedlungsgebiet ausweisen: Neben Funden in Krautheim aus der Jungsteinzeit und Bronzezeit wurde auch zwischen Berlstedt und Neumark eine Siedlung aus der frühen Bronzezeit entdeckt. 23

Im Süden der heutigen Stadt befand sich eine Siedlung der römischen Kaiserzeit, die -nach den dort gefundenen Scherbennoch im 8.-10.Jahrhundert bewohnt war. Zwischen dieser Siedlung im Süden der Stadt, dem teilweise wüst und teilweise in das spätere Stadtbild einbezogenen Niederdorf und dem im Norden Neumarks ehemals bestehenden Oberdorf entwickelte sich die heute existierende Stadt Neumark. 24 Das Oberdorf (heute wüst) ist "[a]ls Dorf und vorstädtischer Siedlungskern Neumarks, unmittelbar vor der Stadt gelegen, [...] urkundlich von 1326 (vgl. unten) bis 1487 und durch Oberflächenfunde vom 8./9. bis zum 16. Jahrhundert als bewohnter Ort nachgewiesen. Er besaß im 14. Jh. eine Filialkirche [...]. 1506 wird die Kirche des Oberndorfes im Subsidienregister nicht mehr erwähnt, das Dorf selbst laut Türkensteuerregister 1542 nicht mehr bewohnt." 25

Der Ortsname Werder, aus dem althochdeutschen 'weridare' abgeleitet, "bezeichnet die Bewohner einer Insel, Halbinsel oder eines anderen, erhöht gelegenen Geländes inmitten eines Sumpfes oder Sees". 26

Die oben erwähnten älteren sowie die neuesten Funde zur Siedlungsgeschichte beim Bau der ICE-Trasse in der näheren Umgebung Neumarks und die vorhandenen Untersuchungen zur Siedlunggeschichte im Norden Weimars lassen eine annähernd korrekte Beschreibung der Gründung Neumarks zu. 27

Die Gegend um Neumark ist in der frühen Steinzeit (ca.3000-1700 v.d.Ztw.) durch Schnurkeramiker besiedelt (Buttelstedt, Vippachedelhausen). Siedlungen der älteren Bronzezeit (1770-1250 v.d.Ztw.) sind in Buttelstedt, die der mittleren und jüngeren Bronzezeit im Übergang zur Brandbestattung in Berlstedt und Buttelstedt belegt.

Die Eisenzeit (ca.800 v. d. Ztw.- Ende 1. Jh. n. d. Ztw.) ist im beschriebenen Gebiet durch das Zurückdrängen der Kelten durch Germanen und Verschmelzung beider Ethnien geprägt. Die das Gebiet besiedelnden elbgermanischen Hermunduren, Rhein-Weser-Germanen und nordgermanische Angeln und Warnen bilden bis zum 4./5.Jahrhundert den Volksstamm der Thüringer.

In den dem Untergang des Thüringerreiches 531 folgenden Jahrhunderten bis etwa 800 wird auf den fruchtbaren Lößböden nördlich des Ettersberges eine Reihe von Siedlungen an der via regia (Hohe Straße) auf -stedt gegründet oder neu bezeichnet wie Buttelstedt, die auße

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