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Reden, die unsere Welt veränderten Mit einer Einführung von Simon Sebag Montefiore

  • Erscheinungsdatum: 27.10.2019
  • Verlag: Insel Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Reden, die unsere Welt veränderten

"I have a dream" - Martin Luther Kings epochemachende Rede ist nur ein Beispiel für die Macht, mit der das gesprochene Wort in die Geschichte der Menschheit eingegriffen hat. Aussichtslosen Situationen haben solche Reden ebenso Ausdruck gegeben wie großen Hoffnungen und Visionen. Sie haben Leidenschaften - im Guten wie im Bösen - entfesselt, aber auch zur Besinnung aufgerufen, haben Wendepunkte der Geschichte markiert, Epochen beendet und Entwicklungen losgetreten. Das Wort von "Blut, Schweiß und Tränen", mit dem Winston Churchill seine Nation auf den Widerstand gegen Hitler einstimmte, ist dafür ebenso ein Beispiel wie Abraham Lincolns Gettysburg Address, Nelson Mandelas Rede nach dem Wahlsieg des ANC, Richard von Weizsäckers Rede zum 40. Jahrestag des Ende des Zweiten Weltkriegs am 8. Mai 1985 oder in neuerer Zeit Ansprachen von Papst Franziskus,Wladimir Putin oder Malala Yousafzai Dieser Band enthält 64 der berühmtesten Reden aller Zeiten, mit Biografien der Redner und einer Einführung zum Kontext und zur historischen Bedeutung der jeweiligen Rede. Mit einer Einführung des britischen Historikers und Bestsellerautors Simon Sebag Montefiore ( Jerusalem. Die Biographie; Der junge Stalin ).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 335
    Erscheinungsdatum: 27.10.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783458764076
    Verlag: Insel Verlag
    Serie: insel taschenbuch 4768
    Originaltitel: Speeches that changed the world
    Größe: 96131 kBytes
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Reden, die unsere Welt veränderten

GEORGE WASHINGTON

Abschiedsrede des Präsidenten, 17. September 1796

Als erster Präsident der Vereinigten Staaten und als Kommandeur der Kontinentalarmee, die für das Land die Unabhängigkeit erkämpfte, nimmt George Washington eine einzigartige Stellung in der amerikanischen Geschichte ein. In zwei Amtsperioden diente er dem Land als Präsident, und er hätte sich nochmals wiederwählen lassen können, denn damals gab es in dieser Hinsicht noch keine Beschränkung. Doch er entschied sich gegen diese Möglichkeit und hielt am 17. September 1796 seine gutdurchdachte Abschiedsrede, die zwei Tage später auch in gedruckter Form erschien - ein wegweisendes Dokument amerikanischer Prinzipien, das weite Verbreitung fand und viele Jahre alljährlich im Kongress erneut verlesen wurde.

Die Rede enthält zwei Hauptstoßrichtungen. Erstens betonte Washington als Führer einer jungen, aus der Hitze der Revolution hervorgegangenen Nation die Notwendigkeit der Einheit zwischen den Bundesstaaten, Parteien und Bürgern, aus denen die Union bestand. Er hob die Werte, den Glauben und die Kultur hervor, die allen gemeinsam waren. (Natürlich sprach er nicht zu den afroamerikanischen Sklaven und den "Indianern", sondern zu den Amerikanern europäischer Abstammung, der Bürgerschaft.) In Washingtons Augen musste das Wort "vereinigt" sakrosankt sein und über allen internen Streitigkeiten oder Meinungsverschiedenheiten stehen, wenn die Vereinigten Staaten überleben und gedeihen sollten. Es war eine Botschaft an beide politischen Partien, an die Föderalisten und an Thomas Jeffersons Republikaner.

Ein großer Teil der Rede befasste sich mit Außenpolitik. Nach Ansicht Washingtons war es für die Vereinigten Staaten von entscheidender Bedeutung, sich aus Bündnissystemen herauszuhalten und keinem ausländischen Staat den Vorzug gegenüber anderen zu geben. Seine Rede fiel in eine Zeit, als Europa von den Nachwirkungen der Französischen Revolution erschüttert wurde und Napoleon Italien eroberte. Auf ihrem eigenen Kontinent blieben die Vereinigten Staaten eingezwängt zwischen Britisch-Kanada und den immer noch unter französischer oder spanischer Herrschaft stehenden Territorien. Einerseits fühlten sich viele in den Vereinigten Staaten trotz der Revolution in kultureller Hinsicht weiterhin als Briten und neigten zu einer Unterstützung Britanniens. Diese Haltung herrschte bei den Föderalisten vor. Andere dagegen - vor allem bei den Republikanern - fühlten sich zu den republikanischen Idealen Frankreichs hingezogen, zumal Frankreich den amerikanischen Unabhängigkeitskampf unterstützt hatte. Washington schlug nun vor, sich prinzipiell neutral zu verhalten. Das sollte bis ins 20. Jahrhundert hinein ein Grundsatz der amerikanischen Außenpolitik bleiben. Aufgrund seiner eigenen langen Erfahrung hatte Washington gute Gründe für diesen Rat, hatte er doch selbst aktiv am Franzosen- und Indianerkrieg (1754-1763) teilgenommen, dem blutigsten amerikanischen Krieg des 18. Jahrhunderts. Dieser Krieg war der nordamerikanische Ausläufer eines umfassenderen Konflikts (des Siebenjährigen Kriegs), in dem die Briten schließlich im Kampf um die Vorherrschaft in den nordamerikanischen Kolonien die Franzosen besiegten. Für manche Historiker ist der Siebenjährige Krieg der erste "Weltkrieg". Washington bewies in diesem Krieg seine Tapferkeit und die ihm eigenen militärischen Fähigkeiten.

In den 1760er und 1770er Jahren konnte er seine Tage etwas friedlicher mit der Verwaltung seiner reichen, vom Vater geerbten Ländereien in der Umgebung von Mount Vernon und als Abgeordneter im Bürgerhaus von Virginia verbringen. Als einer der Vertreter Virginias nahm er 1774 und 1775 am Kontinentalkongress teil, der die Unzufriedenheit der Kolonisten mit der britischen Politik zum Ausdruck bringen sollte. Als die Unzufriedenheit in Krieg umschlug, war Washington der naheliegende Kandidat für die Führung der eilig zusammengestellten Kontinentalarmee.

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