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Unerschrockene Frauen von Wunderlich, Dieter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2013
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Unerschrockene Frauen

Sie erkämpften sich Privilegien und entrüsten Spießbürger damals wie heute. "Unerschrockene Frauen" porträtiert sechzehn Aufsehen erregende Persönlichkeiten, die bis heute für ihre mutige Unkonventionalität bewundert und gefürchtet werden. Eine spannende Reise in die skandalumwitterte Welt mutiger Provokateurinnen wie Lou Andreas-Salomé, Anaïs Nin, Hildegard Knef, Brigitte Bardot, Nina Hagen oder Madonna.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 16.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492961141
    Verlag: Piper
    Größe: 1700kBytes
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Unerschrockene Frauen

Germaine de Staël (1766 - 1817) "Ein Leben hemmungsloser Intensität" Germaine de Staël beeindruckte Männer weniger mit ihrem Aussehen als durch Klugheit und Gewandtheit in der Argumentation. Ohne sich um das Gerede der Leute zu kümmern, wählte sie ihre Liebhaber aus den Reihen zahlreicher Bewunderer. August Wilhelm Schlegel war der exzentrischen Intellektuellen bis zur Selbstaufgabe ergeben. Napoleon hingegen hasste sie und verbannte seine einflussreiche Widersacherin, die sogar mit dem russischen Zaren gegen ihn konspirierte und mit dazu beitrug, dass sich eine übermächtige Allianz in Europa bildete, die ihn schließlich militärisch besiegte und politisch vernichtete. Germaine wurde am 22. April 1766 in Paris als einziges Kind des aus Genf stammenden erfolgreichen Bankiers Jacques Necker und dessen Ehefrau Suzanne geboren. Ihr Großvater Karl Friedrich Necker war von Küstrin nach Genf gezogen und dort zum Professor für öffentliches Recht berufen worden, hatte seine Vornamen in Charles Frédéric geändert und Jeanne Gautier geheiratet, eine Tochter des Syndikus der unabhängigen Republik Genf. Jacques, der jüngere der beiden Söhne des Ehepaars, verließ mit 15 Jahren die Schule und begann eine Banklehre. In der Pariser Filiale des Geldinstituts brachte er es zum Teilhaber. Einige Monate, bevor er zum alleinigen Direktor des Bankhauses avancierte, heiratete er am 28. November 1764 die sieben Jahre jüngere, umfassend gebildete Tochter eines calvinistischen Pastors, Suzanne Curchod, die als Erzieherin des Sohnes einer reichen Witwe nach Paris gekommen war. Schon als Kind saß Germaine Necker jeden Freitag kerzengerade auf einem Hocker neben ihrer Mutter, die in ihrem Salon bedeutende Persönlichkeiten des kulturellen Lebens empfing und mit ihnen anspruchsvolle Konversation pflegte. "Sie [Germaine] verwandelte den hölzernen Schemel in eine Schulbank und erkor die Aufklärer zu ihren Lehrern und Vorbildern. Freigeister und Religionskritiker wie die Philosophen Denis Diderot und Jean Le Rond d'Alembert, Schriftsteller wie Jean-François de Marmontel und Friedrich Melchior von Grimm, Publizisten, Kritiker, Ökonomen und Dichter, die sich jeweils freitags im Hause Necker einfanden, machten auf das kleine Mädchen einen unauslöschlichen Eindruck." Ihre rasche Auffassungsgabe ermöglichte es Germaine, aus lebhaften Diskussionen viel zu lernen. "Ihr Leben lang sollte Germaine eine Abneigung gegen die systematische Aneignung von Wissensstoff beibehalten, gegen lange und konzentrierte Versenkungen, die sie ermüdeten." Das Mädchen war gerade einmal elf Jahre alt, als die Mutter es ins Theater mitnahm. "Germaines wacher Verstand wurde in dieser Erziehung aufs Äußerste kultiviert und gefördert, doch das Kind in ihr wurde erdrückt, die Kindheit gleichsam übersprungen."Suzanne Necker, die ihre Entbindung als traumatisch erlebt hatte und deshalb keine gefühlstiefe Beziehung zu ihrer Tochter zu entwickeln vermochte, überforderte das Kind. Bereits im Alter von 13 Jahren erlitt Germaine denn auch einen Nervenzusammenbruch. Zur Erholung schickte Jacques Necker seine Tochter im Sommer 1779 auf sein Landgut in Saint-Ouen bei Paris. "Der Hunger nach Liebe, der Germaine ein Leben lang umtreiben sollte, mit panischen Anwandlungen und emotionalen Erpressungen ihrer Partner, Ohnmachtsanfällen und Selbstmorddrohungen hat seine Ursache in diesen Wechselbädern aus Überbeanspruchung und emotionaler Zurückweisung im Gefühlsleben des Kindes." Jacques Necker hatte einige Jahre zuvor seine Tätigkeit als Bankier beendet. 1776 war der Gesandte der Republik Genf von König Ludwig XVI. faktisch zum Finanzminister bestellt worden. "Germaine Necker erlebte ihren häufig abwesenden Vater in diesen Jahren in einer permanenten Position der Erhöhung: weihrauchumwölkt im Salon seiner Frau, von der Nation verehrt, vom französischen Volk und von europäischen Monarchen als Retter gepriesen. Sie hatte da keine gesunde Distanz mehr und vermisc

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