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31 v. Chr. Antonius, Kleopatra und der Fall Ägyptens von Stuttard, David (eBook)

  • Verlag: wbg Theiss
eBook (ePUB)
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31 v. Chr.

Nur ein einziges Mal in der Geschichte, im Epochenjahr 31 v. Chr., standen sich Rom und Ägypten in einer Seeschlacht gegenüber. Für beide Supermächte ging es um Sieg oder Untergang. Octavian, der spätere Augustus, traf an der Küste vor Actium auf den "Verräter Roms" - wie er Marcus Antonius in seiner Propaganda nannte - und dessen Geliebte Kleopatra, die gemeinsam eine ägyptisch-römische Dynastie planten. Die Schlacht war der Höhepunkt einer langen historischen Entwicklung. Nach stundenlangem Kampf waren Kleopatra und Antonius zur Flucht gezwungen; mit Kleopatras Selbstmord endete die Ära der Ptolemäer, der Nach-folger Alexanders des Großen in Ägypten. Octavian wurde in der Folge zum unumschränkten Herrscher über Rom und verleibte sich Ägypten ein; damit war die lange Zeit der Bürgerkriege beendet. Seine Nachfolger erweiterten mit immer neuen Kriegszügen das riesige römische Imperium. Lebendig und kenntnisreich schildern die Autoren diese historische Wende aus Sicht der beiden charismatischen Protagonisten Antonius und Kleopatra.

Sam Moorhead ist "National Finds Advisor" am British Museum, London, und insbesondere verantwortlich für die numismatische Sammlung.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 184
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806227338
    Verlag: wbg Theiss
    Größe: 10718 kBytes
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31 v. Chr.

KAPITEL 1

Afrikanische Königin

ALEXANDRIA, ÄGYPTEN: MITTE SEPTEMBER 31 V. CHR.

D er Morgen bricht an, die Stadt erwacht, es ist bereits warm. 1 Während die Sonne immer höher steigt, lassen ihre Strahlen die Umrisse der Gebäude und Monumente schärfer und schärfer hervortreten, die Teil dieser als großes Raster auf einer flachen Landzunge angelegten Stadt sind. Auf dem Meer strahlt das Licht der Sonne bereits heller als die langsam verglimmenden Flammen des Pharos, des marmornen Leuchtturms, der sich an Steuerbord erhebt; seine Spiegel thronen hoch über den Masten der Schiffe, die sich langsam innerhalb der sicheren Mauern des Hafens bewegen.

Käme ein Besucher zum ersten Mal hierher, auf einem solchen Schiff, an einem solchen Morgen, er würde mit offenem Mund staunen. Was betrachtet er wohl zuerst? An Backbord den Königspalast, der sich bereits scharf gegen die aufgehende Sonne abhebt, die Machtbasis der Ptolemäer, mit seinem eigenen königlichen Hafen, ein Ortsagenhaften Reichtums, mit marmornen Kolonnaden, Plätzen mit kühlenden Springbrunnen, unschätzbar wertvollen Statuen und kostspieligen Wandbehängen - unermesslichem, erstaunlichem Luxus.

Ein Schiff fährt am Pharos vorbei, Münze des Commodus (180-192 n. Chr.)aus einer Kupferlegierung, geprägt in Alexandria, Durchmesser 2,4 cm. British Museum, G.2429.

Überall finden sich Spuren der Ptolemäer, nicht zuletzt hier an der Hafeneinfahrt, wo zwei Statuen aus Rosengranit über die sich nähernden Schiffe wachen, in beinahe achtfacher Lebensgröße - beide stellen ehemalige Königinnen dar, beide mit dem Namen Kleopatra.

Dann schweift der Blick vom Palast aus in Richtung Süden, und man erblickt die Stadt selbst: das Theater auf dem Hügel, den Tempel des Poseidon (des griechischen Meeresgottes), das große Kaisareion, den massiven, von Säulenhallen umgebenen Komplex, erbaut im Auftrag der jetzigen Königin, zu Ehren ihres Mannes, des mächtigsten Mannes der Welt. Die Docks und Lagerhäuser erstrecken sich weit entlang der Uferpromenade, schon zu dieser frühen Stunde herrscht hier ein reges, geschäftiges Treiben (wenn es auch am heutigen Tag ein wenig lauter und ruppiger zugehen mag, wo doch alle wissen, dass das Schicksal ihrer Stadt am seidenen Faden hängt).

Im Dunst der Ferne erstreckt sich der lange, gewölbte Damm des Heptastadion, das das Festland mit der Insel Pharos verbindet, auf der der Tempel der Universalgöttin Isis steht und der Leuchtturm, der sich mehr als 120 Meter hoch in den hellen Himmel erhebt; und jenseits des Heptastadion ein weiterer Hafen, seine ferne Skyline mit Masten gespickt - Eunostos, der "Hafen der sicheren Rückkehr".

Der Eingang zum Großen Hafen der Antike (heute Osthafen) in Alexandria, von der Insel Pharos aus gesehen.

Als sein Schiff sich immer mehr der Küste näherte, mag unser Besucher auch an all die anderen Sehenswürdigkeiten gedacht haben, die er bald erblicken würde. Er wird gewusst haben, dass Alexandria berühmt war für seine breiten, luftigen Boulevards, sein Straßennetz, deren Raster drei Jahrhunderte zuvor angelegt worden war, als der junge Alexander, inzwischen bekannt als "der Große", auf einem Feldzug hierherkam und beschloss, auf dem Gelände eines pharaonischen Fischerdorfs eine neue Metropole zu errichten. Alexander ließ sich diesen Ort zuweisen: nahe genug am Nildelta, um den Handel mit dem ägyptischen Kernland zu kontrollieren, ausreichend entfernt, dass er nicht durch das jährliche Nilhochwasser überflutet würde. Er überließ das Design seinem Chefarchitekten Dinokrates, der seinerseits ein hervorragendes Team zusammenstellte, aus spezialisierten Technikern, Ingenieuren und Fachkennern der Hydraulik, deren Know-how dafür sorgte, dass ebenso stetig das Wasser durch die niedrig gelegene Stadt floss, wie durch ihre sommerlichen Straßen eine frische Brise

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