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Das Geheimwissen der Kelten von Birkhan, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 22.09.2015
  • Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
eBook (ePUB)
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Das Geheimwissen der Kelten

Die Kelten gelten heute oft als ebenso geheimnisvolles Barbarenvolk Alteuropas, das man gerne als die eigenen Ahnen ansieht. Sehr oft verbindet man sie auch mit einem ganz speziellen, angeblich sehr naturnahen Geheimwissen. Das Buch untersucht die allfälligen kulturellen und historischen Spuren dieses Geheimwissens, dessen Träger im Altertum der Priesterstand der Druiden war. Als das Druidentum mit der Christianisierung obsolet wurde, erscheinen vor allem die Barden als Verwalter geheimen Wissens, das sich besonders in Wales geradezu zu einer Art Bardenideologie und -theologie entwickelte. Diese leben bis heute in nationalwalisischen Veranstaltungen, bei denen dann auch wieder Druiden' als historistische Reminiszenz auftreten, aber auch in bestimmten Freimaurerorden weiter. Prof. Dr. Helmut Birkhan wurde 1938 in Wien geboren. Der Autor ist Wirkliches Mitglied der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, sowie Auswärtiges Mitglied der Akademien in Heidelberg und Oslo. Seine Spezialgebiete umfassen die Keltologie, der er sich vor allem in seiner Habilitationsschrift 'Kelten. Versuch einer Gesamtdarstellung ihrer Kultur' widmete, die Germanistik mit dem Schwerpunkt auf der Deutschen Literaturen des hohen und späten Mittelalters und der Germanischen Sprache vom Indogermanischen bis ins Mittelhochdeutsche. Nach seiner Emeritierung im Herbst 2006 lehrt er weiterhin an der Universität Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 256
    Erscheinungsdatum: 22.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843804257
    Verlag: Edition Erdmann in der marixverlag GmbH
    Größe: 2756 kBytes
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Das Geheimwissen der Kelten

Das Geheimwissen der Druiden,
Magier und Seher im Altertum

"no species of superstition was ever

more terrible than that of the Druids"

(David Hume, The History of England,

London 1761, I, 4)

Zunächst stehen uns schriftliche Quellen zur Verfügung. Sie kommen ganz überwiegend von antiken Autoren (etwa ab dem 2. Jh. v. Chr.) und gehören daher in die Kategorie der objektiven Esoterik, es sei denn, sie berufen sich tatsächlich glaubhaft auf keltische Meinungen. Die insulare Tradition liefert dagegen eher problematische Zeugnisse, die zwar nicht zu vernachlässigen, aber doch mit Vorsicht heranzuziehen sind, weil sie ja schon aus christlicher Zeit stammen. Daneben gibt es natürlich eine Fülle archäologischer Funde, die sich im Gegensatz zu den schriftlichen ständig vermehren, aber einer besonderen Interpretation bedürfen und kaum jemals zweifelsfrei auf druidischen Zusammenhang weisen.
Poseidonios von Apameia und C. Iulius Caesar

An prominentester Stelle unter unseren Informanten aus dem Altertum über den exklusiven Druidenorden steht C. Iulius Caesar (100–44), der sich allerdings nicht als erster antiker Autor für die gallischen Lebensumstände und für die Druiden, Seher und Dichter interessierte.

Ein Menschenleben älter war der stoische Philosoph Poseidonios aus dem syrischen Apameia am Orontes, der in Athen studiert und eine Reihe von Forschungsreisen durchführt hatte, wobei er sich längere Zeit im keltischen Gebiet der Gallia Narbonensis aufhielt. Er bekleidete 87/86 v. Chr. ein hohes Staatsamt und wirkte zuletzt als Lehrer in Rhodos, wo ihn auch M. Tullius Cicero im Jahr 77 besuchte. Seine Universalgeschichte in 52 Bänden ist allerdings weitgehend verloren. Im 23. Buch dieses Werkes befand sich ein Exkurs über die Kelten, dem vor allem die südgallischen Verhältnisse zugrunde lagen. Darin bemüht er sich um eine objektive Darstellung, die jedoch alles andere als keltophil ist, ja an mehreren Stellen durchaus voll Abscheu über das Barbarentum der Kelten herzieht. Exzerpte aus seinem verloren gegangenen Werk finden wir besonders beim Historiker Diodorus Siculus (1. Jh. v. Chr.), dem Geographen Strabon (ca. 63 v.Chr.-19 n. Chr.) und dem Rhetor Athenaios (Ende des 2.-Anfang des 3. Jh.s). Im Gegensatz zu Caesar, der seinen Rechenschaftsbericht "Über den gallischen Krieg" ( De bello Gallico ) im Winter 52/51 als Stratege und Feldherr verfasste, aber dennoch erstaunlich viel Interesse für Land und Leute aufbrachte, wobei er das aussparte, was schon bei Poseidonios stand, schrieb dieser mit durchaus philosophisch-ethnologischem Interesse.

Wie ein Zeugnis des Poseidonios aussieht und wie es sich in der antiken Ethnographie entwickelte, möchte ich zunächst am Beispiel der Kopfjagd veranschaulichen, die den griechischen Philosophen durchaus befremdete. Wenn sie auch da und dort bei anderen Barbarenstämmen vorkam, so galt und gilt sie doch als ein keltisches Spezifikum, wobei mir allerdings der Begriff "Kopftrophäe" angemessener scheint, weil die Erbeutung des Hauptes als Siegeszeichen angesehen wurde, aber nicht Selbstzweck war.

So zitiert Diodor Poseidonios (5, 29,4f.): "Den gefallenen Feinden schneiden sie die Köpfe ab und hängen sie ihren Pferden um den Hals." [So in der Schlacht bei Clusium (295 v. Chr.), wie Livius berichtet (10, 26,11; H2 168)]. "Die noch blutverschmierte Beute geben sie ihren Dienern, die sie als Trophäe herumtragen. Sie stimmen den Paian an und singen ein Siegeslied. Diese Erstlingsopfer der Schlacht nageln sie an ihre Häuser, als hätten

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