text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Die Kelten Geheimnisse einer versunkenen Kultur - Ein SPIEGEL-Buch

  • Erscheinungsdatum: 02.04.2018
  • Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
eBook (ePUB)
16,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Die Kelten

Krieger, Künstler und Druiden - die Welt der Kelten Sie lebten im Mitteleuropa der Eisenzeit. Sie hinterließen prächtige Schätze und beeindruckendes Kunsthandwerk. Die Römer fürchteten ihre Krieger. Doch bis heute rätseln Forscher: Wer waren die Kelten? Wie lebten und an was glaubten sie? SPIEGEL-Autoren und Experten nähern sich in diesem Buch der rätselhaften Kultur der Kelten, oft ausgehend von konkreten Orten und Fundstellen. Sie tragen die Erkenntnisse und Vermutungen von Archäologen, Keltologen und Sprachwissenschaftlern zusammen und versuchen so, ein Bild des Lebens vor 2500 Jahren zu zeichnen. Und sie zeigen auf, welche Rätsel diese geheimnisvolle Kultur, die große Teile Europas vom 6. Jahrhundert vor Christus bis zu Caesars Sieg über die Gallier prägte, noch immer umgeben.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 02.04.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641222932
    Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt
    Größe: 12762 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Die Kelten

Wenn bloß der Himmel nicht einstürzt

387 v. Chr. rücken keltische Krieger auf Rom vor. Die Angst vor den Barbaren schlägt sich in der antiken Geschichtsschreibung nieder - und prägt für lange Zeit das Keltenbild.

Von Cord Aschenbrenner

D er Lärm ist schwer zu ertragen. Das heisere Kriegsgeschrei der Kelten kurz vor dem Angriff soll den in langen Schlachtreihen aufgestellten Römern Angst einjagen und den eigenen Kampfgeist anstacheln. Aus der Poebene sind die struppigen, hünenhaften Krieger in Richtung Süden gezogen; so gewaltig war ihr Krach, dass die Bewohner der bukolischen Landschaft Mittelitaliens, die Etrusker, sie schon aus großer Entfernung hören konnten.

Für die Bauern ist das anhaltende Lärmen der riesigen, grobschlächtigen Kelten, sind die quäkenden Töne ihrer langen Kriegstrompeten so etwas wie ein bedrohliches Erkennungszeichen. Auch ihre Gesänge auf dem Weg nach Süden sind beunruhigend: Als "misstönend" beschreibt sie später der um die Zeitenwende lebende römische Historiker Titus Livius in seiner römischen Stadt- und Staatsgeschichte "Ab urbe condita". Jetzt stehen sie am Flüsschen Allia, einige Kilometer nördlich von Rom, den römischen Truppen gegenüber.

Es ist wohl der 18 . Juli 387 v. Chr., als sich die römischen Regimenter in Phalanx-Ordnung den Kelten entgegenstellen. An der Allia sollen die Barbaren unter ihrem Anführer Brennus aufgehalten, vernichtet oder zur Umkehr gezwungen werden, nachdem sie vorher schon die weiter nördlich gelegene Stadt Clusium belagert haben.

Die Kelten aber, Livius nennt sie Gallier - in Anlehnung an Julius Caesar -, überrennen die Römer einfach. Brüllend stürmen die großen Männer auf die Legion zu, manche von ihnen nackt, geschmückt mit Armreifen und Halsbändern. Andere haben ihre Gesichter mit Kalk beschmiert, die blondierten Haare nach oben gebürstet. Viele tragen mannshohe Schilde, die meisten schwingen Langschwerter mit zwei Schneiden. Die Römer, keine Berufssoldaten, sind dieser Attacke nicht gewachsen. Kurz halten sie stand, dann fliehen sie in Panik vom Schlachtfeld oder werden dort getötet.

Es ist die erste ernsthafte Begegnung der Römer mit den Kelten. Zwar hatten bereits seit etwa 500 v. Chr. keltische Stämme die Alpen überquert und sich in der Poebene niedergelassen, doch in der Wahrnehmung der Römer spielten sie lange keine Rolle. Erst, als sich Brennus mit seinen Truppen in Richtung Süden aufmacht, geraten die barbarischen Krieger in den Blick.

Auf die römischen Truppen müssen die Kelten schon allein wegen ihrer äußeren Erscheinung ähnlich Furcht einflößend gewirkt haben wie die nordamerikanischen Indianer auf die ersten Siedler aus Frankreich und England. Der Schrecken ob des überraschenden Angriffs, ob der überlegenen Kampfeskraft derer, die man doch für kulturlose Barbaren hielt, schlägt sich in der römischen Geschichtsschreibung nieder und bestimmt so das Bild der Kelten lange Zeit mit.

Zwischen Rom und den Kelten liegt nach der Schlacht an der Allia kein Hindernis mehr. Wenige Tage später nimmt Brennus' Heerhaufen die Stadt am Tiber bis auf das Kapitol ein - die römischen Verteidiger haben sich ohne weitere Gegenwehr in die Burg auf dem Kapitolhügel zurückgezogen. Die Bewohner Roms fliehen oder hoffen auf die Gnade der Eroberer.

Folgt man Livius, so retten nur die auf dem Hügel zu Ehren der Göttin Juno gehaltenen heiligen Gänse die Stadt vor der völligen Niederlage. Durch ihr Geschnatter warnen sie die Verteidiger des Kapitols vor den eines Nachts heranschleichenden Kelten. Der Überraschungsangriff misslingt.

Livius schreibt seine Stadtgeschichte um 25 v. Chr. nieder, also mehr als 350 Jahre nach der Eroberung Roms. Für die wirklichen Geschehnisse bei der fast geglückten Einnahme der Stadt geben seine Schilderu

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen