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Was tun, sprach Zeus Redewendungen aus der Antike von Wagner, Gerhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2013
  • Verlag: WBG Theiss
eBook (ePUB)
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Was tun, sprach Zeus

Das klassische Altertum hat deutliche Spuren in unserer Sprache hinterlassen. Das ist angesichts der immensen Bedeutung der Antike für die europäische Kultur nicht verwunderlich. Die großen Werke der griechischen und lateinischen Literatur haben viele Dichter angeregt, die antiken Mythen nachzuerzählen. Generationen von Schülern wurden geprägt durch die Lektüre von Texten, die seit 200 Jahren als Ausweis klassischer Bildung galten. ?Geflügelte Worte? sind bis heute beliebt und finden zahlreiche Leser. Gerhard Wagner stellt hier - ähnlich wie in seinem Büchlein "Das geht auf keine Kuhhaut" - bekannte Redensarten und Sprichwörter zusammen, die tatsächlich auf die Antike zurückgehen oder auf dem Umweg über die deutschen Klassiker wie Schiller oder Goethe in unsere Sprache gelangten. Auf amüsante Weise und ?ohne den Faden zu verlieren? erklärt der Autor Herkunft und ursprüngliche Bedeutung dieser Redewendungen, die heute meist zum alltäglichen Wortschatz gehören.

Gerhard Wagner promovierte mit einer Arbeit über die Dichtungstheorie in Aldous Huxleys Essayistik. Vorausgegangen war ein Studium der Fächer Englische Philologie, Neuere Geschichte und Nordische Philologie. Seit ihrer Gründung 1998 ist er Mitarbeiter in der Aldous-Huxley Forschungsstelle der Universität Münster. Hauptberuflich ist er im öffentlichen Schuldienst tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 160
    Erscheinungsdatum: 01.12.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806228175
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 15466 kBytes
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Was tun, sprach Zeus

Kapitel 2

Von Amors Pfeil bis Venusberg

Redewendungen und Begriffe aus der römischen Mythologie
"Neptun opfern"

sich bei Seekrankheit übergeben

D er griechische Götterhimmel ist bekanntlich Vorbild für den römischen gewesen. Viele der griechischen Original-Götternamen sind heute nicht mehr populär, weil sie von den viel weiter verbreiteten römischen verdrängt worden sind. Auch dem griechischen Poseidon erging es so, er wurde von seinem römischen "Kollegen" Neptun überflügelt, soweit man das von einem Meeresgott sagen kann. In der archaischen Weltvorstellung wurden die drei Naturbereiche durch Hauptgötter vertreten: Zeus/Jupiter für den Himmel, Hades/Pluto für die Unterwelt und Poseidon/Neptun für das Meer (für die Erde waren alle zugleich zuständig). Neptun, der mit seinem Symbol, dem Dreizack, dargestellt wurde, spielt auch heute noch in der Seemannsmythologie eine Rolle, neben dem Klabautermann und dem Fliegenden Holländer. Bei einem Umtrunk wird traditionell ein Glas als Opfer für ihn ins Meer geschüttet. Eher sarkastisch ist die Verwendung der Redensart, wenn bei hohem Seegang das Mittagessen partout nicht im Magen bleiben will, sondern den Weg über die Reling findet.
"Pluto" - Planet und Hund

Himmelskörper auf extremer Umlaufbahn und Comic-Köter

K ürzlich ist dem 1930 entdeckten Himmelskörper Pluto, der kleiner ist als der Erdmond, der Status eines Planeten aberkannt worden. Wegen seiner dunklen, weit von der Sonne entfernten Bahn hatte ein elfjähriges, an klassischer Mythologie interessiertes Mädchen aus Oxford damals vorgeschlagen, ihn nach dem römischen Gott der Unterwelt zu benennen. Das radioaktive Schwermetall Plutonium erhielt dann 1942 wegen seiner "infernalischen Wirkung" seinen Namen nach dem finsteren Planeten. Vergessen wir bei derart universellen Dingen aber einen berühmten Hund namens Pluto nicht. Man weiß, dass sich Disney bei der Benennung eines der beliebtesten Hunde der Comic-Kultur von dem kurz zuvor entdeckten Planeten hat inspirieren lassen; wenn man aber den hintergründigen Humor - und die durchaus auch bei Amerikanern dieser Zeit noch verbreitete klassische Bildung - des Comic-Vaters in Rechnung stellt, kann man davon ausgehen, dass es sich bei dem tollpatschigen Hund dieses Namens um eine Parodie des Höllenhundes Cerberus handeln dürfte.
"Schön wie Apoll"

göttlich gut aussehend

D ie männliche Götterwelt der Römer beeindruckte nicht durch besondere Schönheit. Andere Attribute wie Stärke, kriegerisches Wesen oder Klugheit waren wichtiger. Nur einer der Olympier stach durch seine sprichwörtliche Schönheit unter den anderen hervor: Apollo, bei den Griechen Apollon genannt, Sohn des Jupiter und der Latona und Zwillingsbruder der Göttin Diana. Apollo war der jugendlich schöne Gott des Lichts, der Heilung und Reinheit, aber auch der Künste, insbesondere der Musik, der Dichtkunst und des Gesangs. Besonders populär war er als Gott der Weissagung - sein bekanntestes Heiligtum war Delphi, das wichtigste Orakel der Antike. Der mittlerweile seltene Apollofalter (Parnassius apollo) hat seinen Namen von dem dem Gott geweihten Musenberg Parnassos in Mittelgriechenland, an dessen Fuß Delphi liegt.
"Der Rheinische Merkur"

westdeutsches Nachrichtenblatt

W ieso nennen sich Zeitungen nach einem römischen Gott? Der Rheinische Merkur, der Münchner Merkur und eine überregionale Monatszeitschrift haben diesen Namen gewählt, weil Merkur als Götterbote unter anderem dafür zuständig war, Nachrichten in kürzester Frist unter den anderen Göttern, die oft weit vom Olymp entfernt unterwegs waren, zu verbreiten. Dafür hatte er als Hilfsmittel - ein Zeichen dafür, dass auch Götter nicht allmächtig sind - die berühmten geflügelten Schuhe und einen ebensolchen Helm auf

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