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Der Aufstand 17. Juni 1953 von Knopp, Guido (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.11.2013
  • Verlag: Edel Elements
eBook (ePUB)
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Der Aufstand

Kaum ein Datum in der Geschichte der beiden deutschen Staaten ist so zur Legende geworden wie der 17. Juni 1953. In der Bundesrepublik wurde dieser Tag zum Symbol - für den Kampf aller Deutschen um Freiheit und Demokratie. In der DDR hingegen versuchte das Regime, die Erinnerung daran auszulöschen. Das Geschehen und seine Hintergründe wurde bisher weder in einer großen Fernsehdokumentation noch in einer bedeutenden populären Buchpublikation gewürdigt - dabei war es einer der Meilensteine deutscher Nachkriegsgeschichte. Wer wäre besser geeignet, diese Lücke zu schließen, als Guido Knopp? In seinem Werk schildert er die Ereignisse um diesen historischen Tag in all ihrer Dramatik. Er erzählt, wie sich die Wut der aufgebrachten Massen entlud, wie sie für freie Meinungsäußerung und freie Wahlen auf die Straße gingen. Ohne das Eingreifen der Sowjetpanzer wäre der Aufstand erfolgreich verlaufen - und die Einheit vielleicht früher gekommen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 29.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783955302658
    Verlag: Edel Elements
    Größe: 1294 kBytes
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Der Aufstand

Der "Neue Kurs"

Was sie denn davon hielten, fragte Lawrentij Berija am 27. Mai 1953 fast beiläufig die Mitglieder des sowjetischen Ministerrates, wenn man den Sozialismus in der DDR über Bord werfe? Wie es denn wäre, die Gleise für ein vereinigtes, neutrales und nicht sozialistisches Deutschland zu stellen? Seine Zuhörer glaubten zunächst, sie hätten sich verhört. Außenminister Wjatscheslaw Michajlowitsch Molotow erinnerte sich später, dass Berija sich von den verblüfften Gesichtern um ihn herum nicht hatte beirren lassen, sondern völlig ungerührt weitergeredet habe. "Alles, was wir wollen, ist ein friedliches Deutschland, und dabei spielt es keine Rolle, ob es sozialistisch ist oder nicht." Seit Stunden schon hatten die Politiker über die alarmierenden Flüchtlingszahlen in der DDR und die prekäre finanzielle Situation des westlichsten Trabanten debattiert. Die meisten plädierten für eine sanfte Kurskorrektur. Aber würde das reichen?

Die DDR schlingerte nun schon seit Monaten am wirtschaftlichen Abgrund, und noch immer war keine Besserung in Sicht. Berijas Gedankengang war eigentlich simpel: Wenn der Sozialismus in der DDR tatsächlich nicht durchzusetzen war, man also das halbe Deutschland nicht ganz bekommen konnte, war es dann nicht besser, das ganze Deutschland halb zu haben? Nicht, dass dieser Gedanke gänzlich neu gewesen wäre. Selbst der "weise Vater der Völker" hatte ihn schließlich ein Jahr zuvor mehr oder minder ernsthaft vorgetragen. Während Stalins "Angebot" aber noch mit einer Kette von Bedingungen verknüpft gewesen war, schien Berija den Trabanten jetzt einfach fallen lassen zu wollen. "Die DDR?", fragte er in die Runde, wie sich der spätere Außenminister Gromyko erinnerte. "Die ist nicht einmal ein richtiger Staat. Sie wird nur durch sowjetische Truppen aufrecht erhalten, auch wenn wir sie Deutsche Demokratische Republik nennen." Wie recht er damit hatte, würde sich wenige Wochen später zeigen.

Mit dem Frühjahr 1953 hatte das Eis in Moskau zu schmelzen begonnen. Die Fesseln, mit denen der Diktator das Land fast drei Jahrzehnte kujoniert hatte, lockerten sich. So öffneten sich für Häftlinge, die zu weniger als fünf Jahren verurteilt waren, unerwartet die Lagertore. Auch diejenigen, die in den letzten Tagen vor Stalins Tod verhaftet worden waren, kamen frei, dazu Zehntausende politischer Häftlinge. Die Kremlärzte, die Stalin unter dem Vorwurf, sie seien für den Tod führender Politiker verantwortlich, hatte einkerkern lassen, wurden rehabilitiert. Das alles waren deutliche Zeichen, dass die neuen Herren im Kreml Schluss machen wollten mit stalinistischer "Säuberung" und willkürlicher Verfolgung im eigenen Land.

Und auch nach außen hin wurde eine andere Gangart eingeschlagen. Trotz aller Querelen wussten Stalins Diadochen, dass der Tod des Diktators sie in eine höchst prekäre Situation manövriert hatte. Sosehr man ihn auch gehasst hatte: Josef Stalins eiserne Hand hatte das riesige Reich zusammengehalten. Auf internationalem Parkett jedoch hatte der Diktator das Land isoliert. Es war an der Zeit, versöhnlichere Töne anzuschlagen, wollte man nicht im Eiskeller des Kalten Krieges erstarren. Und die zarten Versöhnungsfühler, die die Kremlherren nach Westen ausstreckten, wurden von der internationalen Diplomatie sofort registriert.

Als nur wenige Tage nach Stalins Tod, am 12. März 1953, ein britisches Flugzeug in den Luftkorridor über der DDR eindrang und von den Sowjets abgeschossen wurde, hielt der Westen bereits die Luft an. Solche Vorfälle hatten in der Vergangenheit immer wieder zu prekären Situationen geführt. Zu bl

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