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Der Auschwitz-Prozess Ein Lehrstück deutscher Geschichte von Dobrawa, Ralph (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.09.2013
  • Verlag: Das Neue Berlin
eBook (ePUB)
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Der Auschwitz-Prozess

Im Dezember 2013 jährt sich zum 50. Mal der Auschwitz-Prozess. Vor Gericht in Frankfurt/Main standen 22 ehemalige SS-Angehörige jenes Konzentrationslagers, das zum Synonym für den Holocaust wurde - eine Zäsur bei der Verfolgung nationalsozialistischer Gewaltverbrechen in der Bundesrepublik. Rechtsanwalt Friedrich Karl Kaul aus der DDR vertrat Hinterbliebene von Auschwitz-Opfern als Nebenkläger. Im Buch werden Vorgeschichte und Ergebnisse des Prozesses analysiert. Es enthält neben ausgewählten Dokumenten persönliche Schilderungen von Prof. Kaul, wesentliche Auszüge aus seinem Schlussvortrag und der Urteilsbegründung. Ralph Dobrawa, arbeitet als Rechtsanwalt in Gotha und ist Autor und Herausgeber von Fachpublikationen und rechtsgeschichtlichen Büchern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 17.09.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783360500571
    Verlag: Das Neue Berlin
    Größe: 5224 kBytes
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Der Auschwitz-Prozess

DIE VERFOLGUNG NAZISTISCHER GWALTVERBRECHEN NACH DEM ENDE DES 2. WELTKRIEGES

Als sich die Alliierten Anfang Februar 1945 auf der Krim zur sogenannten Konferenz von Jalta trafen, war auch die Bestrafung der Kriegsverbrecher Gegenstand der Beratungen. Man kam überein: "Nur dann, wenn Nationalsozialismus und Militarismus ausgerottet sind, wird für die Deutschen Hoffnung auf ein würdiges Leben und einen Platz in der Völkergemeinschaft bestehen." In den Beschlüssen der Konferenz wurde festgehalten: "Es ist unser unbeugsamer Wille, den deutschen Militarismus und Nationalsozialismus zu zerstören und dafür Sorge zu tragen, dass Deutschland nie wieder imstande ist, den Weltfrieden zu stören. Wir sind entschlossen [...] alle Kriegsverbrecher vor Gericht zu bringen und einer schnellen Bestrafung zuzuführen [...] die nationalsozialistische Partei, die nationalsozialistischen Gesetze, Organisationen und Einrichtungen zu beseitigen, alle nationalsozialistischen und militärischen Einflüsse aus den öffentlichen Dienststellen sowie dem kulturellen und wirtschaftlichen Leben des deutschen Volkes auszuschalten."

Im Ergebnis des erneuten Treffens der Alliierten in Potsdam vom 17. Juli bis zum 2. August 1945 kam es zum Abschluss des Potsdamer Abkommens. Dort heißt es unter III A 5: "Kriegsverbrecher und alle diejenigen, die an der Planung oder Verwirklichung nazistischer Maßnahmen, die Gräuel und Kriegsverbrechen nach sich zogen oder als Ergebnis hatten, teilgenommen haben, sind zu verhaften und dem Gericht zu übergeben. Nazistische Parteiführer, einflussreiche Nazianhänger und die Leiter der nazistischen Ämter und Organisationen und alle anderen Personen, die für die Besetzung und ihre Ziele gefährlich sind, sind zu verhaften und zu internieren." Kurze Zeit darauf wurde im August 1945 das Viermächte-Abkommen "über die Verfolgung und Bestrafung der Hauptkriegsverbrecher der europäischen Achse" verabschiedet. Artikel 1 dieses Abkommens sah die Bildung eines Internationalen Militärgerichtshofs vor, "zur Aburteilung der Kriegsverbrecher, für deren Verbrechen ein geografisch bestimmbarer Tatort nicht vorhanden ist, gleichgültig, ob sie angeklagt sind als Einzelpersonen oder in ihrer Eigenschaft als Mitglieder von Organisationen oder Gruppen oder in beiden Eigenschaften".

Bestandteil dieses Abkommens ist das Statut für den Internationalen Militärgerichtshof. Hierin wurde unter anderem festgelegt, welche Handlungen Verbrechen darstellen, "die der Jurisdiktion des Gerichtshofs unterliegen und für die persönliche Verantwortlichkeit besteht". Das waren Verbrechen gegen den Frieden, Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Unter Letzterem verstand das Statut "Mord, Ausrottung, Versklavung, Deportation oder andere unmenschliche Handlungen, begangen an irgendeiner Zivilbevölkerung vor oder während des Krieges, Verfolgung aus politischen, rassischen oder religiösen Gründen, begangen in Ausführung eines Verbrechens oder in Verbindung mit einem Verbrechen [...] Anführer, Organisatoren, Anstifter und Mitschuldige, die am Entwurf der Ausführung eines gemeinsamen Planes oder einer Verschwörung zur Begehung eines der vorgenannten Verbrechen beteiligt sind, sind für alle Handlungen verantwortlich, die von irgendeiner Person in Ausführung eines solchen Planes begangen worden sind." (Artikel 6) Dabei wurde in Artikel 8 ausdrücklich vorgesehen: "Die Tatsache, dass ein Angeklagter auf Befehl seiner Regierung oder eines Vorgesetzten gehandelt hat, gilt nicht als Strafausschließungsgrund, kann aber als Strafmilderungsgrund berücksichtigt werden." Auf dieser Grundlage kam es zum Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher in Nürnberg, in dessen Folge Hermann Göring, Rudolf Heß und andere Nazis zum Tod oder langjährigen Freiheitsstrafen verurteilt wurden. Es folgten zwölf weitere Prozesse vor amerikanischen Militärgerichten in Nürnberg, unter anderem gegen Ärzte, Juristen, Angehörige von Konzentrati

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