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Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute 1949 bis heute von Botsch, Gideon (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.12.2012
  • Verlag: WBG Academic
eBook (ePUB)
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Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute

Rechtsextremismus begleitet die Geschichte der Bundesrepublik seit ihrer Gründung. Gerade die Auseinandersetzungen mit den fundamentaloppositionellen Bewegungen des radikalen Nationalismus hat die junge deutsche Demokratie gestärkt. Die Darstellung verortet die politisch organisierte extreme Rechte in den Traditionen von Kaiserreich und Nationalsozialismus und analysiert ihre Strukturmerkmale und die Bedin-gungen der Neuformierung unter alliierter Besatzung. Die chronologischen Kapitel zeichnen die historische Entwicklung der ?Nationalen Opposition? von 1949 bis zur Bundestagswahl 2009 nach, für die Zeit nach 1990 für Gesamtdeutschland. Somit liegt die erste moderne Übersicht über Grundlagen und Entwicklungen rechtsextremer, antidemokratischer Bewegungen vor. Gideon Botsch, Dr. phil., geb. 1970, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Moses Mendelssohn Zentrum Potsdam im Forschungsschwerpunkt Antisemitismus- und Rechtsextremismusforschung; langjährige Tätigkeit in der historisch-politischen Bildungsarbeit und Gedenkstättenpädagogik; Forschungsinteressen und Veröffentlichungen: Die extreme Rechte in Geschichte und Gegenwart; Rassismus und Antisemitismus; Jüdische Sozialgeschichte; Nationalsozialistische Herrschaft.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 151
    Erscheinungsdatum: 01.12.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783534710638
    Verlag: WBG Academic
    Größe: 1079 kBytes
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Die extreme Rechte in der Bundesrepublik Deutschland 1949 bis heute

I. "Nationale Opposition" in der Nachkriegsgesellschaft

1945/46

Neugründung nationalistischer Kleinparteien.

1949

Nationale Rechte und WAV-Fraktion im Bundestag (BT).
Gründung DG, SRP.

1950

DG in Landtag (LT) Bayern und Baden-Württemberg.
Gründung DRP; Reichsjugend (SRP); DKEG (Böhme).

1951

SRP in LT Niedersachsen, Bremer Bürgerschaft.

1952

Verbot SRP. Gründung WJ.

1953

"Naumann-Verschwörung".

1954

Gründung KNJ.

1956

Gründung DSU (O. Strasser); BNS.

1960

"Hakenkreuz-Schmierwelle". Verbot BNS. Gründung BHJ;GfP.

1962

Gründung UAP; DFP.

1964

Gründung NPD.

1965

Gründung AUD.

1966

NPD in LT Hessen, Bayern.

1967

NPD in Bremer Bürgerschaft und LT Niedersachsen,
Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein.

1968

NPD in LT Baden-Württemberg.

1969

BT-Wahlen: NPD 4,3 %. Gründung JN.

1945 brach die NSDAP mit samt ihren Gliederungen und angeschlossenen Verbänden, darunter der weltanschaulich stark belastete Funktionärskörper der Hitler-Jugend, faktisch in sich zusammen. Anders als die Alliierten befürchtet hatten, entstand weder eine illegale NSDAP, noch sahen sie sich mit dem Widerstand von Werwolf -Gruppen konfrontiert.
E

Werwolf
Seit Herbst 1944 bereitete die SS kleine Zellen fanatisierter Hitlerjungen auf Sabotageakte hinter den alliierten Linien vor. Symbol der Verbände war die Rune Wolfsangel. Das Werwolf-Unternehmen war völlig unzureichend vorbereitet und blieb, von wenigen militärisch irrelevanten Aktionen abgesehen, inaktiv. Eine durch Joseph Goebbels (1897-1945) initiierte Werwolf-Propaganda sowie die Ermordung des Aachener Bürgermeisters durch ein SS-Sonderkommando im März 1945 verursachten einige Sorge unter den Alliierten und führten zur Inhaftierung zahlreicher Jugendlicher. In der gewaltbereiten Neonazi-Szene wurde besonders seit den 1990ern der Werwolf-Mythos erneut mobilisiert.

In den ersten Besatzungsjahren waren die Deutschen weithin damit beschäftigt, ihr Leben zu organisieren. Die städtischen Ballungsräume waren Ruinenlandschaften, die Versorgungsnotstände und Hunger erdulden mussten. Etwa acht Millionen Menschen waren durch Flucht und Vertreibung heimatlos geworden, hinzu kamen die Bombengeschädigten. In vielen Familien fehlten erwachsene Männer: Väter und Brüder waren im Krieg "gefallen" oder befanden sich noch in Kriegsgefangenschaft. Spätheimkehrer hatten besondere Probleme mit der Integration in die deutsche Gesellschaft. An eine wirtschaftliche Beruhigung war nicht zu denken, zumal auch die westlichen Besatzungszonen zunächst für Reparationen herangezogen wurden. Zu diesem beträchtlichen Potenzial sozialer Unzufriedenheit kamen die Funktionsträger des alten Regimes, die noch nicht die Entnazifizierung durchlaufen hatten und sich auch subjektiv durch den "Zusammenbruch" von 1945 depraviert sahen. Aus diesen Bevölkerungsgruppen entstand ein weit über zehn Millionen Menschen umfassendes "Nachkriegsproletariat". Militärisch war Deutsch

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