text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Europa Von der Utopie zur Realität von Gehler, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.05.2014
  • Verlag: Haymon
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Europa

Die Zukunft der EU und der gegenwärtige Zustand Europas beherrschen die politischen Diskussionen unserer Tage. Michael Gehler liefert einen umfassenden Überblick über die lange Geschichte Europas - von den Anfängen bis zur Gegenwart der Europäischen Union in stürmischen Krisenzeiten. Entstehung, Aufbau und Funktionen der Institutionen sowie die Entwicklung von der Montanunion bis zur EU werden allgemein verständlich dargestellt. Chronologie, Glossar, Literatur sowie zahlreiche Bilder und Karten veranschaulichen die Entwicklung der europäischen Integration.

Michael Gehler, geboren 1962. Seit 2006 Professor und Leiter des Instituts für Geschichte und Jean Monnet Chair für Vergleichende Europäische Zeitgeschichte an der Stiftung Universität Hildesheim. Seit 2013 Direktor des Instituts für Neuzeit- und Zeitgeschichtsforschung der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 424
    Erscheinungsdatum: 16.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783709935781
    Verlag: Haymon
    Größe: 6979 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Europa

II. Der Weg zum
Europa der Institutionen

Europa-Konzepte erlebten nach 1945 ihre stärkste Konkretisierung und institutionelle Verankerung. Der Gedanke der Integration wurde "eine der machtvollsten Ideen internationalen ordnungspolitischen Denkens" (Peter R. Weilemann). Europäischer Bürgerkrieg (1918 - 1941), Zweiter Weltkrieg (1941 - 1945), der Zusammenbruch des Transport- und Versorgungssystems (1945/46) sowie die Herausforderung des Kalten Krieges (ab 1947) machten eine koordinierte Europapolitik zur zwingenden Notwendigkeit. Sie erreichte im westlichen Teil des Kontinents eine noch nie dagewesene Gestaltungskraft, wobei das Spannungsfeld zwischen Nationalstaat und Supranationalität bis zuletzt bestand. Verglichen mit anderen geschichtlichen Perioden stellen die Jahrzehnte nach 1945 in Westeuropa eine lange Ruhe- und Stabilitätsphase dar. Die wesentlichen Motive waren der Wunsch nach politischer Kooperation und Friedenssicherung, Behebung der Not, Sicherheit vor der Sowjetunion und Schaffung von Wohlstand. Das machte einen engeren Zusammenschluss der Europäer erforderlich. Bei ihrer Schwäche war die militärische Hilfe der USA fast unvermeidlich.

Zunächst ging es um die Beseitigung der kriegsbedingten Zerstörungen, die Rekonstruktion der Wirtschaft und den Aufbau demokratischer Strukturen. Die Einigungsbestrebungen beginnend mit der Marshall-Plan-Institution Organization for European Economic Cooperation (OEEC) 1948 in Paris bis zur Errichtung der Europäischen Zentralbank in Frankfurt im ausgehenden 20. Jahrhundert zeigten, dass ein europäischer Bundesstaat nicht Grundbedingung für den Aufholprozess des Produktivitätsrückstandes, die Herstellung des "Binnenmarktes" und die Schaffung der Wirtschafts- und Währungsunion (WWU) war. Hierfür reichten politische Kooperation und partielle Übertragung von Hoheitsbefugnissen aus.

Der Ost-West-Konflikt bildete den integrationspolitischen Hintergrund . Die Bundesrepublik war als antikommunistisches Bollwerk zentraler Faktor für die US-Europapolitik im Kalten Krieg. Sie wurde zur bewegenden Kraft des westeuropäischen Integrationsprozesses. Für Washington galt daher eine klare Priorität für Westdeutschland vor Frankreich. Als Juniorpartner der USA lieferte seine Wirtschaft Investitionsgüter, während sein Markt wichtiger Warenabnehmer wurde. Dieser Konstellation verdankte die Bundesrepublik ihre rasche Aufwertung als Partner in Westeuropa, gleichwohl sie argwöhnisch beäugt und misstrauisch beobachtet wurde. Der ökonomischen Vereinheitlichung folgte mit Verzögerung die politische Annäherung und Zusammenarbeit.
1. Vom Marshall-Plan zur EWG 1947 - 1957

In den Jahren von 1948 bis 1958 konstituierten sich eine Reihe westeuropäischer Institutionen. Nach Ankündigung des European Recovery Programs (ERP) durch US-Außenminister George C. Marshall am 5. Juni 1947, welches im Zeichen der containment -Doktrin von Präsident Harry S. Truman stand, bildete sich nach längeren Verhandlungen am 16. April 1948 in Paris die OEEC, um Koordination, Verteilung und Kontrolle der ERP-Mittel, die wirtschaftliche Kooperation der Mitgliedstaaten, gemeinsame Abstimmung der ökonomischen Bedürfnisse sowie Liberalisierung des Handels und Zahlungsverkehrs unter den 17 westeuropäischen Staaten in die Hand zu nehmen. Mitglieder waren Belgien, Dänemark, Frankreich, Griechenland, Großbritannien, Irland, Island, Italien, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Österreich, Portugal, Schweden, die Schweiz, die Türkei und die drei deutschen Westzonen, assoziiert Jugoslawien, Kanada und die USA, die europapolitisch als externe Förderer und ökonomische Impulsgeber agierten.

Am 19.

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen