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Mandela Mein Gefangener, mein Freund von Brand, Christo (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.03.2014
  • Verlag: Residenz Verlag
eBook (ePUB)
12,99 €
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Mandela

Nelson Mandela und sein Gefängniswärter Christo Brand - die berührende persönliche Geschichte einer außergewöhnlichen Freundschaft 'Ich ging durch die Tür seiner Besucherzelle und hielt ihm seine Enkeltochter entgegen. Er nahm sie in seine Arme, stieß ein leises 'Oh' hervor, und ich sah, wie Tränen über seine Wangen rollten, als er dem Baby einen Kuss gab. Wir standen beide schweigend da, und er wusste, dass er mir das Kind gleich zurückgeben musste. Im stillen Einverständnis war uns beiden klar, dass mein Wagnis ein Geheimnis zwischen uns bleiben musste, von dem nicht einmal seine Frau erfahren durfte ...' Nelson Mandela, Sohn eines schwarzen Stammesführers und großer Kämpfer gegen die Rassentrennung in Südafrika. Christo Brand, ein weißer Bauernsohn, hineingeboren in die Kultur des Apartheid-Regimes. Diese beiden Menschen mit so ungleichen Voraussetzungen begegneten einander im Gefängnis auf Robben Island: Mandela als lebenslänglich inhaftierter Freiheitskämpfer, Brand als sein vom Staat rekrutierter Aufseher, der unter anderem den persönlichen Briefwechsel des Häftlings zensieren musste. Der 60-jährige politische Gefangene und der erst 19-jährige Wärter hätten erbitterte Feinde werden können. Doch zwischen ihnen entwickelte sich im Lauf eines Jahrzehnts, das sie gemeinsam im Gefängnis verbrachten, eine außergewöhnliche Freundschaft. Die Verbindung zwischen ihnen reifte durch viele Akte der Menschlichkeit und blieb auch nach Mandelas Freilassung aufrecht. Christo Brand erzählt in seinen Memoiren Anekdoten, über die er nie zuvor offen gesprochen hat. Diese einzigartige Geschichte über seine Zeit mit Mandela gewährt bisher unbekannte intime Einblicke in das Leben eines der größten politischen Vorbilder. Christo Brand, geboren 1960, wuchs auf einer Farm im südwestlichen Südafrika auf. Um dem Dienst bei der Armee zu entgehen, ließ er sich zum Gefängniswärter ausbilden. Auf Robben Island, wo Nelson Mandela und andere Bürgerrechtskämpfer des African National Congress (ANC) inhaftiert waren, entwickelte sich zwischen Brand und seinem prominentesten Gefangenen eine dauerhafte Freundschaft, die bis zum Tod des großen Kämpfers gegen die Apartheid andauerte. Brand lebt heute in Kapstadt und arbeitet wieder auf Robben Island, wo sich heute eine nationale Gedenkstätte befindet. Barbara Jones berichtet als Korrespondentin für die britische Zeitung 'Mail on Sunday' aus allen Teilen Afrikas. Eines ihrer ersten Erlebnisse in Südafrika war im Jahr 2000 der Besuch von Robben Island, wo Nelson Mandela sein früheres Gefängnis besuchte und sie seine Hand schütteln konnte. Jones lebt in Kapstadt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 300
    Erscheinungsdatum: 05.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783701744688
    Verlag: Residenz Verlag
    Originaltitel: Mandela. My Prisoner, My Friend
    Größe: 3263 kBytes
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Mandela

Vorwort

Ahmed Kathrada wurde zTusammen mit Nelson Mandela, der in Südafrika häufig bei seinem traditionellen Clannamen "Madiba" genannt wird, 1964 im Rivonia-Prozess zu lebenslanger Haft verurteilt. Er saß 25 Jahre im Gefängnis. Nach seiner Entlassung war er politischer Berater Nelson Mandelas und Vorsitzender des Museumsrats von Robben Island. 2004 kam er bei der Wahl der hundert bedeutendsten Südafrikaner des Senders SABC3 auf Platz 46 .

Mein nachhaltiger Eindruck von Christo Brand ist der eines herzensguten Menschen. Er ist kein Politiker, nur ein sehr mitfühlender Mensch, der für andere Risiken eingegangen ist, die für ihn selbst hätten gefährlich werden können.

Das vorliegende Buch konzentriert sich natürlich auf seine Beziehung zu Madiba zur Zeit von dessen Gefangenschaft, aber auch ich habe während meiner Haft die Menschlichkeit Christos kennengelernt. Auf Robben Island, wo ich am 13. Juni 1964 zusammen mit Madiba meine lebenslange Haftstrafe antrat, bin ich ihm noch kaum begegnet. Erst nach meiner Verlegung in das Pollsmoor-Gefängnis auf dem Festland im Oktober 1982 hatte ich viel mit ihm zu tun.

Wir wussten alle, dass Christo ein anständiger Mensch war, jemand, der uns helfen konnte, aber Madiba ermahnte uns, die jungen Wärter nicht auszunützen und in Schwierigkeiten zu bringen. Wir sollten Christo nicht für politische Zwecke benützen, wie die Überbringung politischer Botschaften und so weiter. In dieser Beziehung half Christo uns also nicht. Dafür tat er vieles andere.

Eine besonders eindrückliche Erinnerung daran, wie Christo sich von den brutalen Wärtern der Anfangszeit unterschied, stammt aus der Zeit, in der mich mein Anwalt Dullah Omar erstmals besuchen durfte. Wir hatten schon seit einiger Zeit auf diese Besuche hingearbeitet. Meine Gelegenheit kam, als ich an der University of South Africa zwei Abschlüsse machte und die Gefängnisbehörden mich nicht zum Masterstudium zulassen wollten. Ich sagte, ich würde dagegen klagen, und beantragte ein Gespräch mit Dullah.

Bei einem seiner ersten Besuche brachte Dullah Teigtaschen mit – zwei Päckchen. Eins davon war für die Wärter bestimmt. Nachdem die Wärter es angenommen hatten, fragte er, ob ich das andere haben könnte. Christo entsprach seinem Wunsch. Dullahs Frau Farida hatte damals einen Stand mit Obst und Gemüse auf dem Salt River Market in Kapstadt, und wir vereinbarten mit Christo, dass er hingehen und für uns Obst holen sollte – Farida gab ihm auch Obst und Gemüse für seine eigene Familie mit. In der Folgezeit kam Dullah zu unseren Besprechungen immer mit einer Aktentasche voller Essen. Juristische Bücher hatte er keine eingepackt. Christo wusste es und ließ es durchgehen.

Noch wertvoller waren die zusätzlichen Besuche, die Christo mir genehmigte. Er organisierte Besuche von Leuten, die ich eigentlich gar nicht sehen durfte, etwa von Professor Fatima Meer, von anderen politischen Aktivisten und von Angehörigen. Ich werde den Tag nie vergessen, an dem meine Nichte in Kapstadt heiratete und Christo dafür sorgte, dass praktisch die gesamte Hochzeitsgesellschaft mich verbotenerweise im Gefängnis besuchte. Er richtete im Oberstock einen eigenen Besuchsraum ein und ich sah sie alle, Kinder und Erwachsene. Die Kinder durfte ich jeweils ein oder zwei Minuten sprechen. Sie kamen nacheinander herein und brachten Lachen und Licht mit, ein für einen Häftling seltenes, wunderbares Erlebnis. Mit den Erwachsenen, die ebenfalls nacheinander hereinkamen, konnte ich etwas mehr Zeit verbringen.

Christo ermöglichte auch Begegnungen mit politischen

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