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Mossad Missionen des israelischen Geheimdienstes von Mischal, Nissim (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.09.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
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Mossad

Kein Geheimdienst weltweit ist so bekannt, keiner so legendär und berüchtigt wie der israelische Auslandsgeheimdienst Mossad. Gefeiert wurde er für das Aufspüren des Kriegsverbrechers Adolf Eichmann, kritisiert für die Ermordung eines marokkanischen Kellners als Vergeltung der Attentate von München 1972. Doch wie arbeitet der Mossad genau? Was sind seine Methoden?

Die israelischen Autoren Michael Bar-Zohar und Nissim Mischal zeigen ein Netz aus Spionage, Sabotage und Propaganda und sparen auch die zuletzt bekannt gewordenen Liquidierungen von hochrangigen iranischen Atomphysikern nicht aus.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 512
    Erscheinungsdatum: 10.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732513796
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Mossad - The great operations
    Größe: 858kBytes
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Mossad

KAPITEL 1
König der Schatten

Im Spätsommer 1971 fegte ein wütender Sturm über das Mittelmeer hinweg, und riesige Wellen brandeten gegen die Küste von Gaza. Die einheimischen arabischen Fischer waren klug genug, an Land zu bleiben; an einem solchen Tag nahm man es mit der tückischen See nicht auf. Umso größer war ihr Erstaunen, als sie plötzlich ein klappriges Boot aus den brüllenden Wogen auftauchen sahen. Knirschend landete es auf dem nassen Strand. Heraus sprangen einige völlig durchnässte Palästinenser und wateten an Land. Ihre unrasierten Gesichter unter den klitschnassen Kufiyas, den Palästinensertüchern, zeigten jenen Ausdruck tiefer Müdigkeit, den eine lange Reise auf See hinterlässt. Doch sie hatten keine Zeit, sich auszuruhen - sie rannten um ihr Leben. Aus der schäumenden See hinter ihnen schoss ein israelisches Torpedoboot hervor und verfolgte sie mit Höchstgeschwindigkeit, an Bord Soldaten in voller Gefechtsausrüstung. Als es die Küste erreichte, sprangen die Männer ins flache Wasser und eröffneten sofort das Feuer auf die Flüchtigen. Ein paar Jugendliche aus Gaza, die am Strand spielten, rannten den Palästinensern entgegen und brachten sie in einem nahe gelegenen Obstgarten in Sicherheit; die israelischen Soldaten verloren ihre Spur, suchten jedoch weiterhin den Strand ab.

In dieser Nacht schlich sich ein junger Palästinenser, in der Hand eine Kalaschnikow, vorsichtig in den Garten und sah sich um. Er fand die Flüchtigen eng zusammengedrängt in einer abgelegenen Ecke. "Wer seid ihr, Brüder?", fragte er sie.

"Mitglieder der Volksfront zur Befreiung Palästinas", kam die Antwort, "aus dem Flüchtlingslager Tyros im Libanon."

"Marhaba" , sagte der junge Bursche. "Willkommen."

"Du kennst doch Abu Seif, unseren Kommandeur? Er hat uns hergeschickt. Wir sollen uns mit den Kommandeuren der Volksfront in Beit Lahia [einer Terroristenhochburg im südlichen Gazastreifen; d. Verf.] treffen. Wir haben Geld und Waffen, und wir wollen unsere Operationen koordinieren."

"Ich werde euch dabei helfen", erwiderte der junge Mann.

Am nächsten Morgen wurden die Neuankömmlinge von bewaffneten Terroristen zu einem abgelegenen Haus im Flüchtlingslager Dschabalija eskortiert. Man führte sie in einen großen Raum und bat sie an einen Tisch. Kurz darauf traten die Kommandeure der Volksfront ein, die sie dort zu treffen gehofft hatten. Nach einer herzlichen Begrüßung nahmen diese gegenüber ihren libanesischen Waffenbrüdern Platz.

"Können wir anfangen?", fragte ein untersetzter junger Mann mit beginnender Glatze. Er trug eine rote Kufiya und war offensichtlich der Anführer der libanesischen Gruppe. "Sind alle da?"

"Alle."

Der Libanese hob die Hand und sah auf seine Uhr. Das war das verabredete Signal. Blitzschnell zogen die "libanesischen Gesandten" ihre Revolver und eröffneten das Feuer. Es dauerte keine Minute, da waren die Terroristen aus Beit Lahia tot. Die "Libanesen" rannten aus dem Haus, bahnten sich einen Weg durch die gewundenen Lagergassen von Dschabalija und die überfüllten Straßen von Gaza und überquerten bald darauf die Grenze nach Israel. Noch am selben Abend unterrichtete der Mann mit der roten Kufiya , Hauptmann Meir Dagan, der die geheime Kommandoeinheit Rimon der israelischen Streitkräfte befehligte, General Ariel Scharon über den erfolgreichen Verlauf der Operation Chamäleon. Alle Anführer der Volksfront in Beit Lahia, einer äußerst gefährlichen Terrorgruppe, seien tot.

Dagan war erst 26 Jahre alt, verfügte jedoch bereits über einen legendären Ruf als Kämpfer. Er hatte die gesamte Operation geplant: die Verkleidung als libanesische Terroristen, die Fahrt über das Meer in einem alten Boot vom israelischen Hafen Aschdod aus, die lange Nacht im Versteck, das Treffen mit den Anführern der Terrorbande und den Fluchtweg nach Ausführung des Anschlags. Selbst

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