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Nato-Geheimarmeen in Europa Inszenierter Terror und verdeckte Kriegsführung von Ganser, Daniele (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.05.2014
  • Verlag: OrellFüssli
eBook (ePUB)
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Nato-Geheimarmeen in Europa

Dieses Buch zeichnet ein erschreckendes Bild: Ein durch die NATO und die militärischen Geheimdienste koordiniertes Netzwerk von Geheimarmeen war bis zum Auseinanderfall der Sowjetunion in mehreren westeuropäischen Ländern in schwere Verbrechen verwickelt, darunter Mord, Folter, Staatsstreich und Terror. Daniele Ganser ist in seiner mehrjährigen Forschungsarbeit auf brisante Dokumente gestoßen: Sie belegen, dass die von den USA angeführte Militärallianz nach dem Zweiten Weltkrieg in allen Ländern Westeuropas geheime Armeen aufgebaut hat, welche von den Geheimdiensten CIA und MI6 trainiert wurden. Ihr Ziel: im Falle einer sowjetischen Invasion als Guerilla zu kämpfen, um die besetzten Länder wieder zu befreien. Doch dabei ist es nicht geblieben. Gezielt wurden Attentate gegen die eigene Bevölkerung ausgeführt, um Unsicherheit zu erzeugen und den Ruf nach einem starken Staat zu unterstützen. Sowohl die ursprüngliche Planung als auch die antikommunistisch motivierten Verbrechen sind heute der Öffentlichkeit noch weitgehend unbekannt. Daniele Ganser, 1972 in Lugano geboren, ist Historiker, spezialisiert auf Zeitgeschichte nach 1945 und internationale Politik. Seine Forschungsschwerpunkte sind Friedensforschung, Geostrategie, verdeckte Kriegsführung, Ressourcenkämpfe und Wirtschaftspolitik. Er unterrichtet am Historischen Seminar der Universität Basel und forscht zum "Peak Oil", dem globalen Kampf ums Erdöl, und dem so genannten "Krieg gegen den Terrorismus".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 446
    Erscheinungsdatum: 06.05.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783280038604
    Verlag: OrellFüssli
    Originaltitel: NATO's Secret Armies
    Größe: 721 kBytes
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Nato-Geheimarmeen in Europa

Als ich zu Beginn des Jahres 1998 ein Thema für meine Doktorarbeit im Fachbereich Geschichte suchte, begann ich mich für das Phänomen Gladio zu interessieren, von dem ich nie zuvor gehört hatte. Nach einigen Recherchen stellte ich fest, dass sich nur sehr wenige Arbeiten mit dem Phänomen der geheimen NATO-Armeen befasst hatten, obwohl das Thema für die aktuelle politische, gesellschaftliche und militärische Geschichte Westeuropas und der USA weiterhin von großer Bedeutung ist. So gab es zum Beispiel keine einzige englischsprachige Studie zu diesem Thema, obschon gerade London und Washington eine zentrale Rolle beim Aufbau und der Kontrolle der Geheimarmeen gespielt hatten. Und auch in Deutschland, Österreich und der Schweiz war kaum etwas über die Geheimarmeen bekannt. Die offizielle Geschichtsschreibung hatte sich nie mit dem Thema befasst, und so schien es, als hätte es dieses Phänomen nie gegeben.

Die komplexe Struktur dieses Netzwerks und die Geheimnisse, welche es umgaben, begannen mich immer mehr zu interessieren. Doch gute Freunde innerhalb der Wissenschaft rieten mir davon ab, dieses Thema für meine Dissertation auszuwählen. Sehr vernünftig argumentierten sie, dass ich wohl kaum Zugang zu den Archiven der NATO und der Geheimdienste erhalten würde. Weiterhin glaubten sie, dass diese Forschung sich wohl auf zu viele Staaten, zu viele verschiedene Sprachen und einen zu großen Zeitraum erstrecken müsste. Aus diesem Blickwinkel schien die Angelegenheit eindeutig: Gladio war kein geeignetes Thema für meine Doktorarbeit.

Wegen meiner großen Neugier und meines wissenschaftlichen Interesses für das Thema, eines gewissen Maßes an jugendlichem Eigensinn und vor allem eines hilfsbereiten Umfeldes, wählte ich trotz der widrigen Umstände genau dieses Forschungsprojekt für meine Doktorarbeit und widmete die nächsten drei Jahre meines Lebens den Gladio-Recherchen. Zu Beginn basierten meine Entschlossenheit, dieses Projekt weiter zu verfolgen, und die Fähigkeit, meine beratenden Professoren zu überzeugen, lediglich auf einem einzigen historischen Originaldokument aus dem italienischen Geheimdienst SIFAR, das vom 1. Juni 1959 stammte und den Titel trug "Die Spezialeinheiten des SIFAR und die Operation Gladio". Dieses Dokument bewies, dass während des Kalten Krieges in Italien eine mit dem CIA und der NATO verbundene Geheimarmee mit dem Decknamen Gladio bestanden hatte.

Rückblickend muss ich gestehen, dass meine Freunde recht gehabt hatten, denn viele Hürden, die sich während der Jahre meiner Recherchen ergaben, hatten sie richtig vorhergesehen. Der zu untersuchende Bereich war sehr groß, sowohl hinsichtlich der Anzahl der Staaten wie des Zeitrahmens. Anfangs konzentrierte ich mich auf Italien, wo Gladio 1990 enttarnt worden war. Auf der Grundlage der italienischen Quellen und zahlreicher Querverweise stellte ich jedoch schnell fest, dass die Geheimarmeen nicht nur in Italien, sondern in allen 16 NATO-Staaten existiert hatten. Meine Weltkarte im Büro, wo ich mit Stecknadeln alle Verweise einzeichnete, zeigte deutlich an, dass das Forschungsfeld stetig erweitert werden musste.

Weitere Recherchen führten zur Schlussfolgerung, dass von den 16 NATO-Staaten Island, das selbst keine Streitkräfte hatte, und Kanada, das weit entfernt von der sowjetischen Grenze liegt, vernachlässigt werden konnten. Ich war ein wenig erleichtert, dass ich es nur noch mit 14 Untergrundarmeen zu tun hatte. Doch dann erkannte ich, dass es während des Kalten Krieges auch in den vier neutralen Staaten Schweden, Finnland, Österreich und meinem Heimatland Schweiz geheime Stay-behind-Armeen gegeben hatte, die indirekt mit den amerikanischen und englischen Geheimdiensten und der NATO in Verbindung standen. Die Existenz der Schweizer Geheimarmee P26 und ihre Verbindungen zum englischen Geheimdienst MI6 waren 1990 durch die PUK EMD und 1991 durch den Bericht Cornu bestätigt worden. Zu diesem Thema gäbe es noch einiges d

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