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Turings Kathedrale Die Ursprünge des digitalen Zeitalters von Dyson, George (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.09.2014
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
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Turings Kathedrale

In den 1940er Jahren kam es am Institute for Advanced Study in Princeton zu einer einzigartigen Zusammenarbeit wissenschaftlicher Genies, die als Keimzelle der digitalen Welt gelten kann. Zu ihnen gehörten Albert Einstein, Robert Oppenheimer, Kurt Gödel, Alan Turing und John von Neumann. In engem Austausch arbeiteten sie an streng geheimen Projekten, darunter dem Bau der Atombombe und der Entwicklung des Computers, weitgehend finanziert vom US-Militär. Auf der Basis jahrelanger Recherchen erzählt der amerikanische Wissenschaftshistoriker George Dyson erstmals die faszinierende Geschichte dieser Anfänge des digitalen Zeitalters. George Dyson, geboren 1953 in New York, ist Wissenschaftshistoriker und Sachbuchautor. Er hält Vorlesungen am Institute for Advanced Study in Princeton und bei der TED-Konferenz und ist als Berater im Bereich digitaler Technologien tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 592
    Erscheinungsdatum: 30.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843709477
    Verlag: Ullstein
    Größe: 11127 kBytes
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Turings Kathedrale

Kapitel zwei

Die Olden-Farm

Es waren die Lenni Lenape ... die Stämme der Lenape! Die Sonne stieg empor aus Wasser, das salzig war, und ging unter in Wasser, das süß war, und nie verbarg sie sich vor ihren Augen. ... Es ist noch nicht lange her, dass die Kinder der Lenape Herren über die Welt waren.

James Fennimore Cooper 1

Im Sommer ist die Gegend um Princeton in New Jersey so feucht wie das Innere einer Hundeschnauze. Die ursprüng-lichen Bewohner der Region, die Lenni Lenape ("ursprüng-liche Menschen"), verließen das Binnenland von New Jersey und suchten entweder an der Atlantikküste oder auf Lagerplätzen entlang der Flussmündungen an der Delaware Bay Zuflucht vor der Hitze. "Von Juni bis August", berichtete William Penn 1683, während seines ersten am Delaware-Fluss verbrachten Sommers, "haben wir außerordentliche Hitzewellen erlebt." 2 Penn war am 27. Oktober 1662 an der Delaware Bay angelandet, nach 59-tägigerÜberfahrt aus dem englischen Deal an Bord der Welcome ; unterwegs waren 31 seiner 99 Mitauswanderer an den Blattern gestorben. Penn, der als Dreijähriger einen Blattern-Ausbruch überlebt hatte, hatte sich um die Kranken gekümmert und war kerngesund in Amerika angekommen.

Die Lenni Lenape gehörten zu den Algonquin-Indianern und wurden von den holländischen, schwedischen und eng-lischen Siedlern, die im Lauf des 17. Jahrhunderts auf den Spuren des italienischen Seefahrers Giovanni da Verrazzano (1524) hergekommen waren, auch "Delaware" genannt. Sie hatten sich den Neuankömmlingen diplomatisch genähert, doch die Kolonisten hatten die fortgeschrittene Technik und eine erprobte Immunabwehr auf ihrer Seite. "Was ist nur los mit uns Indianern", fragte Häuptling Tenoughan vom Schuylkill River gemäß den Aufzeichnungen William Penns, "dass wir in unserer eigenen Luft so krank sind und diese Fremden so gesund?" 3

Die in der Gegend des heutigen Princeton lebenden Lenni Lenape gehörten dem Unami-Volk an und sahen sich als Teil der Schildkröten-Sippe. In New Jersey waren elf Schildkrötenarten beheimatet, die sich an die verschiedensten Lebensbedingungen angepasst hatten: Einige überwinterten an zugefrorenen Teichen, andere aalten sich mit Vorliebe in der heißen Mittsommersonne. Für die amerikanische Schnappschildkröte, eine seit 60 Millionen Jahren genetisch unveränderte Spezies, liegt zwischen William Penn und uns ein einziges Zwinkern ihrer mit doppelten Lidfalten ausgestatteten Äuglein.

1609 erkundete Henry Hudson im Auftrag der Niederländischen Ostindien-Kompanie die Gestade von Newark, bevor er den Fluss hinaufsegelte, der heute seinen Namen trägt. 1614 vermaß Kornelius Jacobsen Mey, ebenfalls Holländer, die Delaware-Bucht und befuhr den Delaware River und fand ihn bis zu den Wasserfällen auf Höhe des heutigen Trenton schiffbar. Der englische König Charles II . bestritt nach seiner Wiedereinsetzung 1660 die Besitzansprüche der Holländer in Nordamerika und sprach das gesamte Territorium zwischen Virginia und New France 1664 seinem Bruder, dem Herzog von York (und späteren König James II .) zu. Das Territorium erhielt den Namen New York, und ein Teil davon, zwischen den Flüssen Delaware und Hudson, wurde noch einmal aufgeteilt: Die westliche Hälfte (mit dem Delaware River und der Delaware Bay als Begrenzungen) ging an Lord Berkeley, die östliche (vom Hudson River bis zum Atlantik) an Sir George Carteret. Die Kolonie wurde New Jersey genannt und fiel bald darauf in die Hände der Quäker.

Lord Berkeley verkaufte 1675 seine Eigentums

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