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Was haben Sie gemacht, als die Mauer fiel? Prominente aus dem Osten erinnern sich

  • Erscheinungsdatum: 14.10.2014
  • Verlag: Bild und Heimat
eBook (ePUB)
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Was haben Sie gemacht, als die Mauer fiel?

Am 9. November 1989 fiel die Berliner Mauer. Ein Ereignis, das sich wie kein anderes in das kollektive Gedächtnis der Deutschen eingebrannt hat. 25 Jahre danach erinnern sich noch Millionen an die Bilder von jubelnden "Mauerspechten" und weinenden "Grenzgängern" und wissen noch genau, was sie an diesen Tagen erlebt haben. Auch viele prominente Frauen und Männer aus Politik, Wirtschaft, Sport, Film und Fernsehen verbinden mit diesem historischen Tag prägende Momente. Mit ihnen hat sich Jan Hofer ausführlich unterhalten. Ausgehend von der Frage, "Was haben Sie gemacht, als die Mauer fiel?", entlockt er dabei seinen Gesprächspartnern mit viel Geschick und Einfühlungsvermögen, welche Hoffnungen, Erwartungen und Prägungen sie mit diesem Datum verknüpfen und wie sich ihre Träume entwickelt haben. Ein unterhaltsames Buch, das aus unterschiedlichen Perspektiven von den "Wende"-Tagen berichtet und mit viel Witz und Sympathie den wohl hoffnungsvollsten Tag unserer jüngeren Geschichte noch einmal lebendig werden lässt.

Jan Hofer zählt zu den beliebtesten Fernsehmoderatoren in Deutschland. Seit 1986 moderiert er die "Tagesschau" und die "Tagesthemen", 2004 wurde er Chefsprecher der "Tagesschau". Vielen ist er als Gastgeber der MDR-Talkshow "Riverboat" bekannt, die er von 1992 bis 2012 moderierte. Er hat zahlreiche Bu?cher herausgegeben, zuletzt "Liebe Lottofee, anbei meine Zahlen fu?r kommende Woche". Die kuriosesten Zuschriften ans Fernsehen (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 14.10.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867895934
    Verlag: Bild und Heimat
    Größe: 1172 kBytes
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Was haben Sie gemacht, als die Mauer fiel?

Gunther Emmerlich

Welche Erinnerungen haben Sie an den 9 . November 1989 ?

Tagsüber hatte ich Probe in der Semperoper. Dort sollte zwei Tage später, am 11 . November, die Sendung " Showkolade " aufgezeichnet werden.

Am Abend saß ich mit Reinhard Mey, der zum ersten Mal in der DDR war, in einem Dresdner Bierkeller. Ich war sehr glücklich, dass ich es endlich geschafft hatte, ihn hierher zu holen. Dass er bislang noch nicht in der DDR auftreten durfte, lag an der Freiheit, die er über den Wolken vermutete. Auch das Lied "Ich würde gern einmal in Dresden singen" war eine unbotmäßige Aufforderung aus Sicht der Parteifunktionäre. Aber aufgrund der sich anbahnenden Veränderungen und nicht zuletzt wohl auch ein wenig dank meiner permanenten Bemühungen war's dann eben doch möglich, ihn in die Sendung zu holen.

Und wie es der Zufall wollte, gab es in diesem Bierkeller, in dem wir nun saßen, einen Fernsehapparat, der mehr so nebenbei lief. Doch als wir die scheinbar dubiosen, aber letztlich so befreienden Worte von Schabowski hörten, war die Kneipe außer Rand und Band. Fremde Menschen umarmten Reinhard Mey wie einen verlorenen Sohn, und mich gleich dazu. Wir waren alle aufgewühlt und voller Hoffnung.

Am nächsten Vormittag zur Probe standen der Regisseur Ben Beissert und ich allein auf der Semperoper-Bühne. Sämtliche Mitarbeiter der Sendung hatten kurzerhand beschlossen, nach Berlin zu fahren, um persönlich dem historisch bedeutsamen Geschehen beizuwohnen. Da Beissert als Regisseur und ich als Moderator am nächsten Tag die Hauptarbeit zu bestreiten hatten, konnten wir uns den Kollegen nicht einfach anschließen. Die Sendung musste ja stattfinden.

Am Abend kehrten die Mitarbeiter mit den herrlichsten
Eindrücken zurück. Und die Sendung, wie hätte es auch anders sein können, war eine ganz besondere. Mit Reinhard
Mey sang ich gemeinsam sein Lied "Gute Nacht, Freunde". Der Text hatte plötzlich eine unglaubliche Aktualität:

Für den Tag, für die Nacht unter eurem Dach.
Habt Dank für den Platz an eurem Tisch, für jedes Glas,
das ich trank,

Für den Teller, den ihr mit zu den euren stellt, als sei
selbstverständlicher nichts auf der Welt

Habt Dank für die Zeit, die ich mit euch verplaudert hab'

Und für Eure Geduld, wenn's mehr als eine Meinung gab.

Dafür, dass ihr nie fragt, wann ich komm' oder geh',

Für die stets offene Tür, in der ich jetzt steh'.

Für die Freiheit, die als steter Gast bei euch wohnt.

Habt Dank, dass ihr nie fragt, was es bringt, ob es lohnt.

Vielleicht liegt es daran, dass man von draußen meint,

Dass in euren Fenstern das Licht wärmer scheint.

Das ging uns beiden sehr nah. Reinhard hat uns kurz vor Weihnachten mit seiner Familie besucht. Er wollte dem Moment des gemeinsam erlebten Mauerfalls Gestalt verleihen und schenkte mir eine Gitarre, in der bis heute ein Zettel klebt:

In Erinnerung an den

9 ., 10 . und 11 . November 1989

Reinhard

Was haben Sie in den nächsten Tagen und Wochen gemacht?

Ich habe nach der Sendung nachgeholt, was meine Kollegen mir schon voraushatten: die Fahrt nach Berlin. Meine Frau und ich haben es sehr genossen, durchs Brandenburger Tor gehen zu können. Und auch wir haben das damals oft gehörte Wort "Wahnsinn" wahnsinnig oft ausgesprochen.

Mit welchen Dingen waren Sie 1989 beschäftigt?

An der Semperoper war ich sehr beschäftigt, außerdem mit der Sendung " Showkolade " , Konzerte der unterschiedlichsten Art, die Semper-House-Band, Kammermusik, ich sang Lieder-, Arien- und Duettabende.

In der Mitte des Lebens, 1987 , kam zu all meinen künstlerischen Aktivitäten noch das Fernsehen hinzu. Moderiert hatte ich zuvor s

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