text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Zeitung für Deutschland Die Geschichte der FAZ von Hoeres, Peter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 19.09.2019
  • Verlag: Benevento
eBook (ePUB)
22,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Zeitung für Deutschland

Die FAZ - wie eine Zeitung die Politik und Gesellschaft der Bundesrepublik beeinflusst Ihre publizistische Stimme hat Gewicht: Seit der Gründung der Bundesrepublik gibt es keine politische, gesellschaftliche oder wirtschaftliche Debatte ohne die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Sie prägt nicht nur die Diskussionen, sondern setzt Themen in Politik, Wirtschaft und Kultur. Der renommierte Historiker Peter Hoeres schildert die siebzigjährige Geschichte der Zeitung anhand der entscheidenden Köpfe und Ereignisse. Von den Auseinandersetzungen um das Erbe der nationalsozialistischen Vergangenheit, über die Jahre des Kalten Krieges bis hin zur Zukunft Europas, der Rolle des Islam oder der Bedeutung des digitalen Wandels erzählt er damit ein Stück deutscher Zeitgeschichte: - Die FAZ als historische Zeitzeugin: eine Reise durch die Geschichte der Bundesrepublik - Exklusive Einblicke in interne Vorgänge: als erster Wissenschaftler überhaupt erhält Hoeres Zugang zu den internen Archiven der FAZ - Konservativ oder liberal, avantgardistisch oder traditionsbewusst - Qualitätsjournalismus auf der Suche nach der richtigen Linie - Die Zeitungs-Macher: Portraits der Herausgeber, Ressortleiter und Fotografen seit der Gründung der FAZ 1949 Eine Zeitung mit Einfluss: Wie wurde die FAZ zum Leitmedium? Die Marke FAZ gilt bis heute als Synonym für Qualitätsjournalismus: Joachim Fest, Marcel Reich-Ranicki oder Frank Schirrmacher sind nur einige der herausragenden Persönlichkeiten, die die Zeitung prägten. Peter Hoeres recherchierte viele Jahre im FAZ-Umfeld und sprach mit zahlreichen Akteuren. So entstand ein fundiertes und kritisches Sachbuch, das den Leser am Entstehungsprozess eines der einflussreichsten Akteure in der deutschen Medienlandschaft teilhaben lässt. Die geschichtliche Aufarbeitung der Frankfurter Allgemeinen Zeitung wird Politikwissenschaftler, Historiker, Journalisten und zeitgeschichtlich Interessierte begeistern und ihnen neue Einblicke in die vergangenen 70 Jahre geben. Peter Hoeres, geboren 1971, wurde 2002 mit einer Arbeit über die Philosophie im Ersten Weltkrieg promoviert und dafür mit dem Dissertationspreis der Universität Münster ausgezeichnet. 2011 folgte die Habilitation über Massenmedien und die transatlantischen Beziehungen im Kalten Krieg. Seit 2013 ist er ordentlicher Professor für Neueste Geschichte an der Universität Würzburg. Zu seinen Forschungsschwerpunkten gehören die Medien-, Politik- und Kulturgeschichte. Für sein Buch recherchierte er viele Jahre im FAZ-Umfeld sowie als Erster im Archiv des Zeitungshauses und sprach mit zahlreichen Akteuren.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 600
    Erscheinungsdatum: 19.09.2019
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783710950902
    Verlag: Benevento
    Größe: 11138 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Zeitung für Deutschland

PROLOG IN MAINZ UND FRANKFURT

Als ich am 10. November 2013 das Rhein-Main-Derby Mainz 05 gegen Eintracht Frankfurt in Mainz besuchte, fiel mir in der Pause ein kleiner Zeppelin mit dem typischen Schriftzug der Frankfurter Allgemeinen Zeitung , der FAZ , auf. Als Eintracht-Fan spöttelte ich, ob sich die FAZ nicht in der Zielgruppe vertan habe. Beim zweiten Hinschauen sah ich aber, dass nicht Frankfurter Allgemeine das kleine Luftschiff zierte, sondern Allgemeine Zeitung . Das Schriftbild war verblüffend ähnlich. Beide Zeitungen mussten etwas miteinander zu tun haben. So führte mich eine Alltagsbeobachtung zur Geschichte. In der Tat gab es einen Zusammenhang, denn hier in Mainz, bei der Allgemeinen Zeitung , hatte die FAZ ihren Anfang genommen, und hier hatte zunächst ein Teil der Redaktion residiert. Die Wurzeln reichten aber viel weiter zurück zur berühmten Frankfurter Zeitung ( FZ ), die, noch vor Gründung des deutschen Kaiserreichs, 1856 ins Leben gerufen worden war.

So gelangt man also zu der langen Vorgeschichte der FAZ , und auch ihre siebzigjährige Geschichte selbst ist kompliziert, facettenreich und angesichts von mittlerweile weit über sechs Millionen Artikeln 1 und Tausenden von Redakteuren und Mitarbeitern schier unüberschaubar und daher nur begrenzt fassbar. Eine Totalgeschichte ist schon angesichts der Fülle an Material und unzähliger möglicher Perspektiven auch rein theoretisch sinnlos. Zudem wäre sie wohl auch ziemlich langweilig. Es werden also Kenner der FAZ in diesem Buch einiges vermissen, Namen, die für sie wichtig sind, und Artikel, an die sie sich erinnern. Jeder liest letztlich eine andere Zeitung, die allerwenigsten lesen sie Tag für Tag vollständig, und auch dann haben sie unterschiedliche Perspektiven, Rezeptionsmuster und Erinnerungen.

Es geht hier also um Ausschnitte aus der Geschichte der Zeitung, um die Bildung von Schwerpunkten. Diese Schwerpunkte ergaben sich aus drei Fragekomplexen:

Erstens: Woran erinnerten sich die Zeitzeugen besonders und übereinstimmend? Das Gedächtnis trügt, und das Vergessen ist der Normalzustand unseres Gehirns. Frühere Erfahrungen werden durch später hinzugekommenes Wissen überlagert. Aber subjektiv für wichtig gehaltene Ereignisse, Strukturen und Prozesse werden immer wieder überdacht und erwähnt, und darauf kommt es bei der Frage nach der Relevanz an. Die so identifizierten Themen bedürfen dann der Erschließung anhand von Primärquellen aus der erforschten Zeit.

Zweitens: Was hat Niederschlag in unpublizierten Quellen unterschiedlicher Provenienz gefunden? Die vielen Briefe, die man im Geschäftsgang früher verfasste, die Vermerke und Protokolle von Redaktions- und Herausgebersitzungen, die zum ersten Mal überhaupt eingesehen werden konnten, sind nicht durch die Erinnerung getrübt. Sie sind gleichwohl quellenkritisch zu betrachten, bezeugen aber, was jeweils verhandelt und reflektiert wurde, was auf der Agenda der Zeitung stand.

Drittens: Wie und unter welchen Aspekten wurde die FAZ von außen wahrgenommen, in anderen Medien, in der Politik, in der Wirtschaft und im Kulturbetrieb? Denn für diese Funktionssysteme der Gesellschaft im Luhmann'schen Sinne bildete die FAZ ein Leitmedium, sie stellte diesen Systemen Informationen zur Verfügung und irritierte sie, wie sie ihrerseits von diesen Systemen irritiert wurde. Diese Resonanz ist für die Geschichte der Zeitung von großer Bedeutung und zeigt ihre Wirkung und ihre oft kritische Beobachtung.

Natürlich werden darüber hinaus die markanten politik-, wirtschafts- und kulturgeschichtlichen Ereignisse und Entwicklungen in den 70 Jahren seit Gründung der Zeitung 1949 und deren Beobachtung, Prägung und Kommentierung im Blatt in den Blick genom

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen