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Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné Eine Karriere am preußischen Hof von Wimmer, Clemens A. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2016
  • Verlag: Lambert Schneider
eBook (ePUB)
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Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné

Er wurde mit Ehrungen überhäuft und war schon zu Lebzeiten eine Legende. Seine Gartenanlagen sind bis heute Publikumsmagneten. Peter Joseph Lenné (1789-1866) ist der wohl bedeutendste Gartenkünstler Deutschlands. Er gestaltete hunderte von Anlagen wie Sanssouci, die Pfaueninsel und den Berliner Tiergarten und lieferte Pläne bis nach Aachen, Königsberg und Wien. Clemens Alexander Wimmer schildert den Aufstieg des ehrgeizigen Hofbeamten, der sich geschickt gegen einflussreiche Konkurrenten durchsetzt und rasch die Gunst der preußischen Könige erobert. Vor dem Hintergrund einer bewegten Epoche zwischen Revolution und Restauration porträtiert er Lenné als komplexen Charakter, der in seinem rastlosen Arbeitseifer auch Konflikte nicht scheut. Erstmals wurde für diese Biographie der Nachlass lückenlos ausgewertet und Peter Joseph Lenné und seine Nachwirkung einer kritischen Neubewertung unterzogen. Dr. habil. Clemens Alexander Wimmer zählt zu den renommiertesten Gartenhistorikern und Denkmalpflegern Deutschlands. Er schrieb zahlreiche Bücher und Artikel zu gartenhistorischen Themen. Seit über 30 Jahren befasst er sich intensiv mit Peter Joseph Lenné. Er ist selbst als Gartenplaner tätig und erstellte Gutachten und Entwürfe für bekannte historische Anlagen wie die Schlossparks Charlottenburg und Bellevue in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.02.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783650401397
    Verlag: Lambert Schneider
    Größe: 10713 kBytes
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Der Gartenkünstler Peter Joseph Lenné

Auf den Spuren Lennés

Von der Grabstätte Thouin auf dem Père Lachaise, 11. Abteilung, konnte man einst über Paris schauen. Heute verstellen Bäume die Aussicht, und junge Efeuranken bedecken einen Teil der Grabschrift. Nur mit Mühe kann ich sie lösen. André war als Erster gestorben, gefolgt von seinen drei Brüdern und seiner Schwägerin. Durch den Besuch am Grab in diesem Frühjahr weiß ich, dass der jüngste Bruder Jean Gabriel hieß und 1754, nicht 1747 geboren wurde, wie man überall lesen kann. Aber ob Lenné ihn jemals getroffen hat, als er in Paris war, und ob er sich von ihm anregen ließ, wie alle behaupten, werde ich wohl nie erfahren.

Manche Fragen zum Leben Lennés sind offen, auch wichtigere. Welche der zahllosen ihm zugeschriebenen Gärten hat er wirklich entworfen? Stammen nicht die meisten Entwürfe von seinen Mitarbeitern? Welche der großen Bäume, die wir heute bewundern, gehen auf ihn zurück?

Auf dem Weg nach Charlottenhof komme ich an einem uralten Trompetenbaum vorbei, der Stamm liegt gewunden auf der Erde. Hier befand sich die Sanssouci-Baumschule, die Lenné durch eine landschaftliche Gartenpartie ersetzte. Der Baum könnte der letzte Rest dieser Anlage sein, in der die Mutterbäume alphabetisch auf einer Rabatte angeordnet waren. So steht es auf der Tafel, die Gerd Schurig von der Gartendirektion aufgestellt hat. Aber er könnte auch von Lenné oder einem seiner Nachfolger gepflanzt worden sein. Erst wenn der Baum gefällt ist, kann man die Jahresringe zählen. Sofern er nicht hohl ist.

Das meiste, was bisher über Lennés Leben geschrieben wurde, beruht auf seinen eigenen Angaben. Er selbst wünschte sich eine Biographie, durch die sein Wirken der Nachwelt überliefert wird. Wie er sich dargestellt wissen wollte, hatte er 1853 in seinem Lebenslauf für die Akademie der Künste angedeutet und diversen Gesprächspartnern nahegebracht. Seine besten Lebensjahre lagen in der Zeit der Romantik. 1814 hatte Lenné in Wien beschlossen, den Gärtner hinter sich zu lassen und Künstler zu sein, Gartenkünstler mit allen Attributen des Unabhängigen und Genialen, wie es die Zeit liebte.

Aus seinen Selbstauskünften entstanden die ersten Würdigungen in Zeitungen und Zeitschriften. Die biographischen Angaben in Kopischs Geschichte der Königlichen Gärten 1854, in der Leipziger Illustrirten Zeitung 1858, in Dietrichs Encyclopädie der Gartenkunst 1860, in Karl Kochs Nachruf 1866 und in der Deutschen Gärtnerzeitung 1878 ähneln Lennés eigenen Worten derart, dass ihr Ursprung unverkennbar ist. Auch der biographische Aufsatz des Musikers Hermann Wichmann (1887) "Peter Lenné hinter dem grünen Gitter" geht auf Erzählungen Lennés zurück.

Lenné-Denkmäler gibt es viele. Das älteste unter ihnen, die marmorne Lenné-Herme von 1848, steht in einem abgelegenen Teil des Parks von Sanssouci, der von Touristen kaum besucht wird. Nach einigem Suchen finde ich sie auf einer leichten Bodenerhöhung unter Eichen. Hierher soll Lenné all seine Besucher geführt haben? Die Sonne steht im Süden, für die richtige Beleuchtung zum Fotografieren muss ich noch etwas warten. Irgendetwas stimmt nicht. Die Inschrift "Peter Josef Lenné" sieht aus, als stamme sie aus den 1930er Jahren. Ich recherchiere. Jörg Wacker schreibt, dass die Herme 1938 umgesetzt wurde. Nach dem Erscheinen des Lenné-Buchs von Gerhard Hinz 1937 muss Gartendirektor Georg Potente der Ansicht gewesen sein, hier komme sie besser zur Geltung als an ihrem Originalstandort. In den Papieren der Familie Lenné finde ich ein Schreiben von ihm an Lennés Urgroßneffen vom 10. Januar 1938. Es bestätigt meine Annahme.

1979 kaufte ich, damals Student der Garten- und Landschaftsgestaltung, die neue Lenné-Biographie von Hinz im Taschenbuchformat. Meine Bemerkungen am Rand müssen auch aus dieser Zeit stammen. Fünf Jahre später kam ich als Volontär der Berliner Schlösserverwaltung erstmals nach Bonn. Neben meiner dienstlichen

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