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Handbuch der antiken Architektur von Schollmeyer, Patrick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.11.2014
  • Verlag: Philipp von Zabern
eBook (ePUB)
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Handbuch der antiken Architektur

Die Baukunst der Griechen und Römer gehört zu den eindrucksvollsten Zeugnissen der untergegangenen antiken Welt. Monumentale Reste und prominente Bauwerke vom Parthenon bis zum Kollosseum zeugen bis heute von der einstigen Größe Griechenlands und Roms. Während Architekturbegeisterte vor allem die Schönheit der hinterlassenen Objekte bewundern, haben Bauhistoriker und Archäologen detailreiche Fragen an Bautypen und -formen sowie deren Entwicklung, Gemeinsamkeiten und Unterschiede. Für beide Interessensgruppen bietet die hier vorliegende Darstellung erstmals einen systematischen Zugriff auf die wesentlichen Grundzüge antiken Bauens. Ein Lehr- und Lernbuch, das die Vielfalt der Baukunst vom 1. Jahrtausend v. Chr. bis zum 4. Jahrhundert n. Chr. anschaulich anhand von rund 600 Strichzeichnungen behandelt. Eine Bibliographie sowie Register zu Namen, Orten und Begriffen ergänzen den Band.

Patrick Schollmeyer, geb. 1965, ist wissenschaftlicher Mitarbeiter sowie Betreuer der Original- und Abgusssammlung am Institut für Klassische Archäologie der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 238
    Erscheinungsdatum: 01.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783805347280
    Verlag: Philipp von Zabern
    Größe: 41103 kBytes
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Handbuch der antiken Architektur

Das antike Bauhandwerk hatte bis zum Ende des Römischen Reichs, die bronzezeitlichen Hochkulturen Kretas und des mykenischen Griechenlands nicht miteingerechnet, bereits eine gut 1500 Jahre dauernde Entwicklungsgeschichte vorzuweisen, in deren Verlauf wichtige theoretische Erkenntniszuwächse sowie praktisch-technische Erfindungen die Baukunst sicherlich mehr als nur einmal revolutionierten. Eine wichtige Rolle spielten hierbei Veränderungen im Bereich der Werkzeuge und damit verbunden der bearbeitbaren Werkstoffe. Den Anfang machten am Beginn der dunklen Jahrhunderte (engl. Dark Ages ), die auf die minoische und mykenische Hochkultur des bronzezeitlichen Griechenlands folgten, bescheidene hüttenförmige Architekturen ( 5) , deren tragende Konstruktion zumeist aus Holz war und die in der Regel Wände sowie Dächer aus Binsengeflecht und/oder Lehmziegel aufwiesen und damit einen deutlichen Rückschritt gegenüber der minoisch-mykenischen Steinbaukunst darstellten. Als Fundamente dienten Steinblöcke, die das aufgehende Mauerwerk vor der Bodenfeuchtigkeit schützen sollten. Tönerne Ziegel und Schmuckformen blieben eine Seltenheit. Ab dem späten 8. und vor allem im 7. Jh. v. Chr. scheinen die Bauten dann weitgehend von spezialisierten Zimmerleuten in reiner Holzbauweise errichtet worden zu sein. Tönerne Ziegel und Verkleidungsplatten fanden jetzt weite Verbreitung. Solche Bauglieder aus gebranntem Ton (ital. Terrakotta) lassen sich aufgrund spezifischer technischer und vor allem stilistischer Eigenarten meist bestimmten regional operierenden Werkstätten zuweisen. Darüber hinaus sind die Wände besonders bedeutender Bauten mit getriebenen Bronzereliefs verkleidet worden. Durch die Kenntnis vor allem der ägyptischen Monumentalarchitektur, die sich durch griechische Händler und Söldner ab dem späten 7. Jh. v. Chr. in Griechenland zu verbreiten begann, entstand in der griechischen Welt - zunächst im Bereich der Tempelarchitektur - schließlich eine Bauweise, bei der nach und nach das Holz ( 6) sowie die anderen vergänglichen Baumaterialien durch sorgfältig zugehauene steinerne Bauglieder ersetzt wurden. Neben den besonders zu Beginn der Entwicklung verwendeten, einfacher zu bearbeitenden Kalksteinsorten etablierte sich bald auch die Verarbeitung harter Marmore. Wegweisend waren hierbei dank der bedeutenden Marmorsteinbrüche auf Naxos sowie Paros zunächst die Kykladen und dann vor allem Athen mit seinen Marmorvorkommen am Hymmetos sowie Pentelikon. Die italisch-römische Welt verfügte über eigene lokale Marmorvorkommen dagegen erst ab cäsarischer Zeit, als die auch heute noch genutzte Marmorlagerstätte von Luni (das heutige Carrara) erschlossen wurde. Bis dahin deckte man den Bedarf ausschließlich aus griechischen Importen. Man handelte nicht nur mit Blöcken, sondern auch mit fertigen respektive halbfertigen Baugliedern. Dieser Marmorhandel stellte ein einträgliches Geschäft dar und die schweren Transportschiffe befuhren die einschlägigen Handelsrouten. Sie sicherten die Verbindung zwischen den Exporteuren in Griechenland und Importeuren in Italien. In der Kaiserzeit gab es im gesamten Imperium Romanum unzählige Steinbrüche, aus denen man die unterschiedlichsten Marmorsorten, darunter auch buntfarbige gewann. Hiervon waren die wichtigsten Lagerstätten meist in kaiserlichem Besitz ( 7) . Eine weitere echte Innovation stellte die Erfindung des antiken Zementbaus in Form der Entwicklung des sog. opus caementitium (s. dort unter Mauertechniken) im 3. Jh. v. Chr. dar. Von da an ließen sich nun größere Wand- und Deckenbereiche, darunter vor allem Gewölbe problemlos in Holzverschalungen gießen ( 8) . Zusammen mit der Verwendung von gebrannten Ziegeln, die sich im Gegensatz zum traditionellen Steinquaderbau mit nur geringem Kraft- und damit Zeitaufwand aufmauern lassen, verfügten die römischen Bauhütten damit über

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