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Eine Galerie finden Ratgeber für Künstler von Wagner, Cai (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 06.12.2011
  • Verlag: Jovis
eBook (ePUB)
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Eine Galerie finden

Künstler ohne Galerie haben im Kunstmarkt heute kaum Chancen. Spätestens nach Ende des Studiums an der Kunsthochschule wird die Suche nach einer Galerievertretung notwendig. Wer dies ein paar Jahre nach Abschluss noch nicht geschafft hat, hat ein ernstes Problem.Jeder Künstler weiß von den Schwierigkeiten zu berichten. Wie und warum der eine Künstler der Galerie wird, weshalb aber der andere nur immer wieder Absagen kassiert, ist nach außen unklar. Galerien scheinen wie die berühmte Black Box: vorne kommt was hinein, hinten kommt was heraus, aber was dazwischen geschieht, entzieht sich dem Blick.Cai Wagner versucht in "Eine Galerie finden" vor dem Hintergrund seiner über zehnjährigen Tätigkeit als Galerist Licht ins Dunkel zu bringen. Die Voraussetzungen einer Bewerbung werden ebenso erläutert wie das konkrete Vorgehen in der Bewerbungsphase. Hinweise zu Galeriewechsel und Vertragsrecht ergänzen dies. Abgerundet wird der Ratgeber durch Einsichten in den Kunstmarkt und die Zwänge, denen auch Galerien unterworfen sind.

Cai Wagner eröffnete seine erste Galerie 2000 in Berlin. Zuvorhat er Germanistik und Theaterwissenschaft an der Freien UniversitätBerlin studiert und einige Jahre am Theater gearbeitet.2008 gründete er gemeinsam mit Margret Uhrmeister die GalerieWagner + Partner, die sich auf zeitgenössische Fotografieund Malerei spezialisiert hat. Er ist seit vielen Jahren im LandesverbandBerliner Galerien im Vorstand tätig, zuletzt als stellvertretenderVorsitzender und dort u.a. verantwortlich für den BereichFortbildung und Qualifizierung. Regelmäßig ist Cai Wagnerauch an Kunsthochschulen Gastdozent.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 06.12.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783868599022
    Verlag: Jovis
    Größe: 726kBytes
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Eine Galerie finden

SELBSTEINSCHÄTZUNG

Dieses Buch ist für all diejenigen geschrieben, die im weitesten Sinne ein "Vermarktungsproblem" haben, einen Galeriewechsel anstreben oder die sich am Ende des Studiums befinden und nun eine Galerie suchen. Es richtet sich nicht an jene, die im Kunstmarkt etabliert sind, sondern an alle, die nicht hofiert werden und sich und ihre Kunst einer Galerie andienen müssen. Grundsätzlich besteht in dieser Situation immer die Gefahr, dass man im wortwörtlichen Sinne mit einer Mappe losrennt und sich vorstellt, ohne vorher genau zu schauen, was man zu bieten hat, wo man steht und an welchen potenziellen Geschäftspartner - sprich Galerie - man sich wendet.

Eine kritische und professionelle Betrachtung der eigenen Position bzw. Person wird unterlassen, vielleicht auch, weil sie vordergründig nichts mit Kunst zu tun hat. Fakt ist auch, dass Wirtschaftsstandards wie Coaching, Entwicklungsgespräche und andere Instrumente aus der Arbeits- und Organisationspsychologie aus vielerlei Gründen sehr wenig Eingang in die Kunstwelt gefunden haben. Zentral bleiben noch immer die persönliche Begegnung und die Persönlichkeit des Künstlers. Wie also beginnt man mit einer kritischen Selbsteinschätzung und bringt deren Ergebnisse in eine gewisse Systematik?

In der modernen Kunst ist historisch gesehen fast alles möglich. Es gibt den malenden Bahnwärter Henri Rousseau, einen Autodidakten, der die Naive Kunst wesentlich geprägt hat. Dann ist da der Meisterschüler eines Erich Heckel. Oder ein ehemaliger Wallstreet-Banker, der weiß, wie man Geld macht und heute als Jeff Koons bekannt ist. Alle haben ihren Platz trotz sehr unterschiedlicher Ausbildung gefunden. Am Ende zählt allein das Talent. Dennoch schauen Galerien sehr genau auf die Ausbildung ihrer Künstler. Eine fundierte Ausbildung sichert nicht nur die Bekanntheit der Künstler mit künstlerischen Inhalten und Techniken ab, sie ist selbstredend auch ein Qualitätsmerkmal für sich. Wie soll man etwa einen Autodidakten vermarkten? In welchen Kontext soll man ihn stellen - Art Brut, wenn es hoch kommt? Wird nicht bei einem 40-jährigen Künstler, der nach 20 Berufsjahren in die Kunst gewechselt ist, immer die Frage aufkommen, ob er noch ausreichende Karrierechancen hat? Oder der gelernte Grafiker, der jetzt als Maler reüssiert? Viel einfacher ist es, den jungen Studenten einer angesehenen Kunsthochschule zu fördern! Und das geht noch besser, wenn er Meisterschüler eines möglichst bekannten und einflussreichen Künstlers ist!

Abgesehen von wenigen Ausnahmen gilt, dass auch im Kunstmarkt eine künstlerische Ausbildung an einer Hochschule die beste Voraussetzung für Erfolg ist, am besten noch mit erfolgreich abgeschlossenem Meisterschülerstudium. Erst danach sollte man gezielt eine feste Zusammenarbeit mit einer Galerie anstreben. Die Zeit davor kann man für die Teilnahme an diversen Gruppenausstellungen nutzen, man sollte seine Kraft aber in erster Linie für eine gute Qualifikation aufbringen. Stehen Sie diesbezüglich also vor grundsätzlichen Entscheidungen, kann ich nur dazu raten, die beste Ausbildung und Förderung anzustreben. Hat man aus bestimmten Gründen andere (Lebens-) Wege gewählt, muss man sich dies sehr nüchtern vor Augen halten und die eigenen Stärken unbedingt noch weiter herausheben oder gewisse Nischenbereiche ansteuern. In einigen Fällen kann es sogar sinnvoller sein, von Anfang an den Weg der Selbstvermarktung zu gehen und ganz auf eine Galerievertretung zu verzichten.

Hat man sich Klarheit über die formale Positionierung durch seine Ausbildung verschafft, sollte man unbedingt seine persönlichen Zielsetzungen überprüfen, indem man sich einige grundsätzliche

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