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Eve's Hollywood von Babitz, Eve (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.11.2018
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
17,99 €
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Eve's Hollywood

Kennen Sie Eve Babitz? Journalistin, Partygirl, Künstlerin, Muse: Bis zu ihrem dreißigsten Lebensjahr hatte Eve Babitz bereits jede dieser Rollen inne. Schon als Kind war sie Teil der kulturellen Bohème Kaliforniens. Zu erster Berühmtheit gelangte sie als nackte Schönheit am Schachtisch mit Marcel Duchamps und als eine von Ed Ruschas Five 1965 Girlfriends. Doch ihr erstes Buch zeigt Babitz als Schriftstellerin mit eigener Stimme und eigenen Geschichten. So erzählt sie von entzückenden Highschool-Schönheiten, beneidenswert tätowierten Chicanas und Rockstars, die ihren Rausch im Chateau Marmont ausschlafen. In ihren scheinbar beiläufigen Anekdoten verdichten sich Glamour, Witz und Tragik auf einzigartige Weise. Hier lernen wir die wahre Schönheit von Los Angeles kennen: Zitrusbäume wiegen sich im Wind, immer bis zum nächsten Erdbeben. Eve Babitz wurde 1943 in Hollywood geboren. Ihre Mutter war Künstlerin, ihr Vater der Violinist Sol Babitz. Sie schrieb für Zeitschriften wie Ms. und Esquire und gestaltete Albencover für The Byrds, Buffalo Springfield und Linda Ronstadt. Eve's Hollywood ist das erste von sieben semi-autobiografischen Büchern, in denen sie die kulturelle Bohéme von Los Angeles beschreibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 26.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641226442
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Eve's Hollywood
    Größe: 4911 kBytes
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Eve's Hollywood

EINFÜHRUNG

Für jene von uns, die in den 1960ern im Nordosten der USA aufwuchsen, war Kalifornien ein fremdes Land und Los Angeles seine Hauptstadt. Die echten Hauptstädte fremder Länder wie London oder Paris wirkten vertrauter. An der Wurzel unseres tiefen Misstrauens lag die Überzeugung der Yankees, dass das Wetter eine definierende Wirkung auf die Bildung des menschlichen Charakters hat - die rauen Winter impfen jenen, die ihnen standhalten müssen, calvinistische Härte ein, während ewige Sommer unweigerlich die Moral und den Arbeitswillen angreifen. All die in Flammen stehenden Hügelketten und die Erdbeben, die das Geschirr klirren ließen, waren uns biblische Mahnungen, dass in L.A. von Anfang an keine Menschen leben sollten - Mahnungen, die von den dortigen Bewohnern unbeachtet blieben, einem Haufen eingefleischter Hedonisten, die nur für den Moment lebten und Europa und der Vergangenheit den Rücken zugekehrt hatten, während sie in den Sonnenuntergang blickten und aufs Meer.

Um es kurz zu machen: Nichts von dem, was wir über L.A. wussten, ließ uns glauben, dass an diesem Ort ernsthafte Literatur entstehen könnte. Bis jemand das Gegenteil bewies und zu Ruhm gelangte mit der vollendeten Ausführung des einfallsreichen, hochpersönlichen Journalismus, der die 70er dominierte. Das war Joan Didion, deren Name neben dem ihres Ehemannes in der ausführlichen Widmung auftaucht, mit der Eve Babitz ihr Buch beginnt: "Für die Didion-Dunnes, weil sie sein müssen, was ich nicht bin." Didion hatte sich mit John Gregory Dunne nach New York verdrückt, und von diesem entfernten Beobachtungspunkt aus schrieb sie über Los Angeles auf eine Art, die uns im Nordosten schmeichelhaft glauben ließ, dass wir von Anfang an recht gehabt hatten.

Es war Eve Babitz, die schließlich - ohne sich dafür zu entschuldigen - eine Sprache fand für L.A.s einzigartige Anziehungskraft und die mittlerweile fade gewordene Idee von der Stadt als kultureller Ödnis beerdigte. Dafür war sie im höchsten Maße qualifiziert. Mit einem Vater, der ein Musikologe war und ein bei Twentieth Century Fox unter Vertrag stehender Violonist, einer Mutter, die Künstlerin war, und mit Igor Strawinsky als Patenonkel wuchs Eve Babitz von einem illustren Kreis familiärer Freunde umgeben auf, zu dem Edward James gehörten, Joseph Szigeti, Eugene Berman, Marilyn Horne, Kenneth Roxroth und Kenneth Patchett, mit Dichterlesungen im Wohnzimmer und Premieren von Arnold-Schönberg-Stücken unter Palmen.

Doch diese Tochter von Bohemiens war auch ein Kind dieses Hollywoods in all seiner damaligen schillernden Großartigkeit, bevor eine Shopping Mall das Garden of Allah Hotel ersetzte, in das Eve und ihre Freundin Sally, zwei Jungfrauen mit gefälschten Personalausweisen, zum Trinken gingen, und um ihre Reize an Männern auszuprobieren, die doppelt so alt waren wie sie. Die Illusion - ein Palmenwald aus Pappmaschee in einem Nachtclub, ein Restaurateur, der behauptete, mit dem letzten russischen Zar verwandt zu sein - wurde Realität, wenn ein Quorum daran glaubte. Und man musste einfach die Kühnheit bewundern, die Fantasie, den Glanz der Verkleidung. An der Hollywood High, Babitz' Alma Mater, war das Maskottchen kein für seine Kampfkraft bekanntes Tier, wie es der Tradition von Sportmannschaften entsprach, sondern die Hauptfigur des Rudolph-Valentino-Films Der Scheich - ein arabisches Stammesoberhaupt, gespielt von einem zwitterhaften italienischen Schauspieler. Die Verführung und der Glamour waren in Eve Babitz' tägliches Leben eingewoben und haben sie geprägt.

Sie verehrte Marilyn Monroe, mischte sich unter die Menge, die zusah, als sie ihre Hände in den nassen Zement vor dem Grauman's Chinese Theatre drückte, und war wütend, wenn mal wieder Arthur Millers Genie gepriesen wurde und alle Marilyns Intelligenz ignorierten. Wie die Monroe muss auch Eve Babitz ihr Kontingent an Männern gehabt haben, die

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