text.skipToContent text.skipToNavigation

Konzeptionen der Kunstdidaktik

  • Erschienen: 24.01.2014
  • Verlag: Athena Verlag
eBook (PDF)
13,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Konzeptionen der Kunstdidaktik

Die technologische Entwicklung der letzten Jahre bedingt eine tiefgreifende Veränderung der Wahrnehmungsverhältnisse, womit die Anforderungen an die Kompetenz der visuellen Wahrnehmungsfähigkeiten enorm gestiegen sind. Die ästhetische Erziehung steht damit vor neuen Aufgaben. Der vorliegende, für zahlreiche Fachseminare im Rahmen der Ausbildung von Kunstlehrern und -lehrerinnen in den letzten Jahren unverzichtbar gewordene Band stellt - nun in der dritten Auflage überarbeitet, wesentlich erweitert und auf den gegenwärtigen Stand der Diskussion gebracht - grundlegende Konzeptionen der Kunstdidaktik in ausgewählten Texten zusammen und bietet sowohl neueste Problemstellungen angesichts der Neuen Medien als auch die historische Dimension der kunstpädagogischen Diskussion. Darüber hinaus werden die wichtigsten Ergebnisse der Bezugswissenschaften - Kunstwissenschaft und geschichte, Philosophie, Kommunikationswissenschaften u. a. - berücksichtigt.

n/a

Produktinformationen

    Größe: 1569kBytes
    Herausgeber: Athena Verlag
    Untertitel: Dokumente eines komplexen Gefüges
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 261
    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783898967495
    Ausgabe: 3. Aufl.
    Erschienen: 24.01.2014
Weiterlesen weniger lesen

Konzeptionen der Kunstdidaktik

Jörg Ruhloff

Kritik der "Visuellen Kommunikation" (1975)

In der "Visuellen Kommunikation" kommt [...] Kunst primär nur noch als negativer Gegenstand vor. "Wichtiges Lernziel des auf Bildende Kunst bezogenen Unterrichts ist die "Diskriminierung" von Kunst als Instrument von Herrschaft." (Möller) Jedoch selbst als negative Größe ist Kunst nicht der zentrale Unterrichtsinhalt. Was also ist mit "Visueller Kommunikation" gemeint?

Gegenstand des Faches ist – auf einen einfachen Nenner gebracht – die an ein Sinnesorgan, das Auge, gebundene Mitteilung. Möglicher Einzelinhalt des Lehrens und Lernens ist alles optisch Wahrnehmbare, insofern ihm eine Mitteilungsfunktion zugeschrieben werden kann. Die denkbare "künstlerische Gestaltung" ist für die Qualifikation zum Unterrichtsinhalt unmaßgeblich. Demnach können im Unterricht alle optisch registrierbaren Kulturprodukte vorkommen, zum Beispiel: Werbefilme, Familienfotos, Comics, Architektur, Wohnungseinrichtung, Bekleidung, Geräte, Müllkippen, Schulhöfe, Warenformen und -verpackungen, Menschen in Situationen und Aktionen – kurz: alles von Menschen produzierte Sichtbare.

Gelehrt und gelernt werden soll nun aber nicht, was es alles zu sehen gibt. Gelernt werden soll vielmehr, was sich am Gesehenen dem Gesichtssinn verbirgt. Das sind die Standpunkte des Sehens und der Produktion von Sichtbarem. Das sind Zwecke und Wirkungen der den Gesichtssinn reizenden Wahrnehmungsobjekte, die Absichten, Interessen und Abhängigkeiten ihrer Produzenten. Gelernt werden soll etwa, daß die üblichen Urlaubsfotografien nach Form und Inhalt nicht nur harmlose private Erinnerungen sind, sondern möglicherweise zugleich Dokumente einer durch Freizeitindustrie, durch Reiseprospekte z. B. lancierten Wahrnehmungs-, Erlebens- und Lebensstereotypie, die letztendlich auf ökonomische Ursachen zurückführbar ist. [...]

Neben der Analyse von visuellen Produkten und visueller Produktion auf ihre Bedingungen, Intentionen und Wirkungen geht es um verändernde Praxis. Die Schüler sollen Gerät und Technik der visuellen Mitteilung zu beherrschen, die vorhandenen technischen Kommunikationsmöglichkeiten in den Dienst ihrer eigenen Bedürfnisse zu stellen lernen. Aus hilflosen Rezipienten und Konsumenten des Angebots der Bewußtseinsindustrie sollen potentielle Mitproduzenten, aus Manipulierten sollen Manipulateure werden, die ggf. auch mit Massenmedien wirkungsvoll für ihre politischen Ziele zu "agitieren" verstehen. [...]

Der Unterricht will an sichtbaren Kulturzeugnissen und insbesondere an den durch die Massenmedien Fernsehen und Film übermittelten nicht bloß irgendwelche, von Fall zu Fall möglicherweise wechselnden Bedingungen und Folgen erkennbar machen. Es ist eine durchgehende geheime Mitteilung, die an den unterschiedlichsten visuellen Objekten vor allem interessiert und die sie bei allen medientechnischen und inhaltlichen Unterschieden zu einem Problemgebiet zusammenfügt. Was immer sonst ein Bild, ein Film, eine Schulhofmauer, ein Werbespot darstellen, bedeuten, aussagen, beabsichtigen – ihre Hauptbedeutung für die gesellschaftskritisch ambitionierte "Visuelle Kommunikation" ist die, daß sie Herrschaftsverhältnisse mitteilen, die es aufzudecken und zu verändern gilt. Das spezifische Problem des Unterrichts, so kann zusammengefaßt werden, sind die visuellen Manifestationen menschlicher Herrschaftsbeziehungen und die Herrschaftsausübung durch visuelle Produktion und Konsumtion.

Dieser These widerspricht es nicht, wenn dem Fach außer einer gesellschaftkritischen Funktion auch noch andere Funktionen scheinbar gleichrangig zugeordnet werden, in den Hes

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.