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Leonardo da Vinci Die Biographie von Isaacson, Walter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.10.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)

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Leonardo da Vinci

Unehelich, Vegetarier, homosexuell, Linkshänder, leicht ablenkbar und durchaus ketzerisch – Leonardo da Vinci verlangte der Gesellschaft des 15. und 16 Jahrhunderts so manches ab. Und er gab viel zurück. Er schälte das Fleisch von Schädeln, um die Gesichtsphysiognomie zu erkunden, zeichnete die Muskulatur der Lippen nach – und malte erst dann das einzigartige Lächeln der Mona Lisa! Er studierte, wie Lichtstrahlen auf die Hornhaut treffen - und schaffte dadurch die wechselnden Perspektiven in seinem Gemälde "Das Abendmahl". Leonardos lebenslanger Enthusiasmus, Grenzen zu überschreiten, faszinierte bereits die einflussreichen Familien in Florenz und Mailand und gilt bis heute als wegweisendes Rezept für Kreativität und Innovationen. Walter Isaacson erzählt Leonardos Leben in völlig neuer Manier, indem er dessen künstlerisches und wissenschaftliches Wirken zueinander in Bezug setzt. Er zeigt dabei auf, dass Leonardos Genialität auf Fähigkeiten basierte, die jeder von uns in sich trägt und stärken kann: etwa leidenschaftliche Neugier, aufmerksame Beobachtung oder spielerische Einbildungskraft. Leonardo erinnert uns bis heute daran, wie wichtig es ist, nicht nur ständig neues Wissen zu erlangen, sondern dieses auch immer wieder zu hinterfragen, der Fantasie freien Raum zu lassen und abseits festgelegter Muster zu denken – so wie alle großen Geister der Weltgeschichte. Walter Isaacson, geboren 1952 in New Orleans, ist Professor für Geschichte sowie Schriftsteller und einer der weltweit renommiertesten Biographen. Er ist Präsident und CEO des Aspen-Instituts, war CEO von CNN und Redakteur beim Time Magazine. Seine Biografie über Steve Jobs wurde ein Weltbestseller.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 752
    Erscheinungsdatum: 26.10.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843718844
    Verlag: Ullstein
    Größe: 61602 kBytes
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Leonardo da Vinci

KAPITEL 1

Kindheit

Vinci, 1452-1464

Die Stadt Vinci mit der Taufkirche Leonardos
DA VINCI

Leonardo hatte das große Glück, außerehelich geboren worden zu sein. Andernfalls hätte er, so wie alle legitimen erstgeborenen Söhne seiner Familie in den vorangegangenen fünf Generationen, Notar werden müssen.

Die Wurzeln seiner Familie lassen sich bis ins frühe 14 . Jahrhundert zurückverfolgen, als sein Ur-Ur-Urgroßvater Michele in dem etwa 27 Kilometer westlich von Florenz gelegenen toskanischen Städtchen Vinci als Notar praktizierte . Beim Aufblühen von Handel und Wirtschaft in Italien spielten Notare ein wichtige Rolle, denn sie fassten in lateinischer Sprache geschriebene Handelsverträge, Landverkaufsurkunden, Testamente und andere Rechtsdokumente ab, die sie häufig mit historischen Bezügen und literarischen Ausschmückungen versahen.

Weil Michele ein Notar war, hatte er Anspruch auf den Ehrentitel "Ser" und wurde auf diese Weise zu Ser Michele da Vinci. Sein Sohn und sein Enkel waren als Notare noch erfolgreicher, Letzterer wurde sogar Kanzler in Florenz. Der Nächste in der Linie, Antonio, fiel aus der Reihe. Er verwendete zwar den Ehrentitel Ser und heiratete eine Notarstochter, scheint mit der Familientradition jedoch gebrochen zu haben. Er zog es nämlich vor, von den Einkünften aus dem Landbesitz der Familie zu leben, der von Pächtern bewirtschaftet wurde und einen bescheidenen Ertrag an Wein, Oliven, Öl und Weizen lieferte.

Antonios ehrgeiziger Sohn Piero überwand die Trägheit seines Vaters und war erfolgreich in Pistoia und Pisa tätig, bevor er sich um das Jahr 1451 im Alter von 25 Jahren in Florenz etablierte. Ein Vertrag, den er notariell beglaubigte, gibt als seine Büroadresse den "Palazzo del Podestà", also das Magistratsgebäude (heute das Museo Nazionale del Bargello) an, der gegenüber dem Palazzo della Signoria, dem Sitz des Stadtparlaments, liegt. Er wurde der Notar vieler Klöster und religiöser Ordensgemeinschaften, der jüdischen Gemeinde von Florenz und zumindest in einem Fall auch der Medici. 1

Während eines Besuchs in seiner Heimatstadt hatte Piero dann eine Beziehung mit einem unverheirateten Bauernmädchen, aus der im Frühling 1452 ein Sohn hervorging. In seiner selten verwendeten Notarhandschrift erinnerte Antonio, der Großvater des Jungen, ganz unten auf der letzten Seite eines Notizbuchs, das bereits seinem Großvater gehört hatte, an die Geburt des Jungen. " 1452 : Mir ist ein Enkel geboren worden, der Sohn meines Sohnes Ser Piero, am 15 . Tag des April, einem Samstag, um die dritte Nachtstunde [etwa 22 Uhr]. Er trägt den Namen Leonardo." 2

Leonardos Mutter wurde weder in Antonios Geburtsnotiz noch in einer anderen Geburts- oder Taufakte der Erwähnung für wert befunden. Aus einem Steuerdokument erfahren wir fünf Jahre später, dass ihr Name Caterina lautete. Ihre Identität war den modernen Gelehrten lange ein Rätsel. Man glaubte, sie sei Mitte zwanzig gewesen, und einige Forscher hielten sie für eine arabische oder chinesische Sklavin. 3 Tatsächlich war sie ein armes, sechzehn Jahre altes Waisenmädchen namens Caterina Lippi aus der Umgebung von Vinci. Der Kunsthistoriker Martin Kemp aus Oxford und der Archivforscher Giuseppe Pallanti aus Florenz haben erst 2017 Beweise dafür vorgelegt, ihren Hintergrund dokumentiert (und damit gezeigt, dass es noch immer etwas über Leonardo zu entdecken gibt). 4

Im Jahr 1436 als Tochter eines armen Bauern geboren, wurde Caterina mit vierzehn zur Waise. Sie kam mit ihrem kleinen Bruder bei der Großmutter unter, die ein Jahr später, im Jahr 1451 , starb. Dazu gezwungen, für sich selbst und ihren Bruder zu s

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