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Something to s(pr)ay: Der Street Artivist Banksy Eine kunstwissenschaftliche Untersuchung von Blanché, Ulrich (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.06.2013
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
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Something to s(pr)ay: Der Street Artivist Banksy

Mit Sprühdose, Pinsel oder Textmarker machen sie sich künstlerisch nicht nur die Straße zu eigen: Street Art Artivisten. Der britische Ex-Graffiti-Sprüher Banksy - ein Pseudonym - ist ein Meister dieser neuen Kunst-Spielart mit alten Wurzeln. Er changiert zwischen Posse und Provokation und ironisiert mit seinen Stencils und Guerilla-Aktionen bekannte Marken und Motive. Der Begriff Street Art hat sich mittlerweile für die unerlaubte wie heterogene Bilderflut in internationalen Großstädten gegenüber Post Graffiti, Guerilla Art oder Urban Art durchgesetzt. Street Art ist ein urbanes Statement gegen kommerziell erzeugten Massengeschmack und bürgerlichen common sense, das anarchistisch-kreative Denkanstöße gibt. Ulrich Blanché widmet sich dem Werk Banksys aus kunstwissenschaftlicher Perspektive und liefert damit die erste Studie dieser Art. Er geht auf Banksys Umgang mit dem urbanen Raum ein und bespricht ausgewählte Arbeiten ikonografisch, materialkundlich und ideengeschichtlich. Der Autor diskutiert die Entwicklung von Street Art aus Graffiti, deren Bezüge zu Pop Art, Dadaismus oder Land Art und stellt Pioniere und wichtige Vertreter der Street Art wie Blek le Rat, Shepard Fairey (Obey) und Marc Jenkins vor.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 164
    Erscheinungsdatum: 26.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828852631
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Größe: 9110 kBytes
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Something to s(pr)ay: Der Street Artivist Banksy

2. Something to s(pr)ay - Der Street Artivist Banksy

2.1 Street Art

Um Banksys Werk besser verstehen zu können, ist es hilfreich, den theoretischen und praktischen Hintergrund, die Ideen und die Technik des Genres zu kennen, die in dieser Arbeit mit dem Oberbegriff Street Art bezeichnet wird. Vorab wird daher die Herkunft des Begriffes erläutert und dieser definiert werden. Anschließend wird Graffiti (und seine Entstehungsgeschichte) erklärt, aus dem Street Art hervorging, bevor die Street Art-Vertreter Blek Le Rat, Shepard Fairey und Marc Jenkins beziehungsweise ihre unterschiedlichen Techniken exemplarisch vorgestellt werden.

2.1.1 Das Phänomen Street Art

Laut Reineke ist seit etwa Mitte der 1990er Jahre ein vorgeblich neues Phänomen besonders in Großstädten und Metropolen wie London, Berlin, New York, Paris, Barcelona oder São Paulo zu beobachten: Street Art. Die Straßen, insbesondere die gentrifizierter Viertel - also solche, wo Künstler und junge Leute (meist aufgrund niedriger Mieten) verstärkt hinziehen und leben, sind übersät mit anonymen Bildern, Zeichen, Texten und Skulpturen unterschiedlicher Art und Größe, die sich wiederum durch mannigfache Intentionen, Techniken und Lebensdauer unterscheiden. Gemeinsam haben alle diese künstlerischen wie grafischen Werke, dass Street Art-Aktivisten oder -Künstler sie aus eigenem Antrieb, also unautorisiert, (im urbanen Raum) anbringen 6 - und dass sie sich vom klassischen Graffiti unterscheiden.

Seit etwa 2005 hat sich für dieses Phänomen laut Reineke der Begriff Street Art durchgesetzt, jedoch sind weiterhin auch Bezeichnungen wie Urban-Art oder Post-Graffiti für dieselbe Erscheinung gebräuchlich, 7 auch ist der Diskurs längst nicht abgeschlossen. In dieser Arbeit wird dieser englische Begriff weder mit Bindestrich (wie bei Reineke) noch klein geschrieben, sondern ebenso wie Pop Art oder Land Art im Deutschen groß geschrieben werden. Anfang 2004 stellte die wichtigste Internet - Plattform, woostercollective.com, für das damals noch unbenannte Phänomen die Frage nach deren Benennung. Der folgende Abschnitt folgt weitestgehend Julia Reinekes Kapitel "Begriffsdiskussion: Street Art versus Post-Graffiti". 8

Der Amerikanische Künstler Logan Hicks, der mit Schablonen arbeitet, favorisierte den Begriff Urban Art aus folgendem Grund:

"My take is, that Urban Art best describes the movement. The art that signifies this movement is influenced, and primarily lives within the city environment. [...] The people, the mediums, surfaces and showcases that exist within this movement are all born from the city streets." 9

Wie Hicks argumentierte auch der englische Aktivist Onema für Urban Art:

"It sums up what we're doing: creating art in/for/inspired by the urban environment that we live in. It is simple and easily understandable to those who don't do art, while still maintaining the idea of creativity and intelligence, not just 'vandalism' " 10

Wie viele lehnt Onema alle Begriffe, die das Wort "Graffiti" beinhalten, strikt ab mit der Begründung, dass Außenstehende diesem seiner Ansicht nach negativ besetzten Begriff missverstehen könnten. Der Organisator der Berliner Ausstellung "Backjumps - The Live Issue", Adrian Nabi kommt dagegen - wie viele Street-Art-Künstler - vom Graffiti und schließt daher auch das Graffiti-Writing in den Begriff Ur-ban Art mit ein. Er schuf daher den Ausdruck "Urban Aesthetics". Daraufhin ging auf woostercollective.com eine Flut von Wortneuschöpfungen ein, die oft die Wörter Art, Graffiti, Urban, Public oder Post enthielten.

Street Art war sowohl in der gleichnamigen Subkultur als auch der Öffentlichkeit beziehungsweise den Medien laut Reineke von Anfang an der dominanteste Begriff. Das war zugleich für viele Aktivisten ein Grund, diesen Begriff abzulehnen. Der Aktivist Stefan Marx alias Gomes sprach vom "autonomen Publizieren"

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