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Der Zugang von Frauen zum Heer aus innerstaatlicher und europarechtlicher Sicht von Steiner, Silke (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.07.2010
  • Verlag: GRIN Publishing
eBook (ePUB)
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Der Zugang von Frauen zum Heer aus innerstaatlicher und europarechtlicher Sicht

Diplomarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Jura - Öffentliches Recht / Sonstiges, Note: Sehr gut, Karl-Franzens-Universität Graz (Institut für Österreichisches, Europäisches und Vergleichendes Öffentliches Recht), Sprache: Deutsch, Abstract: Anlässlich der damaligen Öffnung des österreichischen Bundesheeres für Frauen analysiert diese Arbeit aus dem Jahr 2001 die rechtlichen Rahmenbedingungen des Zugangs von Frauen zum Heer aus innerstaatlicher (österreichischer) sowie europarechtlicher Sicht. Nach einer Einführung in den Themenbereich 'Frauen in den Streitkräften' ist die Arbeit in ihrem Hauptbereich in einen innerstaatlichen und einen europarechtlichen Teil gegliedert. Durch diese Aufspaltung soll die unterschiedliche Entwicklung auf innerstaatlicher und europarechtlicher Ebene verdeutlicht werden. In Österreich erfolgte die Öffnung des Heeres durch den Gesetzgeber, während auf europarechtlicher Ebene der EuGH durch seine beiden richtungsweisenden Urteile Sirdar und Kreil als Motor der Integration von Frauen in die nationalen Streitkräfte wirkte. Abschließend werden noch die Auswirkungen dieser Entwicklung dargestellt. Interessant ist dabei auch die Frage, ob als nächster Schritt die durchwegs (mit Ausnahme Israels) auf Männer beschränkte allgemeine Wehrpflicht als gleichheitswidrig angesehen werden kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 154
    Erscheinungsdatum: 23.07.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783640668397
    Verlag: GRIN Publishing
    Serie: Akademische Schriftenreihe Bd.V154313
    Größe: 512kBytes
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Der Zugang von Frauen zum Heer aus innerstaatlicher und europarechtlicher Sicht

Teil A :

Allgemeines zum Thema Frauen in den Streitkräften



I. Ein kurzer historischer Rückblick

Europa ist weiblich, doch durch Jahrhunderte hindurch wurde die Geschichte Europas - von wenigen Ausnahmen abgesehen [2] - ausschließlich von Männern geschrieben. [3] Niemand dachte daran, auch Frauen am politischen Entscheidungsprozeß teilnehmen zu lassen und ihnen Gleichbehandlung einzuräumen.

Man übersieht bis heute gerne, dass auch große Philosophen wie Kant oder Rousseau unter den Begriff Staatsbürger ausschließlich Männer subsumierten. [4]

Besonders deutlich geprägt durch den Ausschluss von Frauen ist die Militärgeschichte, denn das Militär war und ist eine Herrschafts institution, die von Männern dominiert wird. [5]

Die Rolle der Frau im Krieg beschränkte sich auf Tätigkeiten als Helferin, Pflegerin oder als Rüstungsarbeiterin. Ansonsten traten Frauen in ihrer Funktion als Soldatenmutter oder Kriegerwitwe in Erscheinung. Die wenigen Frauen, die durch ihre Verdienste im Krieg Berühmtheit erlangten, verdankten diese meist keinem Kampfeinsatz, sondern einer traditionellen "Frauentätigkeit", wie zB Florence Nightingale als Krankenschwester. Eine Ausnahme stellt die berühmte Jeanne d'Arc dar. Sie brach das Tabu des Dienstes an der Waffe. Allerdings galten für sie als Jungfrau weniger strenge Regeln, und schließlich endete sie trotz ihrer militärischen Erfolge auf dem Scheiterhaufen. [6]

Die weit verbreitete Annahme, Frauen seien von Natur aus friedfertiger [7] , wurde durch ihre Tätigkeit in den Friedensbewegungen untermauert. Zahlreiche Frauen waren in den pazifistischen Bewegungen, die im 19. Jahrhundert als Ausdruck eines vermehrten Wunsches nach Frieden gegründet wurden, vertreten. So war zB die Friedenskämpferin Bertha von Suttner, die für ihr Buch "Die Waffen nieder" 1905 als erste Frau den Nobelpreis erhielt, die Präsidentin der 1891 gegründeten "Österreichischen Gesellschaft für Friedensfreunde". Sie versuchte allerdings nicht, die Rolle der Frau als Friedenskämpferin hervorzuheben, da sich ihrer Meinung nach beide Geschlechter gleichermaßen für den Krieg begeisterten. [8]

Obwohl Frauen um die Jahrhundertwende in den Friedensbewegungen sehr aktiv waren, durften sie an der politischen Entscheidungsfindung weiterhin keinen Anteil nehmen.

Als im Zuge der Demokratisierung der europäischen Staaten das allgemeine Wahlrecht eingeführt wurde, blieb dieses den Männern vorbehalten. Man verstand das Recht zur Wahlbeteiligung nämlich als Pendant zur Pflicht, das Vaterland im Krieg zu verteidigen. Kampfeinsätze von Frauen waren jedoch weiterhin unvorstellbar. Frauen, die dieses Tabu brachen und in Kriegen kämpften, erhielten keinen Kombattantenstatus und mussten im Falle einer Gefangennahme mit ihrer sofortigen Erschießung rechnen.

Als einige Staaten nach dem Ersten Weltkrieg auch Frauen das Wahlrecht gewährten, geschah dies gewissermaßen als Abgeltung für ihre Dienste, die sie dem Vaterland im Krieg geleistet hatten. Diese Dienste hatten sich natürlich nicht auf Kampfeinsätze erstreckt, sondern sie waren in kriegsunterstützenden Bereichen wie im Sanitätsdienst - in Frankreich waren Frauen zB als Krankenschwestern und Ärztinnen im Kriegseinsatz gewesen [9] - oder in der Rüstungsindustrie erfolgt. [10]

Im Zweiten Weltkrieg kamen Frauen schließlich teilweise auch in den Kampftruppen zum Einsatz. Dies war allerdings n

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