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Eine Bluse macht noch keinen Sommer Geschichten aus dem Kleiderschrank von Kretschmer, Guido M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.11.2014
  • Verlag: Edel Germany GmbH
eBook (ePUB)
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Eine Bluse macht noch keinen Sommer

Die Mode schreibt ihre ganz eigenen Geschichten. Und wer könnte sie besser erzählen als Guido Maria Kretschmer? Freuen Sie sich auf verschwundene Mäntel, sprechende Leggings, Dirndl im Exil, ein Kostüm mit Pferdeschweif, fliegende Röcke und angetrunkene Cocktailkleider. Dazu außerdem wichtige Mode-Basics: Erfahren Sie, welches Kleidungsstück Sie wie und wann am besten tragen und welcher Schnitt zu welcher Figur passt. Ob Rock, Hosenanzug, Cocktail- oder Abendkleid - hier finden Sie die besten Tipps für den perfekten Auftritt!

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 14.11.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783841903518
    Verlag: Edel Germany GmbH
    Größe: 8981kBytes
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Eine Bluse macht noch keinen Sommer

Der mäßige Umgang mit Geflügel oder das fliegende Textil

Nicht alles, was Flügel hat, kann fliegen und einige Vogelarten haben das Fliegen sogar verlernt, sie bleiben lieber am Boden. Wir Menschen stehen aufrecht auf unseren Füßen und können nach oben schauen, wir hüpfen mit aller Kraft und binnen Sekunden hat uns die Erde zurück. Unsere Arme sind keine Schwingen, die uns in die Lüfte heben, egal wie geschickt wir mit ihnen schlagen. Aber unsere Gedanken können fliegen und mit genug Fantasie heben wir ab und sind frei. Selbstständig denken ist auch ein bisschen wie hoch über dem eigenen Sein zu segeln.

Wer wie Ikarus in die Lüfte steigt, der sitzt in aller Regel in einem Flugzeug oder Segelflieger, einem Flugdrachen oder aber in einem Ballon, einem, der mit heißer Luft gefüllt ist. Erfunden von den Brüdern Montgolfier, die im Jahre 1783 den Versuch starteten, den Luftraum zu erobern, weil es uns Menschen immer schon dorthin gezogen hat, wo der Himmel wohnt, über uns, über allem. Ein Weidenkörbchen, eine handels übliche Gasflasche, ein Brenner, Sandsäcke, und das unter Inanspruchnahme einiger Seile alles an einen großen Ballon zu hängen ist abenteuerlich und mutig gleichermaßen.

Aber auch auf der Erde lässt es sich hin und wieder fliegen. Wer einmal im hohen Bogen geflogen ist, der hätte sich Flügel gewünscht und Schutzkleidung, die Schlimmeres verhindert hätte. Wir fliegen von der Schule und aus einer Stelle, wenn es nicht gut läuft, wir lassen aber auch unsere Gedanken fliegen und in unseren Träumen schweben einige von uns durch die Luft und hin und wieder ist genau dieser Umstand der Grund für die Entlassung. Andrea Berg ist "mit dir so hoch geflogen" und war "dem Himmel ja so nah" und alle singen mit. Wir haben sogar ein Insekt, das wir im Plural "Fliegen" nennen, und die Angehörigen dieser Spezies sind dem aufmerksamen Zuschauer von Krimis wohlbekannt als die Ersten, die kommen, wenn es sich für uns ausgeflogen hat.

Vor nicht allzu langer Zeit hat sich eine Teenagerfliege auf meine Hand gesetzt, sie hat in aller Ruhe mit mir den Nachmittag verbracht, sie saß mal auf dem Stift, mit dem ich zeichnete, dann auf meinem Arm und zu guter Letzt auf meiner Schulter, als wolle sie mir über selbige schauen. Sie hat etwas Wasser geleckt und an einem Krümel genagt und hat sich tadellos benommen. Also, ich mochte sie und habe sie Hildegard getauft, und nachdem sie Stunden mit mir, oder besser auf mir, gesessen hat, habe ich sie in den Garten gebracht. Sie blieb noch etwas sitzen und flog dann ab, und nach einer Runde nahm sie noch einmal kurz auf meiner Schulter Platz, um dann zu verschwinden. Seit diesem Tag ist es mir unmöglich, nach einer Fliege zu schlagen, es könnte Hildegard oder einer ihrer Nachkommen sein!

Aber es fliegen nicht nur Insekten und Vögel, sondern manchmal auch die Röcke, und von einer, die ein großes Verlangen spürte, leicht zu sein, möchte ich Ihnen jetzt erzählen. Sie hatte ein enges Verhältnis zur Luft und allem, was sich bewegte, und konnte sogar einen Heißluftballon fliegen. Sie liebte Kleider und Röcke, die fliegen konnten, und sie drehte sich so gern hin und her, dass es eine Freude war, ihr dabei zuzusehen. Sobald sie sich bewegte, lag alle Aufmerksamkeit auf ihr, und obwohl sie sich noch am Boden zu bewegen schien, war sie ein Luftwesen und hob ab. Sie schwebte an einem heißen Sommertag in mein Leben und vom ersten Augenblick dachte ich: "Sie ist ein Vogel." Sie war klein, ohne dabei winzig zu wirken, aber winzig genug, um immer etwas Angst um sie zu haben. Eine Elfe mit fast durchscheinender Haut, wie die Flügel einer Fledermaus, und ihre Nase war so spitz wie der Schnabel eines Vogels. Sie hatte etwas von einem Küken, aber ohne den Flauschanteil, und sie konnte picken und scharren und war so flink wie eine Bachstelze. Als sie einmal

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