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Ästhetische Forschung Wege durch Alltag, Kunst und Wissenschaft. Zu einem innovativen Konzept ästhetischer Bildung von Kämpf-Jansen, Helga (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.07.2013
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Ästhetische Forschung

Wenn Lebenszusammenhänge und Erfahrungsstrukturen immer komplexere Formen annehmen, dann müssen auch die Wege zu ihrem Verstehen neu gegangen werden. Wenn die alltäglichen Bilder- und Gegenstandswelten in ihrer massiven Präsenz unsere Wahrnehmungs- und Erfahrungsmöglichkeiten um ein Vielfaches überschreiten, dann bedarf es besonderer Zugänge, um sie bewusstseinsmäßig zu verarbeiten. Wenn in den Bereichen von Kunst und Wissenschaft längst Wege zu neuen ästhetischen Erfahrungen und Erkenntnissen entworfen sind, dann bedarf es besonderer Strategien, sie in pädagogische Verantwortlichkeit zu überführen. Genau dies will das vorliegende Buch, indem es bislang getrennte Wege in den Bereichen von Alltag, Kunst und Wissenschaft verbindet und aufzeigt, wie vorwissenschaftliche Erfahrung, künstlerische Strategien und wissenschaftliche Erkenntnisse sich verknüpfen lassen. Das Buch wendet sich an Leserinnen und Leser, die an aktuellen Fragen im Bereich des Ästhetischen interessiert sind, ohne bereits über umfangreiches Wissen - zu aktueller Kunst, den Ästhetikdiskursen, den Fragen nach künstlerischer Produktivität - zu verfügen. Es bietet hilfreiche Kenntnisse zu Künstlerinnen und Künstlern, zu Aspekten der Alltagsästhetik und zu Fragen der Wahrnehmung an. Es bezieht sich auf bereits Gewusstes und versucht darin Be-Denkenswertes festzuhalten, um es auf neue Weise zu verknüpfen. Es zeigt Möglichkeiten auf, wie man in Hochschule, Schule und anderen Bereichen ästhetischer Arbeit über künstlerisches Handeln und wissenschaftliches Denken mit großem Interesse und persönlichem Gewinn neue Erfahrungen machen kann. Helga Kämpf-Jansen (1939-2011) gilt im Fachdiskurs als eine der großen Kunstpädagoginnen des ausgehenden 20. Jahrhunderts. Als Professorin für Kunst und ihre Didaktik wirkte sie von 1992 bis 2005 an der Universität Paderborn. Mit der Neuauflage der 'Ästhetischen Forschung' von 2001 liegt ihr kunstpädagogisches Lebenswerk nun wieder vor. Ein Band, der bis heute zahlreiche produktive Kontroversen entfacht hat und in neue Formen der Vermittlungspraxis eingegangen ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 322
    Erscheinungsdatum: 15.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828856219
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Serie: KONTEXT Bd.9
    Größe: 9882 kBytes
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Ästhetische Forschung

Die alltäglichen Dinge und die Erfahrungen der Menschen

Unsere Alltagserfahrung enthält bereits alle wesentlichen Handlungsformen und Bewusstseinsprozesse, die für künstlerische wie für wissenschaftliche Auseinandersetzungen auch im Rahmen kunstpädagogischer Fragestellungen bedeutsam sind. Mit meinen Ausführungen verbindet sich somit die Forderung, die Bedeutung der Alltagserfahrung, die wesentlich auch an die Dinge gebunden ist, für kunstpädagogische Prozesse wie für pädagogische Prozesse generell immer wieder produktiv zu machen. Es geht darum, Erfahrungen in der Vielfalt sehr heterogener Aspekte zu verorten und sie gelegentlich ein Stück weit zurückzuverfolgen, hin zu all den Fragen, die wir einmal hatten, als die Dinge begannen, ihren Platz in unserem Bewusstsein einzunehmen.

Die folgenden Ausführungen sind kurze Gedankenbündelungen, kleine Passagen, die nicht auf Vollständigkeit hin angelegt sind und hier lediglich auf größere Zusammenhänge verweisen. An teilweise Bekanntes anknüpfend, geht es um neue Verbindungen und andere Sichtweisen.(1)

Ode an die Dinge

Ich liebe die Dinge über alles,

alles.

Ich mag die Zangen,

die Scheren,

ich schwärme

für Tassen,

Serviettenringe,

Suppenschüsseln -

vom Hut

ganz zu schweigen.

Ich liebe

alle Dinge,

nicht nur

die höherstehenden,

sondern

auch

die un-

end-

lich

kleinen,

den Fingerhut,

Sporen,

Teller,

Vasen.

Bei meiner Seele,

ist der Planet

schön,

voller Pfeifen, die

von Händen

durch den Rauch

geführt werden,

voller Schlüssel,

voller Salzfässer,

voll von

allem,

was von Menschenhand erschaffen,

allen Dingen:

die Rundungen am Schuh,

den Geweben,

der zweiten

diesmal unblutigen

Geburt des Goldes,

den Brillen,

den Nägeln,

den Besen,

den Uhren, den Kompassen,

dem Kleingeld, der weichen

Weichheit der Stühle.

Ah, soviel

reine

Dinge

hat der Mensch

entworfen,

aus Wolle,

aus Holz,

aus Glas,

aus Stricken -

Tische,

wunderbare Tische,

Schiffe, Leitern.

Ich liebe

alle

Dinge,

nicht weil sie

brennen

oder

duften,

sondern

ich weiß nicht warum,

weil

dieser Ozean dir gehört,

mir gehört:

Die Knöpfe,

die Räder,

die kleinen

vergessenen

Schätze,

die Fächer,

in deren Federn

die Liebe ihre

Orangenblüten

wehte,

Gläser, Messer,

Scheren -

auf allem

am Griff, am Rand,

eine Fingerspur,

die Spur einer entrückten,

ins vergessenste Vergessen

versunkenen Hand.

Ich gehe durch Häuser,

Straßen,

Fahrstühle

und berühre dabei Dinge,

erkenne Gegenstände,

die ich insgeheim begehre:

mal weil sie läuten,

mal weil sie

so weich sind

wie die Weichheit einer Hüfte,

dann wieder, weil sie wie tiefes Wasser

gefärbt oder dick wie Samt sind.

O unumkehrbarer

Strom

der Dinge,

keiner kann sagen,

ich hätte nur

die Fische

geliebt

oder die Gewächse des Urwalds und

der Wiesen,

ich hätte

nur geliebt,

was hüpft, klettert, überlebt und seufzt.

Falsch:

M

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