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Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene von Labs, Sandra (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.06.2012
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene

Johanna Ey wird als die Mutter der Moderne in Düsseldorf gefeiert. Sie soll der Künstlervereinigung Das Junge Rheinland , die gegen die konservativen Strukturen der Stadt, Akademie und Ausstellungspolitik angekämpft haben soll, durch finanzielle Mittel und Tatkraft zum Durchbruch verholfen haben. Doch wie war es wirklich um die Progressivität der Künstlervereinigung bestellt? Und um die Bedeutung Johanna Eys? Hat die geschiedene Frau eines Braumeisters, die später zur Galeriebesitzerin wurde, wirklich das Potential gehabt, um die deutsche Kunstszene voranzutreiben? Künstler wie Otto Dix, Otto Pankok und Gert Wollheim soll sie herausgebracht haben. Was war jedoch mit den anderen Galeristen vor Ort? Alfred Flechtheim begann schließlich seine beispielslose Karriere ebenfalls in der Düsseldorfer Kunstmetropole, und auch die Galerie Nierendorf begann im Rheinland.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 100
    Erscheinungsdatum: 01.06.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842831216
    Verlag: Diplomica
    Größe: 2893 kBytes
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Johanna Ey und die Avantgarde der Düsseldorfer Kunstszene

'Textprobe: Kapitel 2.4, Der Kampf der Düsseldorfer Kunstszene in den 1920er Jahren: Wie Das Junge Rheinland zum Ey kam: Nun ist es an der Zeit noch mal die Frage zu klären wogegen und wofür die Düsseldorfer Künstlervereinigungen der 1920er Jahre kämpften. Einen Hinweis darauf findet man natürlich in der Zeitschrift des Jungen Rheinlands, der Waffe der Gruppe. Die Vereinigung nutzte das Blatt im 'Kunstkampf' zum einen als Werbemittel, und zum anderen um Missstände in der Kunstszene anzuprangern. D.h. die Gruppe versuchte sich nach wie vor auf dem Markt durchzusetzen, litt aber unter den Ausstellungszuständen der Akademie, an der viele Künstler ihr Studium abgebrochen hatten, - es folgte deshalb auch die Forderung diese generell abzuschaffen,- der Verwaltung der Stadt, und dem Kunstpalast. Erstaunlich ist, dass die Rhein- Ruhrbesetzung nicht thematisiert wurde. Zusammengefasst bleiben als Gegner die traditionelle Kunstszene und eine Bürokratie, die den modernen Künstlern das Leben schwer machte. Wer sich das vor Augen führt, wird den Künstlerkampf nun wohl weniger spektakulär finden und sich vielleicht schon fragen, wie die 'große Kämpferin' Johanna Ey da rein passt. Als Kunstzentrum waren die Ausstellungskapazitäten der Stadt umkämpft und wurden vom Verein zur Veranstaltung von Kunstausstellungen verwaltet, einem Zusammenschluss zahlreicher Düsseldorfer Künstlergruppen. Dieser residierte im Malkasten, wo über die zeitlichen und räumlichen Ausstellungskapazitäten, insbesondere über den Kunstpalast entschieden wurde. Es war folglich nicht möglich ohne den Verein den Kunstpalast zu mieten, sodass man sich mit der 1881 eröffneten Kunsthalle begnügen musste. Die Kunsthalle war als Haus für Wechselausstellungen, ohne eigne Sammlung konzipiert, und stand von Beginn an Tendenzen und Positionen der zeitgenössischen Kunst offen. Die Teilnahme an der jährlichen Großen Kunstausstellung im Städtischen Kunstpalast war aber das Highlight, da sie mit städtischen Mitteln unterstützt wurde, und überregionale Beachtung garantierte. Eine Jury im Malkasten bzw. aus dem Verein verteilte den Ausstellungsplatz an die einzelnen Künstler und zensierte die Bilder. Das Junge Rheinland war ursprünglich auch Teil der Arbeitsgemeinschaft und stellte mit Sopher und Uzarski auch zwei Vorstandsmitglieder der Großen Kunstausstellung, an der sie mit 127 Künstlern bereits teilgenommen hatten. 1922 verkrachten sie sich jedoch während der Vorbereitung zur Großen Kunstausstellung mit dem rechten Flügel der Ausstellungsgemeinschaft, der die rebellischen Künstler der Gruppe nicht ausstellen lassen wollte. Etwas Ähnliches war bereits 1920 vorgefallen: Die Gruppe bekam die Möglichkeit sich auf der Großen Kunstausstellung zu präsentieren, verstritt sich jedoch kurz vor der Eröffnung mit dem Akademiedirektor, den sie zur Vorbesichtigung der Presse nicht eingeladen hatte. Fritz Röber, der 'größte Mann Düsseldorfs', der die Errichtung des Kunstpalastes und die Gründung des Vereins zur Veranstaltung von Kunstausstellungen für sich verbuchen konnte, reagierte strategisch, und bot dem Vorstandsmitglied Heinrich Nauen eine Professur an der Kunstakademie an. Hierauf entbrannte ein jahrelanger Streit zwischen Nauen und der Künstlervereinigung, die mit ihm eine tragende Persönlichkeit entbehrte. Gleichwohl führte dies zu einer kaum zu unterschätzenden Modernisierung der 'verhassten' Akademie. Viele der späteren Mitglieder der Gruppe waren seine Schüler. Nach den Streitereien wählte die Künstlergruppe den Ausstieg und die Selbstständigkeit, womit sie ihren Platz im Malkasten verlor. Nun, da Das Junge Rheinland seinen Hauptsitz verloren hatte, verlegte es sein Büro in Johanna Eys Galerie, wo bereits einige der Mitglieder aus den verschiedenen Gruppen der Geselligkeit halber verkehrten, und wussten, dass sich die ältere Kunsthändlerin wohl im Gegensatz zu anderen Adressen der Kunstszene

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