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Kirchen erkunden - Kirchen erschließen Ein Handbuch mit über 300 Bildern und Tafeln sowie einer Einführung in die Kirchenpädagogik von Goecke-Seischab, Margarete L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2013
  • Verlag: Anaconda Verlag
eBook (ePUB)
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Kirchen erkunden - Kirchen erschließen

Kirchenbauten sind beeindruckende Zeugnisse des Glaubens- und Weltverständnisses einer Epoche. Gleichzeitig sind sie Ausdruck der architektonischen und bautechnischen Möglichkeiten und des künstlerischen Vermögens ihrer Entstehungszeit. Dieses Handbuch vermittelt die Kenntnisse, die notwendig sind, um diese Zusammenhänge zu erkennen und zu verstehen. Neben einer Einführung in die Kirchenpädagogik bieten Textbausteine und Vorschläge zum kreativen Erkunden von Kirchenräumen eine Fülle von Material für viele spannende Entdeckungsreisen. geb. 1938, war Lehrbeauftragte für Bildnerisches Gestalten und Kunst an der Augustana-Hochschule, Abteilung München. Die bekannte Autorin engagiert sich seit Jahren in der Ausbildung von Kirchenpädagogen und Kirchenführern.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783730690352
    Verlag: Anaconda Verlag
    Größe: 12154 kBytes
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Kirchen erkunden - Kirchen erschließen

Die Kirche - Architektur Gottes auf Erden

"Die sichtbare Kirche ist ein Symbol für die unsichtbare Kirche." Dieser Satz aus dem Mittelalter gilt für jeden christlichen Kirchenbau. Er bedeutet, dass das von Menschenhand errichtete Kirchengebäude das geistige Gebäude des Glaubens sichtbar macht.

Entsprechend sieht der Kunsthistoriker Franzsepp Würtenberger religiöse und kultische Bauwerke als Versuche gläubiger Menschen, den Abstand von Himmel und Erde, von irdischer Menschenwelt und überirdischem Gottesbereich zu überbrücken, indem sie ihren "nur gedanklich fassbaren Göttern symbolhaft eine würdige Wohnung bereiten" ("Die Architektur der Lebewesen", Karlsruhe 1989).

Das griechische Wort "kyriakon", von dem wir unseren Begriff "Kirche" ableiten, meint in eben diesem Sinn "dem Herrn gehörig". Die Kirche also als symbolischer Wohnort Gottes auf Erden, als Stätte, an der Menschen Gott nahe sein, ihm begegnen können, in der sie seine Größe feiern, von ihm und seinen Taten sprechen und durch das Gebet gestärkt werden.
Die Kirche - Gottes Haus im Schnittpunkt zwischen Himmel und Erde

"Denn wer von den Gläubigen möchte zweifeln, dass gerade in dieser Opferstunde... die Himmel sich auftun und bei diesem Mysterium die Chöre der Engel zugegen sind. Oben und Unten verbinden sich, Himmel und Erde, Sichtbares und Unsichtbares werden eins " (Papst Gregor der Große).

Schon von vorchristlichen Hochkulturen ist die Vorstellung überliefert, Gott von einer irdischen Anhöhe aus besonders nahe zu sein. Treppen oder hoch auf Bergen angelegte Opferstätten und Heiligtümer versinnbildlichen diesen Weg vom irdischen Dunkel zum himmlischen Licht. So führten beispielsweise drei Stufen zu antiken Tempeln und bis zu 80 m hohe Stufenpyramiden zu den "zwischen Himmel und Erde" errichteten Heiligtümern und Opferstätten der Inkas in Mexiko und Peru. Für den Gedanken räumlicher Gottnähe gibt es auch in der Bibel genügend Vorbilder, erzählt doch schon das Alte Testament, wie Mose und andere biblische Gestalten auf Bergen und Anhöhen im Gebet oder bei einem Opfer Gottes Nähe suchten. Hoch oben auf dem Berg Sinai empfing Mose nach der Überlieferung die zwei Gesetzestafeln von Gott.

Auf frühen Darstellungen der Himmelfahrt Christi (Abb. a, S. 17 ) eilt Jesus entweder geradewegs einen Hügel empor zu Gott, der ihm hilfreich die Hand aus den Wolken entgegenstreckt, oder er erhebt sich von einem kleinen Felsen, der ihn schon im Diesseits über die Schar seiner Jünger stellte (Abb. b). Engel als Boten Gottes begleiten ihn zu himmlischen Höhen.

a) Himmelfahrt Christi (Reidersche Tafel, Bayrisches Nationalmuseum, München, um 400)

b) Himmelfahrt Christi (Heilsbronner Altar, Münster Heilsbronn, um 1350)

Mit diesen Darstellungsweisen folgten Maler im Mittelalter der Vorstellung, dass, wer höchste irdische Erhebungen ersteigt, zugleich größtmögliche Gottesnähe erlangt. Demzufolge ist das christliche Kirchengebäude nicht nur als der Ort zu denken, an dem sich irdische und himmlische Welt begegnen. Es ist auch als ein "erhabener" Ort zu verstehen, sozusagen als "Himmelspforte", durch die die Gläubigen Eingang in die Welt Gottes finden.
Die Kirche - Sinnbild der ewigen Himmelsstadt

Nach der überlieferten Symbolik gilt die Kirche als Typus und Sinnbild der ewigen Himmelsstadt, in die Jesus als König und Hoherpriester einzog. Sie gilt zugleich als Symbol für das Reich Gottes, aber auch als Wegstrecke, die der Gläubige äußerlich wie innerlich zurücklegen musste, bis er sich mit Christus am Altar verbinden konnte. Die Kirche war zu allen Zeiten aber auch der Ort, an dem Christen dieses geistige Reich im Kult mitgestalten.

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