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Skandinavische Verbrechen. Einführung in eine Krimilandschaft von Stiller, Anja (eBook)

  • Verlag: eload24
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Skandinavische Verbrechen. Einführung in eine Krimilandschaft

Seit den späten 90er Jahren ist eine wahre Flut skandinavischer Krimis über den deutschen Sprachraum geschwappt. Einer Erhebung aus dem Jahr 2006 folgend waren bis dahin 120 skandinavische Autoren, 40 davon allein aus Schweden, als Schriftsteller in diesem Genre aktiv. Stellt sich die Frage: Worin besteht eigentlich die Faszination, die Krimis aus Skandinavien auf die Leser aus dem deutschen Sprachraum ausüben?

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 59
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037791042
    Verlag: eload24
    Größe: 1941kBytes
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Skandinavische Verbrechen. Einführung in eine Krimilandschaft

Finnland (S. 37-38)

Woran denkt man als Erstes beim Stichwort "Finnland"? Viel Wald, viel Wasser, dünn besiedelt und eine nahezu unverständliche Sprache. Und wenige Verbrechen.

Viel ist das nicht, aber arbeiten wir uns zunächst einmal an diesen Fakten entlang.

Ein paar Anmerkungen zur finnischen Sprache

Das Finnische gehört zum ostseefinnischen Zweig der finnu-ugrischen Sprachen, die ihrerseits eine der Unterfamilien des Uralischen darstellen. Das klingt kompliziert und ist es auch. Denn verwandt ist Finnisch an sich nur mit dem Ungarischen (entfernt) und dem Estnischen (eng). Zu erlernen ist diese Sprache ausgesprochen schwer, was im Resultat bedeutet, dass es insgesamt nur etwas über 5 Millionen Menschen gibt, die sich untereinander auf Finnisch unterhalten können: nämlich die Finnen selber sowie kleine Gruppierungen in Schweden, Nordnorwegen, im russischen Teil Kareliens und in Estland. Allerdings ist Finnisch eine der Amtssprachen in der EU.

Finnland ist von der Gesamtfläche her in etwa vergleichbar mit Deutschland. Aber, und das ist der entscheidende Unterschied zu Deutschland, es müssen sich nur ungefähr 5,2 Millionen Menschen diese Fläche teilen. Viel Raum also für die Natur. Finnland gilt als das waldreichste Land Europas. 86 Prozent der Landfläche sind bewaldet. Und wo keine Bäume stehen, ist ein See. Insgesamt 187.888 sollen es bei genauer Zählung sein, und sie leiden nicht gerade unter Überbevölkerung. Einem Gerücht zufolge fühlt sich der gewöhnliche Finne bereits belästigt, wenn am anderen Ufer "seines" Sees ein weiterer Finne sitzt. Eigentlich, möchte man meinen, ist das kein Fundament, auf dem Verbrechen gut gedeihen können.

Und tatsächlich werden sie in der Realität auch nicht besonders oft begangen, Finnland gilt nicht nur als das wald- und seenreichste Land Europas, sondern auch als eines der verbrechensärmsten. In der Realität wohlgemerkt. Die Anfänge des Krimis in Finnland In der Literatur ist das etwas anderes. Da kann das Land im Norden Europas auf eine ordentliche Tradition zurückblicken. Denn der Krimi feierte im Jahr 2004 sein hundertjähriges Bestehen. Begonnen hatte alles 1904 mit dem Roman "Meine erste große Tat" des Finnlandschweden Harald Selmer-Geeth. Die ersten Krimis in finnischer Sprache lagen jedoch erst sechs Jahre später mit den beiden Erzählbänden "Das Geheimnis der Uhr" und "Dem Tode nah" von Rikkard Hornanlinna vor.

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