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Ganz unerwartet anders Ich suchte meinen Vater und fand eine Großfamilie von Marjan, Marie-Luise (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.07.2015
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
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Ganz unerwartet anders

Am Anfang ihres Lebens war sie ganz allein, ohne Familie, ein Heimkind. Dann erlebte sie eine glückliche Kindheit - und einen tiefen Schock, als sie erfuhr, dass sie adoptiert war. Heute ist sie eine der beliebtesten Schauspielerinnen Deutschlands und Teil einer turbulenten Großfamilie, zu der sie erst mit 67 Jahren gekommen ist. Marie-Luise Marjan betritt die Bühne noch einmal, um uns ihr Leben zu erzählen: Wie sie allein den Weg zum Erfolg beschritt, und woher sie die Kraft nimmt, immer das Positive im Leben zu sehen. Vor allem aber lässt sie uns teilhaben an der wichtigsten Suche ihres Lebens: der nach ihrem leiblichen Vater, den sie nie kennenlernen konnte, dessen Familie aber heute die ihre ist.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 16.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732513147
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 16457 kBytes
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Ganz unerwartet anders

Kapitel 1

Wenn das kein Grund zum Feiern ist!

"Marie-Luise hat die gleiche fränkische Figur wie alle Offner-Frauen."

Die Sonne strahlte am frühen Abend vom Himmel, als würde sie an diesem Tag nicht untergehen wollen. Es war der 9. August 2008, mein achtundsechzigster Geburtstag, jetzt gleich würde ich meine neue Familie und meine Freunde in dem idyllischen Park, in dem alles für den Empfang festlich hergerichtet war, begrüßen. Die Vorfreude ließ mein Herz ein paar Mal stolpern. Im Scheinwerferlicht der Fernsehkameras, im Blitzlichtgewitter auf einem roten Teppich und sogar bei der Verleihung des Großen Bundesverdienstkreuzes war ich nicht so aufgeregt gewesen wie in diesem Moment. Und zugleich konnte ich es kaum erwarten, endlich alle zu sehen. Wie würden die Verwandten auf mich reagieren? Sie kannten mich aus dem Fernsehen. Welche Erwartungen hatten sie wohl?

Ich lauschte. Der wunderbare Klang barocker Musik erfüllte den Park. "Wenn mein Bruder einmal zu spielen beginnt, hört er so schnell nicht wieder auf", hatte Hans W. Geißendörfer, Erfinder der Lindenstraße, mal über seinen Bruder Dieter gesagt. So erhoffte ich es mir für heute! Dieter und sein Bläserensemble machten mir mit ihrer Musik ein großes Geschenk.

Und dann sah ich auch schon die Musiker und noch etwas weiter hinten meine Gäste. In Grüppchen standen sie an den weißummantelten Stehtischen unter den schattigen Kastanienbäumen ... Neugierig wanderte mein Blick hin und her, während ich und mein Freund uns ihnen näherten! Ich sah bekannte und unbekannte Gesichter.

"Da kommt sie!", hörte man einen Gast erfreut rufen, und alle wandten sich zu uns um. Jetzt strahlten die Sonne und ich um die Wette! Herzlich grüßte ich in die Runde, um danach jedem Einzelnen die Hand zu geben. Und während der Begrüßungschampagner gereicht wurde, wechselte ich mit allen ein paar erste Worte. Lauter sympathische Menschen , dachte ich erleichtert.

Ich verdanke es meinem Beruf, dass ich meine Familie nach so vielen Jahren gefunden habe. Wenn ich keine Schauspielerin geworden wäre, hätte ich nicht das Glück gehabt, von der ARD für ein neues Sendeformat angefragt zu werden, in dem Prominente auf Spurensuche gehen sollten: Das Geheimnis meiner Familie , so der Titel der Reihe. "Wir suchen mithilfe eines Ahnenforschers nach deinem leiblichen Vater und deinen Wurzeln", hatte Heiko Schäfer, der beauftragte Regisseur der ARD, im Frühjahr 2007 erklärt.

Und auf diese ungewisse und sehr persönliche Reise sollte ich den Zuschauer mitnehmen? Wollte ich das? In aller Öffentlichkeit nach meiner Herkunft forschen? Andererseits hatte mich das Format gereizt, das englische Vorbild, Who Do You Think You Are?, von der BBC produziert, feierte große Erfolge. Außer mir waren drei weitere Folgen mit Peter Maffay, Armin Rohde und Christine Neubauer in Planung.

Manches sprach gegen eine Teilnahme, vieles dafür. Letztlich besiegte mein großes Bedürfnis, endlich Gewissheit über meinen leiblichen Vater zu erhalten, alle Zweifel.

Seit diesem Filmdreh weiß ich nun: Mein leiblicher Vater ist Anton Offner. Ich wäre unter anderen Lebensumständen also eine Offner geworden. Mein Vater starb 1943 mit nur siebenundzwanzig Jahren den "Fliegertod", wie es in seiner Todesanzeige heißt. Er war wie so viele in dieser Zeit Soldat, Pilot im Nachtgeschwader der Wehrmacht. Er hat wohl nie erfahren, dass er eine Tochter hat. Seine Familie in Würzburg jedenfalls wusste nichts von einem Kind.

Die Nachkommenschaft der Familie meines Vaters lebt zum Teil noch heute in Würzburg, dieser schönen Stadt am Main, von der man rundum auf Weinberge schaut.

Ich selbst habe das Frankenland in den letzten Jahren häufiger besucht, ich fühle mich in diesem Landstrich richtig heimisch. Und nun weiß ich, dass Geselligkeit, gutes Essen, guter Wein ... all das, was einen Gen

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