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Kleine Weltgeschichte des Theaters von Brauneck, Manfred (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.12.2014
  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
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Kleine Weltgeschichte des Theaters

Das 20. Jahrhundert hat auch die Theaterkulturen der Welt einander nähergebracht. In diesem Band führt der renommierte Theaterhistoriker Manfred Brauneck in die Weltgeschichte einer Kunstform ein, die in allen Ländern und zu allen Zeiten tief im gesellschaftlichen Leben verwurzelt war. Im Zentrum stehen die Theaterkulturen Europas, Indiens, Chinas und Japans, die sich über Jahrhunderte hinweg weitgehend eigenständig entwickelt haben. Ganz unterschiedlich waren die sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen, die Stoffe und Themen, das Zusammenspiel von Sprache, Bild, Bewegung und Musik sowie die Funktionen, die dem Theater zugewiesen wurden. Doch seit dem späten 19. Jahrhundert ließen sich europäische Künstler vom Theater außereuropäischer Kulturen inspirieren, während man sich außerhalb Europas zunehmend am westlichen Theater orientierte. Das Theater der Gegenwart ist in allen Ländern in vielfältiger Weise von den Theaterformen früherer Epochen und anderer Kulturen geprägt. So wird dieses Buch auch für den heutigen Theaterbesucher ein unentbehrlicher Begleiter werden. Manfred Brauneck ist emeritierter Professor an der Universität Hamburg. Ab 1973 lehrte er dort Theaterwissenschaft und leitete von 1986 bis 2003 das Zentrum Theaterforschung sowie bis 2005 den Studiengang Schauspieltheater-Regie. Er hatte zahlreiche Gastprofessuren in den USA inne und kuratierte verschiedene Theaterausstellungen, die auch in Paris, in Sofia und in den USA gezeigt wurden. Für seine Forschungen zur Geschichte des Theaters wurde er 2010 mit dem Balzan-Preis ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 294
    Erscheinungsdatum: 18.12.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406668524
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Größe: 6423 kBytes
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Kleine Weltgeschichte des Theaters

Einleitung

" Die Wahrheit im Theater ist immer auf Wanderschaft. " Peter Brook: Der leere Raum

Diese Kleine Weltgeschichte des Theaters ist in vier Kapitel gegliedert, denen eine Vorbemerkung vorausgeht. Das erste Kapitel behandelt die Geschichte des europäischen Theaters, die den längsten Zeitraum und eine Vielzahl nationaler Ausprägungen umfasst, weshalb diesem Kapitel auch ein deutlich größerer Umfang eingeräumt wird. Dabei werden die im Laufe der Geschichte sich entwickelnden theaterkulturellen Konstellationen - wie in den anderen Kapiteln auch - vor dem Hintergrund der allgemeinen Geschichte, der Sozial- und Kulturgeschichte behandelt. Es folgen die Kapitel über das Theater in Indien, China und Japan. Diese Länder haben in ihrer Geschichte faszinierende große Theaterkulturen mit einer Vielfalt an künstlerischen Formen hervorgebracht, ohne Kontakte zu den Theaterentwicklungen im Westen. Im Laufe des 19. Jahrhunderts allerdings übernahmen auch sie Elemente des europäischen Theaters und vollzogen dessen Entwicklungen mehr oder weniger mit. Dieser Prozess führte in Indien, China und Japan zur Entstehung eines als "modern" geltenden Theaterwesens. Seitdem ist das Theaterleben dieser Länder von einem Nebeneinander ihres traditionellen und eines modernen, zeitgenössischen Theaters geprägt.

Die Vorbemerkung, die diesen Kapiteln vorausgeht, thematisiert den Umgang mit dem Theater fremder Kulturen. Es ist dies ein Aspekt, über den es in einer globalisierten Welt vermehrt nachzudenken gilt, zumal wenn es wie in diesem Buch darum geht, ein Bild zu entwerfen, das die Geschichte des Theaters im Nebeneinander unterschiedlicher Kulturen, deren Austausch und die vielfältigen transkulturellen Rezeptionsprozesse zum Gegenstand hat.

Das Theater in Afrika, das unstrittig eine eigene Darstellung verdient hätte, wird in dieser Kleinen Weltgeschichte des Theaters nicht behandelt, und zwar aus einer Reihe von Gründen: Theater in Afrika stellt sich zwar in einer Vielgestaltigkeit dar, die der Vielzahl der afrikanischen Kulturen südlich der Sahara, im sogenannten Schwarzafrika, entspricht; es ist jedoch außerhalb der Ethnologie, der Afrikanistik und der Afrikawissenschaften nur in einigen Schwerpunkten aufgearbeitet (vgl. O. Okagbue 2007, 1f.). Außerdem gibt es im Vergleich zu den Theaterkulturen Europas, Indiens, Chinas und Japans keine afrikanische Theaterkultur im Sinne eines geschichtlichen Kontinuums. Auf dem riesigen Kontinent existieren heute etwa 55 Staaten, in denen mehr als 2000 indigene Sprachen gesprochen werden, die eigene Kommunikationsräume entstehen lassen und ihre "identitätsstiftende und -bewahrende Symbolkraft" zur Geltung bringen (vgl. H. E. Wolff 2011, 195f. u. 203). Zudem ist der nördliche Teil Afrikas überwiegend von der Kultur des Islam geprägt, der zumindest seiner Tradition nach keine eigene Theaterkultur kennt. Die Islamisierung Afrikas setzte bereits im 7. Jahrhundert ein und verschaffte der arabischen Sprache eine zentrale Bedeutung vornehmlich in den nördlichen Regionen des Kontinents. Die vielen traditionellen, ethnisch und regional geprägten Theaterkulturen in Schwarzafrika hingegen haben jeweils ihre eigene Formensprache entwickelt. Sie stellen zumeist auch essenzielle Bestandteile in Brauchtumszusammenhängen kultisch-ritueller oder profaner Provenienz dar. Diese traditionellen Theaterformen beruhen weder auf schriftlichen Spielvorlagen noch auf dem Drama als einem literarischen Genre. Dafür existieren in den indigenen afrikanischen Sprachen auch kaum adäquate Begriffe (vgl. O. Okagbue 2007, 3). Die Darbietungen manifestieren sich vielmehr als performative Ereignisse, in Tänzen, Musik und Schaustücken aller Art, und vermitteln - neben ihrer Funktion in Kult und Brauchtum - die Dynamik eines Lebensgefühls, dessen Grundantrieb die Bewegung ist. Dabei wird zwischen Akteuren, auch wenn diese durch Masken in eine den Alltag transze

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