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Leben ohne Rezept von Marecek, Heinz (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2015
  • Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
eBook (ePUB)
14,99 €
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Leben ohne Rezept

30 Jahre sind "die Mareceks", Publikumsliebling Heinz und seine Frau Christine, miteinander verheiratet. In diesem Buch erzählt das Ehepaar vom gemeinsamen geglückten Versuch, ohne Rezept glücklich zu leben. Der Weg dahin führt über gemeinsames Kochen, Essen, Trinken, Reden, Lachen, Streiten mit ihren Kindern, ihren Freunden wie Otto Schenk, Karlheinz Hackl, Werner Schneyder, Harry Rowohlt ... und mit wildfremden Menschen. Gibt es so etwas wie ein allgemein gültiges Patentrezept fürs Glücklichsein? "Nein", meint Heinz. "Unserem Leben müssen wir uns täglich neu stellen. Es ist täglich Premiere." Wie das Ehepaar es geschafft hat, im Moment Glück zu empfinden, erzählen Heinz und Christine jeweils aus eigenem Empfinden auf inspirierende, berührende und unterhaltsame Weise. Mit zahlreichen Fotos & Kochrezepten von Christine

Heinz Marecek, geb. 1945 in Wien, Schauspielausbildung am Max Reinhardt Seminar, Regisseur und Ensemblemitglied am Theater in der Josefstadt von 1971 bis 1998, Inszenierungen in Wien an der Volksoper, am Volkstheater, in Mörbisch, in Reichenau und Bern. Übersetzer, Autor und seit Jahren fast ausschließlich im Film und im Fernsehen tätig ("Bergretter", "SOKO Kitzbühel"). Christine Marecek, geb. 1956 in Berlin als Tochter des Sängers Ernst Haefliger und der Architektin Anna Golin, aufgewachsen in Berlin und München. Nach ihrem Abitur in München zog sie nach Wien, um am Max Reinhardt Seminar zu studieren. Es folgten Engagements an das Salzburger Landestheater und an das Volkstheater Wien. Von 1983 bis 1987 war sie Ensemblemitglied des Theaters in der Josefstadt, wo sie auch Heinz Marecek kennen und lieben lernte. Christine und Heinz Marecek sind seit 1985 verheiratet und leben heute auf Ibiza in dem Haus, das Christines Eltern 1971 als Familiensitz geschaffen haben. Tochter Sarah lebt in Berlin, Sohn Ben in Wien.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 05.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783902998965
    Verlag: Amalthea Signum Verlag GmbH
    Größe: 27531 kBytes
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Leben ohne Rezept

Leben ohne Rezept

Sichere Wahrheit erkannte kein Mensch und wird keiner erkennen Über die Götter und alle die Dinge, von denen ich spreche.

Sollte einer auch einst die vollkommenste Wahrheit verkünden, Wissen könnt' er das nicht: Es ist alles durchwebt von Vermutung.

Xenophanes

Als ich diese Sätze zum ersten Mal las, haben sie mich verblüfft wie kein anderer Satz eines abendländischen Denkers davor. Und danach. Ein seltenes Kleinod intellektueller Redlichkeit und Einsicht. Und wahrscheinlich gibt es heute - zweieinhalb Jahrtausende, nachdem diese Hexameter geschrieben wurden - keinen ernst zu nehmenden Naturwissenschafter, der ihnen nicht schlicht und einfach zustimmen würde.

Spätestens seit das imposante, elegante, scheinbar felsenfeste Gedankengebäude Newtons vor 100 Jahren von Einstein ins Wanken gebracht wurde, wissen die Physiker, dass sie mit Vermutungen, Annäherungen und Hypothesen arbeiten. Mit vielleicht sehr schönen, sehr brauchbaren Theorien, die aber jederzeit durch neue, bessere ersetzt werden können. Sie wissen es und versuchen sich durch Nachdenken, durch Ausprobieren der Wahrheit zu nähern. Sie wissen aber, dass es immer nur eine Annäherung geben wird. Einstein selbst hat seine Relativitätstheorie als Eintagsfliege bezeichnet, weil er wusste, wie kurzlebig Theorien sein können und wie rasch sie durch neue, bessere, verdrängt werden können, die ihrerseits natürlich auch nur eine begrenzte Lebensdauer haben.

Oder wie Xenophanes es ebenso bescheiden formulierte: "Nicht von Beginn an enthüllen die Götter den Sterblichen alles, aber im Laufe der Zeit finden wir, suchend, das Bess're."

Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viel sinnloses Leid der Menschheit erspart hätte werden können, wenn diese Zeilen die Beachtung gefunden hätten, die sie verdienen.

Da ich im Gegensatz zu meiner Frau, die jahrelang am Grauen Kloster (klingt nur so, ist aber einfach ein humanistisches Gymnasium in Berlin) mit Latein und Altgriechisch vollgepumpt wurde, weder die eine noch die andere Sprache je gelernt habe (auch spätere Versuche, das Latinum während meiner paar Semester am Dolmetsch-Institut nachzuholen, verliefen im Sande), weiß ich nicht, wie diese Worte von Xenophanes im Original klingen. Aber im Grunde weiß das niemand. Höchstens wie sie geschrieben wurden. Aber wie sie klangen, können wir eben nur vermuten.

Eines wissen wir allerdings ziemlich sicher: Das größte Leid wurde immer dann den Menschen zugefügt - und wird es heute noch, Tag für Tag, mit unverminderter Grausamkeit -, wenn andere Menschen glauben, im Besitz einer gesicherten Wahrheit zu sein, und diese mit Zähnen und Klauen, und was immer sie sonst bei der Hand haben, verteidigen. Aber eine Wahrheit, die keine Fragen zulässt, keine Diskussion, keine Kritik, ist keine Wahrheit, sondern ein Dogma. Und Dogmen müssen immer, da ja Vernunft und Logik als Prüfinstrumente nicht zugelassen werden, mit Gewalt verteidigt werden. Egal, ob sie von Diktatoren, von politischen Parteien oder von Glaubensgemeinschaften aufgestellt wurden.

Wenn Diktatoren oder politische Parteien jede Form von Kritik gewaltsam unterdrücken, bedeutet das, dass sie vielleicht nicht so ganz von der Wahrheit ihres Systems überzeugt sind, aber gerne den Istzustand beibehalten wollen. Mit allen Mitteln. Das ist nicht sehr sympathisch, aber immerhin nachvollziehbar.

Aber was ist mit den Glaubensgemeinschaften? Die heißen doch offenbar so, weil sie etwas glauben. Warum tun sie dann aber so, als ob sie etwas wüssten? Und das sogar sicher? Dann würden sie doch Wissensgemeinschaften heißen, oder?

Ich schreibe diese Zeilen wenige Tage nach dem Anschlag auf das Pariser Satiremagazin Charlie Hebdo. Viele Vertreter des Islams haben sich am Tag danach von diesem Anschlag distanziert und erklärt, das sei Terrorismus und habe nichts mit dem Isla

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