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Mein Überlebenslauf von Admiral, Eva-Maria (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.09.2015
  • Verlag: Brunnen-Verlag, Gießen
eBook (ePUB)
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Mein Überlebenslauf

'Meine Eltern wollten keine Kinder mehr. Mein Vater brauchte nur einen Sohn. Für die große Firma. Obwohl sich meine Mutter während ihrer Schwangerschaft fast zu Tode hungerte, wurde ich trotzdem geboren. Vier Monate zu früh ... Kein guter Start ins Leben. Internat ... Mein Bruder erbte ein millionenschweres Imperium. Ich erbte nichts. Ein Nahtoderlebnis. Eine fulminante Karriere. Viele Preise. Die Presse schreibt: A Star is born.` Einen lieben Mann und Gott.' (Eva-Maria Admiral über sich selbst) Die Geschichte einer Frau, die durch den Glauben ein anderes Leben gefunden hat. 'Viele kennen ihre herausragende Arbeit als Schauspielerin und sind ihr in einer ihrer Rollen begegnet. Hinter der engagiert-kreativen Außenseite auf der Bühne aber gibt es die Tiefen und Brüche eines besonderen Lebensweges, den Eva-Maria Admiral hier erstmals so offen und ehrlich teilt. Spannend und berührend!' Ulrich Eggers, Herausgeber Magazin AUFATMEN, Vorsitzender Willow Creek Deutschland

Eva-Maria Admiral wuchs in Österreich auf und studierte Literatur an der Sorbonne in Paris. Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. Zehn Jahre am Wiener Burgtheater, Engagements bei den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen. Seit 1996 freie Schauspielerin, unterwegs mit Soloprogrammen und zusammen mit ihren Mann Eric Wehrlin auf der Bühne.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 09.09.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783765573378
    Verlag: Brunnen-Verlag, Gießen
    Größe: 4761kBytes
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Mein Überlebenslauf

K APITEL 1

"Du hattest es immer schon so eilig"

Eine schaffe ich noch. Nur noch eine! Ich hole Luft und grabe weiter mit Beinen und Armen durchs Wasser. Ich spüre, wie mein Körper langsam müde wird. Halt durch, Eva-Maria. Du schaffst das! Als ich kurz aus dem Wasser auftauche, um Luft zu holen, sehe ich mein Kindermädchen. Traudl steht am Rand des Schwimmbeckens unseres Hauses. Sie formt mit den Händen vor ihrem Mund einen Trichter und ruft mir etwas zu. Dann geht sie wieder aus dem Schwimmbad. Das Wasser reflektiert die Abendsonne und blendet mich. Noch eine Bahn! , hämmert es in meinem Kopf.

Traudl kommt zurück. Ich sehe, wie sie mich aus dem Wasser winkt. Nicht, Traudl, nicht! Ich muss es schaffen. Dann wird alles gut. Jetzt läuft Traudl aufgeregt zur anderen Seite des Schwimmbeckens. Sie kniet nun, will mich mit der Hand packen. Ich höre das ängstliche Zittern in ihrer Stimme. "Eva-Maria, bittschön, komm aus dem Wasser", fleht sie. "Du musst ins Bett. Komm raus."

Ich weiß, dass Traudl nicht ins Wasser springen wird, drehe um und lasse sie hinter mir. Noch eine Bahn. Dann sind die hundert Längen voll. Erschöpft steige ich aus dem Wasser und greife zum Handtuch. Traudl ist fort.

Mit nassen Füßen und tropfenden Haaren tapse ich über den langen Flur und suche sie. Ich finde mein Kindermädchen im hinteren Badezimmer. Sie sitzt heulend auf dem Fliesenboden.

"Ach, Traudl, warum weinst du denn?", frage ich erschrocken. Es tut mir leid, dass ich sie zum Weinen gebracht habe. Dann setze ich mich neben sie auf den kalten Boden. "Wein doch nicht", sage ich und schlinge die Arme um sie.

"Ach, es ist so schrecklich, Evemy. Was hast du dir denn dabei gedacht?", will sie wissen und schnieft in ihr Taschentuch. "Warum hast du dich so verausgabt? Du bist noch viel zu klein für solch eine Anstrengung."

"Na, ich habe gedacht, wenn ich hundert Bahnen schwimme, dann kann ich besser schlafen", antworte ich. Auch wenn es eine Lüge ist.

Sie schaut mich voller Mitgefühl an. "Aber du musst doch nichts beweisen", sagt sie. "Und jetzt ab ins Bett!"

Ja, was hatte ich mir eigentlich gedacht? Damals als sechsjähriges Mädchen? Es war schlichtweg meine einfache, kindliche Logik. Ich glaubte, wenn ich hundert Längen schwimme, dann sehen mich meine Eltern mit anderen Augen. Sie werden mich bewundern. Sie werden stolz auf mich sein, so, wie auf meinen Bruder. Wenn ich solch eine Strecke schaffe, dann wird alles gut. Meine Eltern haben jedoch von meinem Kraftakt im Schwimmbad nie erfahren. Doch wenigstens konnte ich an diesem Abend einschlafen.

Als Kind hatte ich Angst vor dem Alleinsein. Und im Kindertrakt war ich allein. Kindertrakt, so nannten meine Eltern den Teil unseres Hauses, in dem mein Bruder und ich unsere Zimmer hatten. Der Flur bis zum Schlafzimmer meiner Eltern war lang und nachts unheimlich. Wenn alle schliefen, gruselte es mir vor jedem Geräusch. Bei jedem Knacken, jedem unbekannten Geraschel drückte ich mich tiefer in mein Kissen. Immer mit dem Gedanken: Jetzt kommt gleich etwas Böses und niemand wird dir helfen.

Das Haus meiner Eltern in Niederösterreich war ein weitläufiges Anwesen. Ich liebte den großen Park, die alten Bäume und natürlich die Sprossenwand im Kindertrakt. Immer wieder wurde am Haus angebaut. Auf dem Grundstück gab es noch weitere Gebäude, die für Feiern oder Jagdfeste genutzt wurden. In den Zimmern unseres Hauses hingen wertvolle Ölgemälde. Dicke Teppiche dämpften jeden Schritt. Mein Vater war ein passionierter Jäger. Überall im Haus waren Geweihe an die Wände genagelt. Jedes Tier hatte er selbst erlegt, viele davon in unserem eigenen Revier.

Direkt gegenüber dem Wohnhaus lag die Firma.

Mein Vater führte sie erfolgreich, seit sein Vater sie ihm übergeben hatte. Seit acht Generationen war sie in Familienbesitz. Die Produk

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