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Paul Dahlke Die Biografie von Petersen, Rüdiger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.11.2013
  • Verlag: Verlag Kern
eBook (ePUB)
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Paul Dahlke

Paul Dahlke galt von jeher als Charakterschauspieler, glänzte in zahlreichen Rollen am Theater, im Film und in vielen Fernsehproduktionen. Seine Rollen in Das fliegende Klassenzimmer, Drei Männer im Schnee, Die Heiden von Kummerow und die Fernsehserie M S Franziska sind neben vielen anderen Rollen unvergessen. Anhand von Paul Dahlkes unveröffentlichter Aufzeichnungen, Kritiken und Aussagen bekannter Weggefährten wie Margot Hielscher, Bruni Löbel, Christian Wolff, Jochen Schroeder, gelang es dem Autor, das Leben des großen Schauspielers detailliert nachzuzeichnen. Diese Biografie ist die erste über einen der bedeutendsten Darsteller des 20. Jahrhunderts. Als Sammler von Schauspieler-Biografien hat es ihn schon als 13-jährigen geärgert, dass es über Paul Dahlke keine Veröffentlichung gab, so dass er 2004 Dahlkes Witwe anschrieb mit der Bitte eine Biografie über ihren Mann schreiben zu dürfen. Mehrere Besuche am Grundlsee und erste Sichtung der Unterlagen zusammen mit Elfe Gerhart sowie Kontakte zu Freunden und Kollegen der Dahlkes bekräftigten ihn in seinem Vorhaben die Biografie zu schreiben. Im Sommersemester 2007 fand an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ein Seminar zum Thema 'Ein deutscher Schauspieler: Die Filme Paul Dahlkes', unter der Leitung von Prof. Dr. Hans Jürgen Wulff und dem Autor statt. Nachdem Elfe Gerhart-Dahlke 2007 nach schwerer Krankheit verstarb und Dahlkes Nachlass an die Akademie der Künste Berlin gegeben wurde, arbeitete er diesen sukzessive durch. Parallel nahm er Kontakt zu weiteren Kollegen, Freunden und Dahlkes Adoptivsohn auf. Sein Bestreben war es, Paul Dahlkes Leben und Werk mithilfe von Zitaten aus Fernseh- und Zeitungsinterviews und Dahlkes privaten Aufzeichnungen und Kritiken aufzuzeigen, was ihm hervorragend gelungen ist. Mehr über den Autor auf www.autorenprofile.de

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 05.11.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957160270
    Verlag: Verlag Kern
    Größe: 17158 kBytes
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Paul Dahlke

Zweites Kapitel
1926 bis 1934

"Eigentlich wissen wir alle bis heute nicht so recht, wie es kam, dass Paul plötzlich Schauspieler werden wollte. Gewiss war seine unzureichende Begabung in Chemie schuld, vielleicht waren es auch die allgemein schlechten Berufsaussichten der 1920er Jahre - wer weiß ..."

Ernst Dahlke 61

11) Paul Dahlke, 1926

Die Semesterferien nutzt er, um Rollen zu lernen, die er Leopold Jessner vorsprechen möchte: "Im September begannen die Schauspielschulen mit dem Unterricht. Ich suchte den Intendanten des Staatstheaters auf und trug ihm meinen Wunsch vor, in die Schauspielschule aufgenommen zu werden. Er bestellte mich nochmals, aber als ich ihm u. a. den Lear und den Kandaules ( Gyges und sein Ring von Friedrich Hebbel) vorgesprochen hatte, meinte er, ich solle mir jüngere Rollen aussuchen und mich zur allgemeinen Prüfung einfinden." 62

Paul Dahlke kommt wieder und spricht "Hamlet", "Mechthal" aus Wilhelm Tell und "Franz Moor" aus Schillers Räubern vor. "Hier bemühte ich mich bei der ersten Prüfungskommission, um unter den 16 Auserwählten von 300 zu sein." 63 Doch auch diesmal kann er nicht überzeugen.

"Als ich meine Rollen gesprochen hatte, hieß es: 'Machen Sie das noch einmal, aber menschlicher!' Ich war ganz verdutzt, denn ich glaubte, bereits ein Gemälde menschlicher Leidenschaft entworfen zu haben, deshalb begann ich in der gleichen Art von neuem. Schon nach ein paar Sätzen unterbrach man mich, und ich musste im Nebenraum warten, bis wir wieder hereingerufen wurden, um das Ergebnis zu hören. 'Ob Sie Talent haben, können wir nicht entscheiden. Nur für unsere Schule sind Sie nicht geeignet,' hieß es, 'es wäre wohl ratsamer, einen anderen Beruf zu ergreifen!' 64 Das Urteil ist niederschmetternd, für d i e s e Schule nicht geeignet zu sein. Es ermuntert ihn jedoch, auch noch an anderen Schulen vorzusprechen. 65 Er geht zur Schauspielschule des Deutschen Theaters. Max Reinhardt, Leiter des Theaters, soll nun d e r Experte sein, der ihm bestätigt, dass er für den Schauspielberuf geeignet ist. Der Weg zu Reinhardt ist nicht ganz leicht: "'Haben Sie 30 Mark mitgebracht?', fragte mich die Sekretärin. Ich verneinte und versprach, den Betrag nachzureichen, aber darauf ließ man sich nicht ein. Nachdem ich also die Prüfungsgebühr bezahlt hatte, wurde ich vor die Kommission gelassen." 66 Auf der kleinen Vorsprechbühne des Deutschen Theaters spricht er vor. 67 Max Reinhardt nimmt nicht am Vorsprechen teil, sondern der Leiter der Schauspielschule Berthold Held und Paul Günther 68 . Der Druck, es dieses Mal zu schaffen, wächst. Der Vater sitzt ihm im Nacken. Schließlich hört er die Aufforderung: "Der nächste, bitte!" 69

Das Vorsprechen soll sich folgendermaßen zugetragen haben 70 :

'Habe nun, ach! ...', beginnt er seinen Monolog aus Goethes Faust .

'Sie heißen, bitte? unterbricht einer der Herren im Parkett.'

'Da ... Da ... Dahlke', stottert er.

'So, so, Dahlke', sagt die Stimme von unten herauf. 'Und warum wollen Sie unbedingt gerade Schauspieler werden, junger Mann?'

'Ich will Schauspieler werden, weil ich begabt bin. Begabt und ehrgeizig. Und das will ich ihnen jetzt beweisen, meine Herren, wenn Sie es mir endlich gestatten!'

'Er ist wohl ein zorniger junger Mann, wie?' sagt dieselbe Stimme.

Die vorbereiteten Monologe ersetzt er spontan durch den Waldgeist Puck aus Shakespeares Sommernachtstraum und verschwindet "mit den letzten Worten hinter einem imaginären Baum" 71 und harrt der Dinge in der absoluten Stille.

"Als ich

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