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Quentin Tarantino Unchained Die blutige Wahrheit von Scholten, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.12.2015
  • Verlag: riva
eBook (ePUB)
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Quentin Tarantino Unchained

Reservoir Dogs, Pulp Fiction, Jackie Brown, Kill Bill, Death Proof, Inglourious Basterds und Django Unchained: Mit nur sieben Filmen verpasste Quentin Tarantino dem US-amerikanischen Popcorn-Kino einen Adrenalinstoß wie kein zweiter Filmemacher. Hollywoods wüstes Wunderkind schuf sein eigenes Genre, das auf einem unwiderstehlichen Mix aus Filmzitaten, blutiger Gewalt und einzigartigen Dialogen basiert. Die erste deutschsprachige Biografie über den ultimativen Kino-Popstar zeichnet den unkonventionellen Weg eines Problemschülers und Videothekars zum Kultregisseur und zweifachen Oscar-Gewinner nach. Gönner und Neider aus Hollywood kommen ebenso zu Wort wie die deutschen und österreichischen Schauspieler, mit denen Quentin Tarantino in Brandenburg und Sachsen sein Meisterwerk Inglourious Basterds drehte, denn Deutschland fühlt sich der Ausnahmeregisseur ganz besonders verbunden.

Michael Scholten, Jahrgang 1971, ist freier Autor und Filmjournalist. Seit 25 Jahren pendelt er zwischen Europa, USA und Asien, wo er begeistert Kinoklassiker und aktuelle Filmtrends aufsaugt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 05.12.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864139482
    Verlag: riva
    Größe: 563 kBytes
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Quentin Tarantino Unchained

Kapitel 1
Abbott and Costello Meet Frankenstein

Es geschah 1995, nur ein Jahr nachdem Quentin Tarantino mit Pulp Fiction das westliche Kino revolutioniert hatte. Hollywoods neues Wunderkind saß in einem Coffeeshop am Santa Monica Boulevard. Er kam oft hierher, um zu frühstücken. Auch alte Schauspieler, deren letzte Erfolge viele Jahre zurücklagen, schätzten das Lokal. Sie unterhielten sich am Tresen und an den Tischen über ruhmreichere Zeiten. Tarantinos Blick war auf seinen Teller gerichtet, als sich ihm ein Mann näherte. Der Mann war elegant gekleidet, Mitte 50 und lief direkt auf Tarantinos Tisch zu. "Darf ich mich setzen?", fragte er. Tarantino sagte "Nein". Er schaute nur kurz auf, vermied jeden Augenkontakt und bewegte seine rechte Hand, als wolle er eine lästige Fliege verscheuchen.

Wortlos verließ der Mann den Coffeeshop. Es war Tony Tarantino, Quentin Tarantinos Vater, den er seit 1965 nicht mehr gesehen hatte. Damals war Quentin zwei Jahre alt, seine Mutter Connie war 18. "Ich wusste immer, dass mir dieser Kerl irgendwann über den Weg laufen würde", erzählte Quentin Tarantino einige Jahre später dem Radiomoderator Howard Stern, "doch außer 'Danke für das Sperma' hätte ich ihm nichts sagen können. Er bedeutete mir nichts. Ich wusste 30 Jahre lang nicht einmal, ob er überhaupt noch lebte." 1

Der Zeitpunkt, zu dem Tony Tarantino die Nähe seines Sohnes suchte, war denkbar schlecht gewählt. Als gefeierter Regisseur von Reservoir Dogs und Pulp Fiction war Quentin Tarantino zum Rockstar der Kinowelt aufgestiegen. Es wäre ihm ein Leichtes gewesen, der gescheiterten Schauspielkarriere seines glücklosen Vaters Schwung zu verleihen. Er hätte ihm lediglich eine Rolle in einem seiner nächsten Filme geben müssen. Doch warum hätte er das tun sollen? Wo war Tony Tarantino in den letzten 30 Jahren gewesen, als sein Sohn in der Schule scheiterte, für wenig Geld erst in einem Pornokino, dann in einer Videothek jobbte und keines seiner Drehbücher verkaufen konnte?

Doch Tony Tarantino wusste die neue Prominenz seines Sohnes auch ohne dessen Hilfe auszubeuten. Er ließ sich vom Magazin Premiere interviewen und im schwarzen Anzug fotografieren, während er im coolen Stil von Reservoir Dogs eine Pistole in die Kamera hielt. Diese Boulevardgeschichte ist der Grund, warum Quentin Tarantino den Premiere -Redakteuren bis heute kein Interview gibt. Allzu gern wurde Tony Tarantino auch Mitglied der "Silver Foxes". Das von dem Produzenten David Krieff gegründete Unternehmen vereint die Eltern mehrerer Hollywood-Größen, darunter Al Pacinos Vater Sal Pacino, Patrick Swayzes Mutter Patsy Swayze, Cindy Crawfords Mutter Jenny Crawford und eben Tony Tarantino, vor der Kamera, um Fitnessanleitungen für die ältere Generation und Trashfilme zur Unterhaltung unters Volk zu bringen. Dank der fett gedruckten Familiennamen Pacino und Tarantino auf den Hüllen verkaufen sich die Direct-to-Video-Filmchen recht ordentlich. Quentin Tarantino, der in seinem Leben fast jeden Film gesehen hat, boykottiert die "Silver Foxes"-Werke seines Vaters konsequent: "Ich will ihn nicht sehen, ich will ihn nicht hören." 2

Das Aussehen hat Quentin Tarantino von seiner Mutter Connie geerbt, die Liebe zum Film dürfte ihm sein leiblicher Vater in die Wiege gelegt haben. Tony Tarantino, geboren 1940 im New Yorker Stadtteil Queens und aufgewachsen in Brooklyn, kam als Zwölfjähriger mit seinen italienischstämmigen Eltern Elizabeth und Dominic James Tarantino nach Los Angeles. 1960 begann er am Pasadena Playhouse ein Schauspielstudium. Schon sein Vater Dominic hatte in den frühen 1930er-Jahren kleine Rollen in Western gespielt. Parallel zum Schauspielstudium tingelte Tony Tarantino als Gitarrist und Sänger durch die Nachtklubs von Los Angeles und South Bay. Er machte eine

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