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Was für ein Theater Für Fantasie, Ästhetik und Perfektion auf der Bühne, Effizienz hinter den Kulissen, und begeisterte Zuschauer im Saal von Benz, Rüdiger (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.04.2017
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Was für ein Theater

Rüdiger Benz vertritt einerseits die Forderung, dass das öffentlich geförderte Theatersystem finanziell gut ausgestattet bleiben muss, andererseits hält er große Teile dessen aktueller Struktur für marode und sanierungsbedürftig. Anhaltende Forderungen nach öffentlichen Geldern sind nur gerechtfertigt, wenn die subventionierten Theater ihre Mittel effektiv und transparent zum Nutzen der Gesellschaft einsetzen. Dazu bedarf es massiver struktureller, personeller, inhaltlicher und qualitativer Veränderungen an den öffentlichen Bühnen. Das Buch basiert auf persönlichen Theater-Erfahrungen der letzten Jahre und ist eine Sammlung von Standpunkten und Überlegungen zu Lösungsansätzen. Theater ums Theater - das muss sein!

Rüdiger Benz ist begeisterter Theaterbesucher und Theatermacher. Sein Studium zum Bachelor of Arts in Lichtgestaltung absolvierte er an der Bayerischen Theaterakademie im Prinzregententheater München. Er ist u. a. tätig als Lichtgestalter, Projektleiter, Regisseur oder Stage Manager. Aus den wechselnden Blickwinkeln dieser unterschiedlichen Tätigkeiten ist die Motivation für dieses Buch entstanden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 124
    Erscheinungsdatum: 18.04.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783735730053
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 5043kBytes
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Was für ein Theater

Repertoire? Ja, aber effizient!

Direktor:

Ein Mann, der recht zu wirken denkt, Muß auf das beste Werkzeug halten.

Ein Markenzeichen des bisherigen deutschen Repertoire-Systems sind ungeheure Lagerkapazitäten, aufwendige Transportlogistik, durchgehend hoher Personaleinsatz der technischen Abteilungen in Doppelschichten und enormer Zeitaufwand. Dies macht es möglich, dass bei der Spielplangestaltung theoretisch jedes erdenkliche Stück aus dem Fundus des Theaters an jedem erdenklichen Abend angesetzt bzw. tagsüber geprobt werden kann. Braucht es das tatsächlich in dieser aufwendigen, zeitraubenden, personal- und finanzintensiven Form? Ist es, fokussiert auf die künstlerische und kunsthandwerkliche Qualität, nicht sinnvoller, Personal-, Zeit- und Finanzressourcen auf das Wesentliche, das Produkt auf der Bühne, zu bündeln? Der hohe Aufwand kommt bisher nicht dem Produkt zugute. Im Gegenteil. Durch das viele Auf- und Abbauen zu Probenzwecken leidet z. B. die Dekoration schon vor der Premiere.

Vor diesem Hintergrund ist ein zentrales Anliegen dieses Buches die Empfehlung des Repertoire-Block-Ensuite-Betriebes, wie er ab Seite im Detail beschrieben wird.

Dieses Konzept, das in diesem Buch erstmalig in konkreter Form entwickelt und veranschaulicht wird, bildet die Grundlage für viele der folgenden Ausführungen.

Ein moderner Repertoire-Block-Ensuite-Betrieb würde eine Qualitätssteigerung ermöglichen, technische Abläufe optimieren, verdichtete Probensituationen erlauben und frei werdende Ressourcen in die künstlerische Umsetzung oder Vermarktung investieren - also deutlich näher am Produkt agieren, als es die bisherigen, aufwendigen peripheren Logistikabläufe zulassen.

Wie die Bezeichnung Repertoire-Block-Ensuite-Betrieb nahelegt, handelt es sich um eine optimierte Kombination aus Repertoire- und Ensuite-Betrieb 17 - also um eine konsequente Weiterentwicklung des Semi-Stagione-Betriebes. 18

Gilt Semi-Stagione bisher lediglich als wirtschaftlicher Kompromiss zwischen beiden Systemen, kann eine effektive Umsetzung im hier vorgeschlagenen Block-Repertoire zusätzlich künstlerische Vorteile schaffen - die wirtschaftlichen werden freilich ebenfalls nicht ausbleiben.

Verfechter des klassischen deutschen Repertoire-Systems müssen sich von der nahezu unbegrenzten Vielfalt an Produktionen verabschieden. Repertoire-Blöcke begrenzen die Anzahl der vollwertigen unterschiedlichen Produktionen einer Saison pro Spielstätte auf maximal 18. In diesem Rahmen bleiben die Voraussetzungen für ein Abonnenten-System erfüllt.

Zur Umsetzung des Repertoire-Block-Ensuite-Betriebes werden pro Saison Blöcke von zwei bis vier Produktionen gebildet, die gemeinsam mehrere Wochen auf dem Spielplan stehen. Für jeden Block wird eine produktionsübergreifende Bühnenbildeinrichtung entwickelt. Dieses wird aus einem Grundaufbau, dem Permanent Set , und verschiedenen variablen Teilen für die einzelnen Produktionen, dem Temporary Set , bestehen. Die Maßgabe ist, dass mit moderatem Personaleinsatz innerhalb von 30 Minuten beliebig zwischen den Produktionen eines Blocks umgebaut werden kann.

Um die maximale Anzahl von 18 Produktionen zu erreichen, werden sechs Blöcke mit jeweils drei Produktionen gebildet. Am flexibelsten und effizientesten ist man jedoch mit zwölf Produktionen pro Saison, die auf vier Blöcke verteilt werden. Wie das Beispiel im Anhang ab Seite zeigt, ist man mit dieser Konstellation extrem anpassungsfähig, was eine spürbare Erhöhung der Vorstellungsanzahl, deutlich erweiterte Probenzeiten oder umfangreiche Drittnutzung des Theaterraumes ermöglicht. Disponenten können den jeweiligen Schwerpunkt variieren und haben viele Möglichkeiten, auf unterschiedliche Anforderungen einzugehen. In Kombination mit Vorbühnenproduktionen, die mit stark reduzierter Dekoration und ohne Nutzung der Hauptbühne auskommen, läss

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