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Zusammen sind wir Könige Was Männer zu Freunden macht von Lau, Frederick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 30.11.2018
  • Verlag: Ullstein
eBook (ePUB)
16,99 €
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Zusammen sind wir Könige

Frederick Lau und Kida Ramadan sind das, was man Freunde fürs Leben nennt, trotz mancher Unterschiede oder gerade deswegen. Ihr Buch zeigt Männern, wofür Freunde da sind – und Frauen, wie Männer ticken. Der eine wurde im bürgerlichen Berlin-Steglitz geboren und wohnt dort bis heute, der andere stammt aus dem Libanon und lebt in Kreuzberg. Der eine ist noch keine Dreißig, der andere in seinen Vierzigern. Der eine war früh ein Kinostar, der andere erlebte seinen Durchbruch als Schauspieler viel später, aber dafür gewaltig. Frederick Lau und Kida Ramadan gehen schon viele Jahre als ziemlich beste Kumpels gemeinsam durchs Leben. In ihrem Buch reden sie darüber, was Freundschaft ausmacht und auch, was Männlichkeit für sie bedeutet. Sie erzählen von sich und dem anderen; über ihre unterschiedliche Herkunft,über Bewährungsproben im Leben, über Zweifel und Entschlossenheit - und natürlich über ihr Leben zwischen Filmdrehs und Kreuzberger Shisha-Bars, mitsamt großer und kleiner Geschichten voller Humor, aber auch voller Wärme und Tiefgang.

Kida Khodr Ramadan, geboren 1976 in Beirut, hat seit 2003 in mehr als 80 deutschen Fernsehproduktionen und Filmen mitgespielt. Für die Rolle als Ali 'Toni' Hamady in '4 Blocks' erhielt er 2018 den Deutschen Fernsehpreis sowie den Grimme-Preis. Er lebt mit seiner Frau und fünf Kindern in Berlin.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 304
    Erscheinungsdatum: 30.11.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783843718769
    Verlag: Ullstein
    Größe: 12950 kBytes
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Zusammen sind wir Könige

Das schwarze Schaf

Was war das gestern bloß für eine Nacht? Ich liege im Bett, bin gerade aufgewacht. Mit der rechten Hand greife ich nach meinem Handy auf dem Boden. Ein Blick aufs Display verrät mir, dass es kurz nach acht ist.

Ich überlege, ob ich aufstehen soll, entscheide mich aber fürs Liegenbleiben. Nicht mal fünf Stunden habe ich geschlafen. Ich fühle mich wie zermatscht.

Ich verschränke meine Hände hinter dem Kopf und grinse. Denn ich muss an Kida denken. Dieser Typ ist eine Wucht. Wie der da gestern beim Italiener saß - macht zuerst einen auf cool und springt dann doch über seinen Schatten. Zum Schluss war er richtig locker. Hätte ja auch anders kommen können. Etwa ein Nackenklatscher zur Begrüßung. Oder wenigstens eine amtliche Ansage. Gab es aber nicht. Weil mein kleiner Scherz unterm Strich ein Knaller war. Ich hab damals irgendwie geahnt, dass ich die Aktion bei Kida bringen kann.

Manchmal sieht man jemanden und empfindet gleich ein unerklärliches Gefühl der Vertrautheit. Dafür braucht es nicht viel. Mitunter reicht schon ein Blick oder eine Geste und man ahnt: Mit diesem Menschen werde ich mich bestimmt gut verstehen. Der hat etwas, das ich mag.

Bei Kida war es die Art zu gehen - dieser Kida-Gang. Ein lässiges Schaukeln von einem Fuß auf den anderen, den Oberkörper durchgestreckt, mit den leicht hängenden Schultern und kühnem Blick. Das ist mir im Gedächtnis geblieben, nachdem ich Kida immer mal wieder bei Filmpremieren auf dem roten Teppich gesehen habe. Dann dachte ich jedes Mal: »Alter, wie läuft der denn? Wie geil ist das denn?«

Ich drehe mich auf die Seite, ziehe die Decke bis an die Ohren und drücke meinen Kopf tiefer ins Kissen. Habe ich heute irgendwelche Pläne? Nicht dass ich wüsste. Deshalb greife ich nach meinem Handy und schicke Kida eine Nachricht. Hätte ja Bock, genau da weiterzumachen, wo wir gestern Abend aufgehört haben. Dumm labern, rumblödeln, zusammen Zeit verbringen.

Kida erinnert mich ein bisschen an Nabil, meinen besten Freund zu Schulzeiten. Bereits damals habe ich mich von den lauten, den eigenwilligen Typen angezogen gefühlt. Nabil war so einer. Seine Familie kam aus Afghanistan. Offene und herzliche Leute.

Schon als ich Nabil das erste Mal besuchte, setzte sich sein Vater zu uns und unterhielt sich mit mir. Er wollte wissen, wie ich heiße, wo ich wohne, was meine Eltern so machen. Welche Unterrichtsfächer ich mag und ob ich irgendwelche Hobbys habe. Er interessierte sich für mich, das gefiel mir. Sein Interesse war echt, nicht oberflächlich, das konnte ich spüren. Manche Eltern fühlen sich gegenüber den Freunden ihrer Kinder ja verpflichtet, das führt dann gerne mal zu krampfigen Situationen und angestrengten Gesprächen. Bei Nabils Familie war das anders. Mich mit seinem Vater zu unterhalten erschien mir wie das Natürlichste der Welt. Und auch, mich an dem Gebäck mit Pistazien und Walnüssen zu bedienen, das seine Mutter uns hinstellte.

Ich liebte es, bei Nabil zu Hause abzuhängen, wenn der Unterricht vorbei war. Das war eine völlig andere Welt. Seine Eltern hörten orientalische Musik, aus der Küche strömte der Duft von Kardamom und Koriander. Ich kannte diese Gerüche bis dahin nicht - bei mir zu Hause roch es oft nach Kartoffelsuppe und Kohlrouladen.

Was mich an Nabil besonders faszinierte, waren die Jungs, mit denen er sonst so rumhing. Alles Kanaks, so wie er. Bildete ich mir das ein oder waren sie lebhafter als meine deutschen Klassenkameraden? Ich glaube schon. Sie erschienen mir frecher, flapsiger, und sie trauten sich mehr. Auf jeden Fall waren ihre Geschichten immer einen Tick spannender als die meiner deutschen Mitschüler. Mit denen konnte ich nie viel anfangen. Was vermutlich auch am Geld lag: Sie kamen aus Familien, in denen zumindest so viel Geld da war, dass man sich dort darüber keine Gedanken machen musste, dass es keine Rolle spielte.

Bei Na

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