text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Der Prozess von Franz Kafka. Eine Analyse aus drei Blickwinkeln von Steinmetz, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.06.2013
  • Verlag: Science Factory
eBook (ePUB)
24,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Der Prozess von Franz Kafka. Eine Analyse aus drei Blickwinkeln

Fachbuch aus dem Jahr 2013 im Fachbereich Literaturwissenschaft - Vergleichende Literaturwissenschaft, , Sprache: Deutsch, Abstract: Ist Josef K. schuldig? Was ist das Kafkaeske an 'Der Prozess'? Und: Was ist einsinniges Erzählen? Dieses Buch beleuchtet Kafkas Roman im Hinblick auf die verwendete Erzähltechnik, die Frage, ob es sich um einen Institutionsroman handelt und in wieweit Protagonist und Leser mit dem Thema 'Angst' konfrontiert werden. Aus dem Inhalt: Kafkas Erzählmodus im Roman Der Prozess, Der Institutionsbegriff nach Gehlen, Kafkas Roman als Institutionsroman, Die Schuldfrage, Die Angst des Josef K.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 118
    Erscheinungsdatum: 28.06.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783656453635
    Verlag: Science Factory
    Größe: 278 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Der Prozess von Franz Kafka. Eine Analyse aus drei Blickwinkeln

Einleitung

Institutionen bestimmen auch heute noch in großen Bereichen das öffentliche Leben. Nach Gehlen handelt es sich bei diesen um ein "Gefüge sozialer Normen, an denen wir uns in unseren Handlungen zu orientieren haben" [107] Unter diesen Begriff fallen daher alle sozialen Gruppen, Freundschaften, Arbeitsgemeinschaften und die Familie. Institutionen sind aber auch der Staat und das Rechtssystem, die große Auswirkungen auf das Dasein des Einzelnen haben können. Vor allem das Rechtssystem liefert wichtige Grundlagen zum menschlichen Zusammenleben. So sind erlaubte Handlungen in Gesetzen festgeschrieben. Werden diese von jemandem überschritten, erfolgt eine Verhaftung, ein Gerichtsverfahren, ein Urteil und zuletzt die Verwahrung des Schuldigen. Dabei wird auf allen Stufen durch zum Beispiel vorzulegende Beweise beim Gerichtsverfahren oder durch das Recht, einen Rechtsvertreter benennen zu dürfen, darauf geachtet, dass dem Gefangenen kein Unrecht widerfährt und Gerechtigkeit hergestellt wird. Ein solches Rechtssystem wird in Kafkas Institutionsroman ,Der Proceß' vorgestellt. Ob dieses allerdings ebenso, wie oben dargestellt, ,gerecht' urteilt, ist die Fragestellung dieser Hausarbeit. Es soll geklärt werden, ob es sich bei dem Machtapparat in Kafkas Roman um eine totalitäre Institution handelt, die willkürlich verhaftet, verhört und urteilt. Eine solche besteht, wenn sie für sich einen idealen Machtapparat darstellt.

Um der Frage der Hausarbeit auf den Grund gehen zu können, muss zunächst diskutiert werden, ob es sich bei Kafkas Roman überhaupt um einen Institutionsroman handelt. Dafür ist es vonnöten zu wissen, was Institutionen sind und wie sie entstehen. Dabei wird auf den Institutionsbegriff von Gehlen zurückgegriffen. Infolgedessen wird der Machtapparat im Roman auf seine Idealität hin untersucht. Damit einhergehend wird analysiert, ob es sich um eine totalitäre Institution handelt.
Der Institutionsbegriff nach Gehlen

Der Anthropologe Gehlen spricht in seinem Werk Urmensch und Spätkultur von einer "außerordentliche[n] Wichtigkeit" [108] und von einer "fundamentalen Bedeutung" [109] der Institutionen für die Menschheit. Fraglich ist, worin der Autor den Grund für diese Annahmen sieht. Hierzu muss zunächst die Institutionalisierung, das heißt die Entstehung von Institutionen, und der Grund, warum sie bis heute fortbestehen beleuchtet werden. [110] In seinem bereits oben genannten Werk lassen sich seine Hypothesen zur Entstehung von Institutionen finden. [111] Zur Institutionstheorie von Gehlen wird im Folgenden ein kurzer Überblick gegeben.

Gehlen versucht, die Institution aus sich selbst zu begründen. Dafür leitet er sie aus anthropologischen Bedingungen ab, die er zunächst aus individuellen Aspekten herausarbeitet. Er begreift den Menschen als Mängelwesen, das nicht wie die Tiere durch Instinkte geleitet wird. [112] Aufgrund der fehlenden Triebe geht er bei ihm von einer fundamentalen Unsicherheit aus, die nur durch ein System, das auf verschiedenen Stufen gefestigte Instanzen enthält, stabilisiert werden kann. Dieses Ordnungsprinzip sieht er in den verschiedenen Formen von Institutionen. [113] Das Individuum versucht damit, eine bestimmte Verhaltenssicherheit herzustellen. [114] Ohne die Schaffung eines geeigneten Systems und eines Zustandes von Verhaltenssicherheit ist die dauerhafte Existenz des Menschen nicht möglich. Institutionen stellen daher das Ergebnis von kollektiver Selbsterhaltung dar. [115]

Die Erläuterung von Gehlens Inst

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen