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Vormärz im Rheinland Nation und Geschichte in Gottfried Kinkels literarischem Werk von Walcher, Bernhard (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2010
  • Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co.KG
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Vormärz im Rheinland

This study analyzes and interprets exemplary poems and prose texts from the extensive work of the pre-revolutionary (Vormärz) author Gottfried Kinkel (1815-1882) from a historical and functional perspective. In addition, the work provides a (works) biographical outline of Kinkel's eventful life. Based on the texts, Kinkel's development is traced from a constitutional liberal to a radical democrat, and the respective formative literary-aesthetic and social conditions for his writing are shown.


Bernhard Walcher , Universität Heidelberg.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 349
    Erscheinungsdatum: 31.08.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783110231298
    Verlag: Walter de Gruyter GmbH & Co.KG
    Größe: 1194kBytes
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Vormärz im Rheinland

III Politisches Engagement und poetische Formenvielfalt in der Lyrik (S. 162-164)

1 "...dass jede Dichtung nach geweiheter Form verlangt". Überblick zu Kinkels Gedichtausgaben und -sammlungen

Die erste Buchausgabe von Kinkels Gedichten erschien 1843 bei Cotta in Stuttgart und Tübingen. Sie umfasst neben seinem später auch separat gedruckten, mit über 80 Aufl agen bis 1915 immens erfolgreichen Versepos Otto der Schütz rund 70 Gedichte. Die meisten davon stehen in engem Zusammenhang mit dem Maikäfer- Verein, den Kinkel im Juni 1840 mit seiner späteren Frau Johanna gründete und in dessen Zeitschrift viele der in der Buchausgabe publizierten Gedichte zuerst abgedruckt wurden. Der bereits in Teil I dieser Arbeit vorgestellte Verein stellt in den meisten Fällen den ursprünglichen Produktions- und Rezeptionsrahmen dar. Hingegen sind der aus neun Gedichten bestehende Zyklus Die Weine und die Ballade über die frühchristliche Märtyrerin Dorothea im Rahmen von Kinkels Mitgliedschaft im Bonner Privatdozentenverein entstanden, nach ihrem spezifi schen Entstehungskontext aber zunächst einmal auch als "Vereinslyrik" zu verstehen.

Nur wenige Gedichte der Ausgabe von 1843 stammen noch aus der Zeit vor der Maikäfer-Gründung. Bei ihnen handelt es sich ausnahmslos um solche, die während oder unmittelbar nach Kinkels Italienreise (1837/38) entstanden sind wie Im Vaterlande (G I, S. 71–74), Aus dem Süden (G I, S. 95–108: sieben Gedichte), Gebet (G I, S. 141–142), Roma's Erwachen (G I, S. 143–149), Triumphbogen des Marius (G I, S. 40–41), Margaretha (G I, S. 14–15) und Petrus (G I, S. 20–24). Sieben Gedichte aus der Sammlung von 1843 tauchen bereits in einer dem Jugendfreund Kinkels, Otto Mengelberg, gewidmeten, handschriftlichen Ausgabe früher Gedichte von 1839 auf. Die Abschrift und Publikation – sofern sie nicht in den späteren öffentlichen Ausgaben aufgenommen wurden – der insgesamt 51 Gedichte hat Carl Enders besorgt. Diese Gedichte zeugen nicht nur und anders als bisweilen behauptet von den frühen Zweifeln des jungen Kinkel an der Bedeutung der Religion (Schmerzlicher Trost), sondern verweisen auch auf die bereits in Teil I (Kapitel 2.2) dieser Arbeit beschriebene gleichzeitige Hinwendung zur Kunst (Im Kreise der Düsseldorfer Maler, gesprochen bei Josef Fays Ehrentag 1836) und Kinkels Verbindung zur modernen Düsseldorfer Malerschule. Die Einteilung der Gedichte in die Rubriken Lyrisches, Geistliche Gedichte, Sprüche und Distichen, Romanzen und Legenden lässt einerseits eine bewusste Anlehnung Kinkels an die – im Detail freilich recht unterschiedlichen – Kategorisierungen der Lyriktheorien um die Mitte des 19. Jahrhunderts erkennen. Andererseits präsentiert diese handschriftliche Sammlung auch eine Fülle unterschiedlicher Strophenformen und lyrischer Gattungen, die jene bei Kinkel schon früh erkennbare und intensive Auseinandersetzung mitlyrischen Formen widerspiegelt, worauf auch zahlreiche Stellen in den zeitgleichen Jugendbriefen hindeuten. Der "neuen Poesie" – womit Kinkel zweifellos die Jungdeutschen meint – macht er zum Vorwurf, "dass sie maß- und haltlos ist, nicht von einem Sinne ausgeht".

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