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August Wilhelm Schlegel Romantiker und Kosmopolit von Strobel, Jochen (eBook)

  • Verlag: WBG Theiss
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August Wilhelm Schlegel

Heute kennt man August Wilhelm Schlegel (1767-1845) vor allem als Übersetzer von Shakespeares Dramen. Doch zu Lebzeiten war er der europaweit wirkungsvollste unter den deutschen Romantikern, weltgewandt und umfassend gebildet. Die aktuelle Biographie zeigt den Philologen und Kritiker in der ganzen Vielfalt seiner Rollen und Verdienste. Neben den erfolgreichen Wissenschaftler und Bonner Professor, der Karl Marx und Heinrich Heine zu seinen Studenten zählte, tritt der langjährige Wegbegleiter von Madame de Staël. Die Zeit der Befreiungskriege erlebte der Patriot Schlegel in der aktiven Politik. Als Privatperson blieb Schlegel bisher nur schwer zugänglich. Jochen Strobel hat die kürzlich veröffentlichten Briefe intensiv ausgewertet und zeigt erstmals auch den verantwortungsbewussten, bürgerlichen Familienmenschen. Jochen Strobel ist Professor am Institut für Neuere deutsche Literatur der Universität Marburg. In seiner Forschung beschäftigt er sich vorrangig mit der Literatur der Romantik. Er ist Leiter des DFG-Projekts "Digitalisierung und elektronische Edition der Korrespondenz August Wilhelm Schlegels".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 224
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783806236156
    Verlag: WBG Theiss
    Größe: 6238 kBytes
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August Wilhelm Schlegel

Beinahe Odysseus ...

A ugust Wilhelm Schlegel kam am 5. September 1767 als eines von zehn Kindern des Pfarrers und Dichters Johann Adolf Schlegel und seiner Frau Johanna Christiane Erdmuthe, geb. Hübsch, in Hannover zur Welt. Sein Studium der Theologie, dann aber vor allem der Klassischen Philologie absolvierte er in Göttingen, u.a. bei Christian Gottlob Heyne und bei Gottfried August Bürger. 1791 bis 1795 war er als Hauslehrer in Amsterdam tätig, von wo aus er für die Göttingischen Gelehrten Anzeigen zu rezensieren begann. Ab 1794 war er auf Schillers Anfrage hin Mitarbeiter von dessen Zeitschrift Die Horen sowie seines Musenalmanachs. Schiller vermittelte ihn auch an die in Jena erscheinende Allgemeine Literatur-Zeitung, wo er enorme Aktivität als Kritiker mit literaturgeschichtlichem, übersetzerischem und kunsttheoretischem Interesse entwickelte.

1795 wechselte er, von Schiller gerufen, nach Jena. Von 1796 bis 1803 war er mit Caroline Böhmer, geb. Michaelis, verheiratet. Nach dem Bruch mit Schiller entspann sich in Jena in den Jahren 1799 bis 1801 eine enge Lebens- und Arbeitsgemeinschaft mit engen Freunden, aber auch dem Bruder Friedrich - die sogenannte Jenaer Frühromantik. Beide Brüder gaben 1798 bis 1800 die maßgebliche Zeitschrift Athenaeum heraus. Zudem war Schlegel seit 1798 außerordentlicher Professor an der Universität Jena, wo er philologische, ästhetisch-literaturgeschichtliche und enzyklopädische Vorlesungen hielt.

1801 bis 1804 verlegte er seine Vorlesungstätigkeit nach Berlin und adressierte dort ein nichtakademisches, zahlendes Publikum - wiederum mit kunsttheoretischen Vorlesungen und solchen zur antiken sowie zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen ("romantischen") Literatur. Gleichzeitig machte er sich als literarischer Übersetzer aus dem Englischen, Italienischen und Spanischen einen Namen, vor allem mit den Dramen Shakespeares und Calderóns.

Eine Lebenswende provozierte die Begegnung mit der international renommierten Schriftstellerin Germaine de Staël, der er sich zwischen 1804 und 1817 als Hauslehrer ihrer Kinder und als Gesprächspartner in literarischen Fragen widmete - auf ihrem Anwesen in Coppet bei Genf wie auch auf Reisen. Sie vermittelte ihm 1808/09 eine weitere, vielbeachtete und nun auch in vielen Sprachen im Druck erscheinende Vorlesungsreihe über die Geschichte des Dramas. Nach der Lektüre dieser Vorlesungen sprang in vielen europäischen Ländern der Funke der Begeisterung für die eigene nationalsprachliche Kultur und deren Ursprünge über.

1812 floh Schlegel zusammen mit Madame de Staël über Russland nach Schweden, wo er auf ihre Vermittlung hin Sekretär des schwedischen Kronprinzen Bernadotte wurde. Nicht nur begleitete er diesen bis 1814 im Kampf gegen die französischen Truppen, Schlegel verfasste auch erfolgreich antifranzösische Publizistik.

Erst nach Madame de Staëls Tod ging Schlegel 1818 nach Deutschland zurück, um eine Professur für Literatur und schöne Künste an der neu gegründeten preußischen Universität Bonn anzutreten. In dem ihm noch bleibenden Vierteljahrhundert vermittelte er noch einmal sehr erfolgreich sein literarisches und ästhetisches Wissen, doch begründete er zugleich die Indologie, also die Wissenschaft vom Sanskrit, in Deutschland. Schlegel starb im Alter von knapp 78 Jahren in Bonn.

Wer heute über August Wilhelm Schlegel schreibt, muss sich rechtfertigen. Es mag sich der Verdacht erheben, es handle sich bei ihm um keine so herausragende Persönlichkeit, als dass man ihrer noch im 21. Jahrhundert gedenken müsste. Das Zeittypische an ihm, die Strömungen, die sich in ihm kreuzen, sind jedoch allemal eine Biographie wert.

Die Französische Revolution, die Philosophie des Idealismus und Goethes literarisches Schaffen seien die wichtigsten Tendenzen der Zeit um 1800 - dies jedenfalls behauptete einer der Vordenker der Romantik, August Wilhelms jü

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