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Heinrich Heine Ein ABC von Liedtke, Christian (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.05.2015
  • Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
eBook (ePUB)
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Heinrich Heine

Was sind Campejaden? Wo lebt der Riesenharf? Auf wen zielt der Traumjäger? Ein Alphabet aus Poesie und Fakten verrät, was hinter Heines Wörtern steckt. Von 'Apfeltörtchen' bis 'Zeitgenössinnen' buchstabiert sich das Heine-ABC durch Leben, Werk und Welt von Deutschlands amüsantestem Klassiker. Diese Miniatur-Enzyklopädie mit Wissenswertem, Kuriosem und Überraschendem von und über Heinrich Heine ist ein Brevier für alle, die den Dichter der Liebe und der Revolution beim Wort nehmen wollen. Christian Liedtke, geboren 1964 in Hamburg, studierte Germanistik und Philosophie in Hamburg, Cincinnati (USA) und Bonn. Er ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Heinrich-Heine-Institut, Düsseldorf, und Autor einer Heine-Biographie (erschienen 1997). Bei Hoffmann und Campe erschienen die von ihm herausgegebenen Bände: Heinrich Heine "... und grüßen Sie mir die Welt." Ein Leben in Briefen (mit Bernd Füllner, 2005); Heinrich Heine im Porträt. Wie die Künstler seiner Zeit ihn sahen (2006); " Der Weg von Ihrem Herzen bis zu Ihrer Tasche ist sehr weit!" Aus dem Briefwechsel zwischen Heinrich Heine und seinem Verleger Julius Campe (mit Gerhard Höhn, 2007); Heinrich Heine, Die Harzreise (2008), Totentanz und Mitternachtsgraus. Schauerballaden (2009); Heinrich Heine, Französische Zustände. Artikel IX vom 25. Juni 1832, Urfassung. Faksimile-Edition der Handschrift. Mit einem Essay von Martin Walser (2010); Heinrich Heine, Reise nach Italien (2011); zusammen mit Gerhard Höhn schrieb er Auf der Spitze der Welt. Mit Heine durch Paris (2012).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 05.05.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455813517
    Verlag: Hoffmann und Campe Verlag
    Größe: 903 kBytes
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Heinrich Heine

Campejaden

Bei dem Wort "Campejaden" fragt man sich: Ist damit ein Gestirn gemeint, wie die Plejaden? Oder eher eine besondere Form von Eskapaden? Wenn man aber weiß, dass es in einem Brief von Heinrich Heine an seinen Verleger Julius Campe steht, dann kann man sich denken, dass Letzteres gemeint sein muss. Denn die beiden verband zwar eine freundschaftliche und erfolgreiche, aber eben auch ausgesprochen konfliktträchtige Beziehung. Mit jenem Wort fasste ein verärgerter Heine in einem Brief, den er am 2 . Juli 1835 an Campe schickte, all das zusammen, worunter er, wie er meinte, bei diesem zu leiden hatte: "die Pfeffernüsse, die angeklebten Verlagsanzeigen mit Kotrenommeen, die Schadenfreude bei schlechten Rezensionen, die ewigen Klagen, die großen Auflagen, die kleinen Foppereien, kurz die Julius-Campejaden. Können Sie Ihre Natur etwas für die Zukunft bezwingen, so tun Sie es doch, bitte!"

Was hat es mit den von Heine angeprangerten "Campejaden" im Einzelnen auf sich? Mit der ersten, den "Pfeffernüssen", spielt er auf einen Streich Campes aus der Hamburger Anfangsphase ihrer Bekanntschaft an: Zur Weihnachtszeit ließ Campe Heine eines Abends eine Tüte Pfeffernüsse bringen. Er wusste, dass Heine gern naschte, und auch, dass er die Rache derjenigen fürchtete, die er in seinen Schriften verspottet hatte. Darum trug er dem Überbringer der Süßigkeiten auf, Heine zu sagen, sie seien ein Geschenk von Professor Hugo aus Göttingen. Der Name des "Absenders" war gut gewählt, denn Gustav Hugo, bei dem Heine sein juristisches Examen abgelegt hatte, war ein prominentes "Opfer" der Akademikersatire in seiner "Harzreise". Heines Verlagskollege Ludolf Wienbarg berichtete amüsiert, dass dieser bei der nächsten Begegnung mit Campe das Geschenk überhaupt nicht erwähnte, bis der ihn schließlich fragte: "Wie haben Ihnen die Pfeffernüsse geschmeckt? - Sind sie von Ihnen? schrie Heine. Und nun kam es heraus, daß er [...] aus Furcht vor Vergiftung sie nicht berührt hatte. Nun werde ich sie essen, sagte er froh und erleichtert."

Die Begebenheit ist charakteristisch für die unbeschwerte Anfangsphase ihrer Bekanntschaft. Dass die beiden so schnell ein besonderes Verhältnis zueinander fanden, hatte gewiss auch damit zu tun, dass sie fast im gleichen Alter waren, als sie sich 1826 kennenlernten - Heine war neunundzwanzig Jahre alt, Campe dreiunddreißig -, und beide am Anfang ihrer Laufbahn standen. Erst drei Jahre zuvor hatte Julius Campe, der als Freiwilliger in den sogenannten Befreiungskriegen gekämpft hatte, seinem Halbbruder Albert die traditionsreiche Hamburger Verlagsbuchhandlung Hoffmann und Campe abgekauft, in der er einst als Dreizehnjähriger eine Buchhandelslehre begonnen hatte. Nun war er sein eigener Herr und auf der Suche nach einem Profil für seine Firma. Auch Heine war auf der Suche; sein ungeliebtes Jurastudium hatte er abgeschlossen, aber noch keine berufliche Stellung gefunden. Mit seinen ersten beiden Büchern, die in Berliner Verlagen erschienen waren, hatte er sich einen Namen in Literatenkreisen gemacht, jedoch noch nicht beim breiten Lesepublikum. Außerdem hatte er gerade sein bis dahin wichtigstes publizistisches Standbein verloren, die Berliner Zeitschrift Der Gesellschafter . Aus Ärger über abmildernde Veränderungen am Text seiner "Harzreise" hatte er die Zusammenarbeit aufgekündigt. Die "Harzreise" gehörte nun zu dem Manuskript des Sammelbandes, den Heine Campe unmittelbar nach ihrer ersten Begegnung zur Veröffentlichung anbot und den dieser ohne Zögern annahm: dem ersten Teil der "Reisebilder", mit dem 1826 die gemeinsame Erfolgsgeschichte begann.

Die vierteilige Buchreihe wurde für Autor wie Verleger gleichermaßen zum Markenzeichen. Sie machte Heine zum bekanntesten jungen Autor seiner Zeit und Campe zum führenden Verleger zeitkritischer, engagierter Literatur. "Überall", schrieb Heine im D

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