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Literatur Kompakt: Friedrich Schiller von Schmiedt, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.05.2013
  • Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
eBook (ePUB)
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Literatur Kompakt: Friedrich Schiller

Friedrich Schiller - eine literaturgeschichtlich herausragende Gestalt. Mit Goethe steht Schiller für die Weimarer Klassik, die häufig zum Gipfelpunkt der deutschen Literatur erklärt worden ist. Auch in der Gegenwart zeigt sich noch seine außerordentlich intensive und vielfältige Wirkung. Helmut Schmiedt vermittelt einen Überblick über Schillers wechselvolle Lebensgeschichte und die literaturhistorischen und gesellschaftlich-politischen Zusammenhänge. Er stellt zentrale Werke sowie Deutungsmöglichkeiten und -probleme vor. Dabei kommen auch unterhaltsame und faszinierende Aspekte zur Sprache, wie Schillers Neigung zu grotesken inhaltlichen Pointen und seine besondere Fähigkeit, Redewendungen zu prägen. Im Spannungsfeld zwischen Aufklärung, Sturm und Drang und den ästhetischen Konzepten der Weimarer Klassik erscheint Schiller als ein literarischer Kämpfer für Freiheit und Selbstbestimmung, der in zunehmendem Maße von Zweifeln an der Realisierbarkeit aufklärerischer Konzepte heimgesucht wird und doch möglichst viel von ihnen zu retten versucht.

Prof. Dr. Helmut Schmiedt lehrt deutsche Literaturwissenschaft an der Universität Koblenz-Landau. Er hat sich häufig mit der Literatur des 18. Jahrhunderts und vor allem der Zeit des Sturm und Drangs beschäftigt. Weitere Arbeitsschwerpunkte sind die Unterhaltungs- und Gegenwartsliteratur. Er gilt u.a. auch als Kenner von Leben und Werk Karl Mays.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 192
    Erscheinungsdatum: 15.05.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783828857094
    Verlag: Tectum Wissenschaftsverlag
    Serie: Literatur kompakt Bd.4
    Größe: 11455 kBytes
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Literatur Kompakt: Friedrich Schiller

III. Biografischer Überblick

Von Marbach nach Weimar

Die beiden bekanntesten Schiller-Denkmäler befinden sich im schwäbischen Marbach, Schillers Geburtsort, und in Weimar, seinem letzten Wohnsitz. In Weimar steht die Schiller-Figur neben derjenigen Goethes, des Freundes der späten Lebensjahre, auf dem Platz vor dem Deutschen Nationaltheater. Das sonst wenig bekannte Städtchen am Neckar und der Ort, mit dem sich bei vielen die Vorstellung von der Weimarer Klassik als dem Gipfel der deutschen Literaturgeschichte verbindet: Man könnte angesichts solcher geografischer Eckpunkte annehmen, Schillers Lebensweg sei zielstrebig und geradlinig verlaufen. Aber diese Vermutung trügt. Die Lebensgeschichte Goethes in ihren äußeren Abläufen kann man sich tatsächlich recht gut vor Augen führen, wenn man sich an die Geburtsstadt Frankfurt und den späteren Wohnsitz Weimar hält - und als Nebenschauplätze einige Studienorte und wichtige Reiseziele hinzunimmt. Schillers Leben verlief erheblich unruhiger, obwohl es weit weniger Jahre umspannte. Das gilt nicht nur für die Orte, an denen er wohnte, sondern auch in Bezug auf wechselnde Ambitionen und Tätigkeiten.

Herzog Carl Eugen

Schillers Kindheit und Jugend stehen mittelbar und unmittelbar im Zeichen des Württemberger Herzogs Carl Eugen (1728-1793), eines absolutistischen Herrschers. Carl Eugen sichert sich unter anderem schon dadurch einen stabilen, aber wenig rühmlichen Platz in der deutschen Literaturgeschichte, dass er 1777 den Schriftsteller Christian Friedrich Daniel Schubart für zehn Jahre auf der Festung Hohenasperg einsperren lässt, nachdem dieser in seiner Deutschen Chronik Kritik an den bedrückenden Umständen des Feudalsystems geübt hat.

Familie

In Marbach also wird Johann Christoph Friedrich Schiller am 10. November 1759 - inmitten des Siebenjährigen Krieges (1756-1763) - als zweites Kind seiner Eltern geboren; die Mutter Elisabetha Dorothea (1732-1802) ist Tochter eines Gastwirts, der Vater Johann Caspar (1723-1796), der sich zunächst als Wundarzt in Marbach niedergelassen hat, dient dem Herzog in verschiedenen militärischen Funktionen. Nach den überlieferten Berichten scheint die Mutter weitgehend den Typus der frommen, ganz auf die Familie konzentrierten Hausfrau zu verkörpern, während der Vater mit bemerkenswertem autodidaktischem Engagement verschiedenste Interessen pflegt. Diese Flexibilität erntet ihren Lohn, als er 1775 zum Leiter der Hofgärten auf dem herzoglichen Schloss Solitude berufen wird und so einen zuvor kaum absehbaren Gipfelpunkt seines beruflichen Weges erreicht.

Johann Caspar Schiller

Elisabetha Dorothea Schiller

Porträts von Ludovike Simanowiz, 1793

Ausbildung

Bis es so weit ist, zieht die Familie mehrfach um. Friedrich Schiller beginnt seine Schulausbildung 1765 in Lorch im Remstal und erhält zusätzlich Lateinunterricht bei Pfarrer Philipp Ulrich Moser, dem Vater eines Freundes. 1767 tritt er in die Lateinschule in Ludwigsburg ein, wo die Familie seit dem vorigen Jahr wohnt. Zu diesem Zeitpunkt zeichnet sich für ihn eine Zukunft als Geistlicher ab, zumal er mit Erfolg die Prüfungen ablegt, deren Bestehen eine Voraussetzung für die Aufnahme des theologischen Studiums bildet. Aber der Wille des Herzogs treibt ihn in eine andere Richtung: Carl Eugen hat auf der Solitude eine sogenannte militärische Pflanzschule gegründet, eine pädagogische Einrichtung, an der die begabtesten männlichen Landeskinder erzogen werden sollen. Diese Schule muss von Januar 1773 auch der junge Schiller besuchen - gegen den eigenen Willen und den der Eltern. Die Möglichkeit zu einem Theologiestudium besteht hier nicht; stattdessen entscheidet sich Schiller, mit mäßigem Interesse, zunächst für das Studium der Rechtswissenschaft und später für das der Medizin. Der größte Teil des Unterrichts an der Hohen Carlsschule, die 1775 nach Stuttgart verlegt wird, erfolgt freilich nicht speziell in d

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