text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Shakespeare von Gelfert, Hans-Dieter (eBook)

  • Verlag: Verlag C.H.Beck
eBook (ePUB)
7,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Shakespeare

William Shakespeare ist der wohl größte englische Dichter. Hans-Dieter Gelfert gibt in diesem Buch eine Einführung in Leben und Werk. Er skizziert das gesellschaftliche Bewußtsein der Shakespearezeit und die Grundthemen des Gesamtwerks, interpretiert die wichtigsten Werke und deutet sie vor dem Hintergrund des elisabethanischen Weltbildes und der anbrechenden Neuzeit. Hans-Dieter Gelfert war bis zu seiner Emeritierung Professor für englische Literatur an der Freien Universität Berlin und ist seither freier Autor und Übersetzer.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 128
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783406663789
    Verlag: Verlag C.H.Beck
    Serie: Beck'sche Reihe 2055
    Größe: 2689 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Shakespeare

Die Shakespearezeit

Die Zeit Shakespeares wird meist mit dem elisabethanischen Zeitalter gleichgesetzt, was den Blick auf den zeitlichen Hintergrund unzulässig verkürzt, da die zweite und wohl gewichtigere Hälfte seines Werkes unter der Regierung Jakobs I. entstanden ist. Das Charakteristische an seiner Schaffenszeit ist gerade, dass sie in zwei sehr unterschiedliche Epochen fällt und damit auf einer sozialgeschichtlichen Bruchzone liegt, deren Spannungen in seinem Werk virulent werden. In englischen Literaturgeschichten werden beide Epochen als Renaissance bezeichnet, wobei man diese oft erst mit der Restauration der Stuartmonarchie im Jahre 1660 zu Ende gehen lässt. Das mutet sonderbar an, wenn man bedenkt, dass Kunsthistoriker das Ende der italienischen Renaissance auf den sacco di Roma , die Verwüstung Roms durch die kaiserlichen Truppen 1527, datieren. Da aber England das große Jahrhundert der italienischen Renaissance, das quattrocento , mit Kriegführen verbrachte, setzte die kulturelle Wiedergeburt hier mit einem Jahrhundert Verspätung ein. Während die englische Architektur unter Elisabeth noch Reste des spätgotischen Tudorbogens aufweist und in der Malerei die Renaissance nur durch den Immigranten Hans Holbein vertreten ist, fand die Literatur so schnell Anschluss an die kontinentale Entwicklung, dass es eigentlich sinnvoller wäre, die Shakespearezeit so zu nennen wie die entsprechende Epoche auf dem Kontinent, nämlich Manierismus. Dieser Begriff hat sich für jene Stilepoche durchgesetzt, die nicht mehr Renaissance, aber auch noch nicht Barock genannt werden kann. Shakespeares Werk wie das seiner Zeitgenossen trägt eher manieristische als renaissancehafte Züge, sein Spätwerk weist sogar schon solche des Barock auf, auch wenn es einen durchgängigen Barockstil auf der Insel nicht gab; denn dieser war Ausdruck des Absolutismus und der Gegenreformation, was ihn für das protestantisch-parlamentarische England inakzeptabel machte.
Das Zeitalter Elisabeths I.

Das elisabethanische Zeitalter wird meist so gesehen, wie es sich selber darstellte, als ein Goldenes. Tatsächlich war das Gold aber nur eine hauchdünne Blattgoldauflage auf einer eisernen Wirklichkeit. Das erste Regierungsjahrzehnt der Königin blieb von der Ungewissheit überschattet, ob ihre zweifelhafte Legitimität auf Dauer anerkannt würde oder ob ihre Gegner sich womöglich hinter Maria Stuart und deren katholische Verbündete scharen würden. Nach Marias Exekution im Jahre 1587 war zumindest diese Gefahr gebannt, doch mit der spanischen Armada zog im Jahr darauf eine neue Gefahr herauf. Als die englische Flotte mit ihren wendigeren Schiffen und der klügeren Taktik den Spaniern eine schwere Niederlage beibrachten, wurde dieser Sieg als epochaler Triumph gefeiert, der als solcher noch heute in den Geschichtsbüchern figuriert. In Wirklichkeit aber war der Krieg noch längst nicht entschieden. Der größte Teil der spanischen Flotte war intakt geblieben, auch wenn er vom Sturm zerstreut und zur Umseglung der britischen Inseln gezwungen wurde. Danach schleppte sich der Krieg für England verlustreich hin. Elisabeths Kasse war so leer, dass sie nicht einmal ihren Seehelden den versprochenen Lohn zahlen konnte. Hinzu kamen 1592 eine Pestepidemie und von 1594 bis 1596 eine Serie von Missernten mit entsprechenden Hungersnöten. Über der wirtschaftlichen Misere und der außenpolitischen Bedrohung schwebte zudem das Damoklesschwert der ungeklärten Nachfolge für die jungfräuliche Königin, die zur Zeit des Triumphs über die Armada bereits 55 Jahre alt und damit über das gebärfähige Alter hinaus war. So kann es nicht verwundern, dass sich in den 90er Jahren in England allenthalben eine düstere Stimmung breit machte, die nichts von einem goldenen Zeitalter spüren ließ.

So prekär die Entwicklung im politischen Bereich auch war, so fortschrittlich war sie auf gesellschaftlichem Gebiet. Elisabeth hatte frühzeitig geler

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen