text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Tolkien und der Erste Weltkrieg Das Tor zu Mittelerde von Garth, John (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 24.03.2014
  • Verlag: Klett-Cotta
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Tolkien und der Erste Weltkrieg

"1914 als junger Mann in all das hineinzugeraten, war eine keineswegs weniger schreckliche Erfahrung als 1939 ... 1918 waren alle meine engen Freunde mit nur einer Ausnahme tot." So äußerte sich Tolkien zu Deutungen, die im "Herrn der Ringe" eine Reaktion auf den Zweiten Weltkrieg sahen. John Garth beschreibt hier zum ersten Mal ausführlich, wie Tolkien in seiner Jugend erlebte, dass die Welt um ihn in der Katastrophe versank. Gerade diese Erfahrungen prägten Tolkiens mythologische Erfindungen maßgeblich, in denen er seine eigene literarische Tradition begründete. Mittelerde und seine Anziehungskraft sind daher nicht aus Eskapismus entstanden, sondern aus dem Drang, das Erlebnis der Verwüstung dichterisch in eine Form zu bringen, die bis heute nachwirkt und fasziniert.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 360
    Erscheinungsdatum: 24.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783608106954
    Verlag: Klett-Cotta
    Originaltitel: Tolkien and the Great War
    Größe: 6581 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Tolkien und der Erste Weltkrieg

VORWORT

D iese biografische Studie erwuchs aus einer einzigen Beobachtung: wie seltsam es doch ist, dass J.R.R. Tolkien gerade im Ersten Weltkrieg begann, seine gewaltige Mythologie zu erschaffen – mitten in der Krise, mitten in jener allgemeinen Entzauberung, aus der die Moderne hervorging.

Sie erzählt von seinem Leben und ersten Versuchen als Schriftsteller in den Jahren 1914–1918, beschreibt die frühen Entwürfe seiner ersten erfundenen "elbischen" Sprache im letzten Studienjahr in Oxford, schildert die Erweiterung seines Horizonts während der harten militärischen Ausbildung und der schreckensvollen Zeit als Fernmeldeoffizier an der Somme, bis hin zu den zwei Jahren, in denen er als chronisch Kranker an Großbritanniens Küste Wache stand und die ersten Erzählungen seines Legendariums niederschrieb.

Dabei bin ich weit über die reinen Kriegserlebnisse hinausgegangen und habe versucht, die breit gefächerten Interessen Tolkiens und die Quellen seiner Inspiration darzustellen. Anhand seiner ersten linguistischen Arbeiten und Gedichte zeige ich, wie seine Mythologie entstand und eine erste Blüte im Buch der Verschollenen Geschichten , dem Vorläufer des Silmarillions, erlebte – Erzählungen, die nach Tolkiens Vorstellung von einer lang vergessenen Welt künden, von der wir durch die Überlieferung der Elben erfahren und die Tolkien später Mittelerde nannte. Zudem habe ich viele seiner frühen Gedichte ausführlich kommentiert, eines davon ("The Lonely Isle", "Die Einsame Insel") erscheint hier seit der lang vergriffenen Erstveröffentlichung von 1920 zum ersten Mal in voller Länge. Ich hoffe, Tolkiens früher Lyrik und Prosa gerecht geworden zu sein. Sie verdienen es, nicht nur als Jugendwerke betrachtet zu werden, sondern als Zeugnisse von der Vorstellungswelt dieses einzigartigen Schriftstellers im Frühling seiner Fähigkeiten, die bereits damals schon so lebendig, voller Details und tiefer Einsichten war, beeindruckend in ihrem Weitblick und der gewichtigen Themenwahl.

Eines meiner Anliegen war, Tolkiens kreative Entwicklung in den Kontext des internationalen Konflikts und der mit ihm einhergehenden kulturellen Umbrüche zu stellen. Eine große Hilfe war mir zum einen, dass die lange unter Verschluss gehaltenen Aufzeichnungen britischer Offiziere aus dem Ersten Weltkrieg freigegeben wurden. Zudem gewährten mir die Nachlassverwalter von Tolkien Estate freundlicherweise nicht nur Einblick in Tolkiens persönliche Aufzeichnungen, sondern auch in die so außergewöhnlichen und bewegenden Briefe der TCBS – jenes Zirkels früherer Schulfreunde, die in ihrem Leben so viel hatten erreichen wollen, dann aber die schlimmsten Härten und die Tragödie ihrer Zeit erlebten. Und schließlich half mir auch die Familie von Tolkiens wunderbarem Freund Rob Gilson, indem sie mir großzügig uneingeschränkten Zugang zu all dessen Aufzeichnungen gewährte. Die miteinander verwobenen Geschichten von Gilson, Geoffrey Bache Smith, Christopher Wiseman und Tolkien – sowohl die Gemeinsamkeiten ihrer Visionen als auch die manchmal hitzigen Meinungsverschiedenheiten – tragen meiner Meinung nach viel dazu bei, Tolkiens Motivation als Schriftsteller zu verstehen.

Zwar hat Tolkien in den Briefen an seine Söhne Michael und Christopher, als diese im Zweiten Weltkrieg selbst Soldaten waren, oft über seine eigenen Kriegserlebnisse berichtet, doch hat er weder eine Autobiografie noch Memoiren hinterlassen. Unter seinen Aufzeichnungen aus Kriegszeiten liefert ein knappes Tagebuch kaum mehr als Angaben über die Truppenbewegungen, an denen er während seines Einsatzes in Frankreich teilhatte. Andererseits gibt es eine Fülle sehr d

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen